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Enter Shikari - Lose Your Self
ReviewAlternativePost-HardcoreRock

Enter Shikari

Lose Your Self

Album

VÖ 10. April 2026So Recordingsdigital
Anna Seikel/10. April
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
A

Anna Seikel


Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass Enter Shikari mit „A Kiss for the Whole World“ ein Album veröffentlichten, im dem sie es schafften, die Quintessenz der Band festzuhalten – samt einer Ladung an Querverweisen zu älteren Stücken, die als Liebeserklärung an die Fans und die Musik schwer zu toppen waren. Umso gespannter blicken wir auf das Überraschungsalbum der Gruppe aus St. Albans, das an diesem 10. April ganz ohne Vorankündigung erscheint: „LOSE YOUR SELF“. Wir gehen rein!

Enter Shikari auch im achten Album noch erfrischend

Wer ein Gefühl für die neue Platte bekommen möchte, ist bei den ersten Tracks schon gut aufgehoben. Der Einstieg nimmt viel von dem mit, das euch in den späteren elf Tracks erwartet. „LOSE YOUR SELF“ folgt als erster Song ganz in den Fußstapfen eines klassischen Shikari-Openers: dicht gesprochener Einstieg, der an „System / Meltdown“ erinnert, elektronische Instrumentals, hymnischer Refrain. Zusammen mit „Find Out the Hard Way“ wird der Titel des Albums Programm – „We are all one”, und damit wir als Menschheit auf dieser Welt noch die Kurve kriegen: „You have to lose your self“.

Zum nunmehr achten Album von Enter Shikari muss man ein Kompliment dalassen: Trotz 20 Jahren Bandgeschichte bergen die Songs Überraschungen, Experimente und neue Stile. So schlägt „it’s OK“ fast bluesige Töne an, die in einen Alternative-Rockigen Chorus übergehen, was das Album musikalisch zur Mitte hin angenehm aufbricht.

Keine Scheu vor Breakdowns

Nach dem ersten Hören des Albums zeigt sich, dass das musikalische Gesamtkonzept von Enter Shikari auch im Jahre 2026 noch stimmig ist. Die Band um Vocalist und Songwriter Rou Reynolds hat den Dreh raus, die großen politischen Themen und damit einhergehende Frustration in ihren Signature-Sound zu übertragen. Wie zum Beispiel auf „Dead in the Water“ und „The Flick of the Switch I.“ schaffen sie es, ihren Wiedererkennungswert beizubehalten, der sich aus der Art der Lyrics, Rous Vocals (von Clean bis Growl) und den typischen instrumentalen Partien ergibt, und trotzdem mit dem neuen Release nicht langweilig zu werden.

Und auch, wenn der Heaviness-Grad auf dem Album nicht mehr zu dem von „Take To the Skies“ zurückkehrt, vergisst das Quartett nicht seine Wurzeln. Vielmehr ist die Wut und Verdrossenheit über die aktuelle Lage der Welt pointiert verpackt, ohne instrumentale Eskapaden und ordentliche Breakdowns einbüßen zu müssen.

So kommen Freund:innen der härteren Shikari-Töne durch das Album hinweg immer wieder auf ihre Kosten. „The Flick of a Switch II.“ fungiert als Remix-Interlude, der nach und nach heavier wird, während „i can’t keep my hands clean“ kurz und knackig die Zeit zurück dreht und Erinnerungen an ganz alte Shikari-Sounds weckt.

Richtung Ende noch ein Highlight – und auch die Hoffnung

Thematisch ist das Album im Vergleich zum Vorgänger deutlicher düsterer. Auch wenn die ersten Tracks ein Plädoyer weg vom Individualismus sind, wirken viele Lyrics der Platte frustriert und desillusioniert. Kein Wunder vor dem Hintergrund der letzten drei Jahre. Und doch wäre es kein Album, das von Rou Reynolds getextet wurde, wenn es an Ende nicht einen Akkord der Hoffnung anstimmen würde. Symbolisch: Die Fanfaren finden sich genau in den beiden Songs wieder, die mit den hoffnungsvollsten Untertönen spielen.

„Shipwrecked!“ kreiert in diesem Sinne kurz vor dem „Spaceship-Epilog“ eines der Höhepunkte des Albums, der in einem Song das zusammenbringt, was an der Band Spaß macht und absolutes Potenzial zum Live-Highlight hat. Mit dem Closing Track „Spaceship Earth III. (Maestoso)“ wird die eigentliche Message, die durch die Verzweiflung durchschimmert, nochmal klar serviert: „Hold on, we’ve only just begun, a change is gonna come.“

Fazit

8.5/10
· Hervorragend

Mit „Lose Your Self“ hat Enter Shikari ein absolut stimmiges Album geschaffen, das ihnen ganz deutlich zuzuordnen ist und auch nach 20 Jahren Bandgeschichte keine Langeweile zulässt. Neben hohem Wiedererkennungswert ist die Platte gespickt mit Neuem, ohne die Essenz von Shikari zu vernachlässigen. Während ein paar Tracks eher eine Filler-Rolle einnehmen, bietet die Platte immer wieder musikalische Highlights, die nicht nur in ihrer Message einen Wert haben, sondern auch das Potenzial für eine mitreißende Liveshow bieten!

Enter Shikari - Lose Your Self

Enter Shikari

Lose Your Self

Album

VÖ 10. April 2026

digital

So Recordings

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1LOSE YOUR SELF
  2. 2Find out The Hard Way
  3. 3Dead In The Water
  4. 4demons
  5. 5The Flick Of A Switch I.
  6. 6I can't keep my hands clean
  7. 7it's OK
  8. 8The Flick Of A Switch II.
  9. 9Shipwrecked!
  10. 10Spaceship Earth (I. Avec Abandon)
  11. 11Spaceship Earth (II. Angoscioso)
  12. 12Spaceship Earth (III. Maestoso)
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Enter Shikari·Alternative·Post-Hardcore·Rock

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Enter Shikari
Foto: Enter Shikari / Offizielles Pressefoto

Enter Shikari

EnglandSeit 1999

Enter Shikari ist eine britische Band aus St. Albans in der Grafschaft Hetfordshire. Gegründet wurde sie 1999 unter dem Namen Hybrid von Roughten "Rou" Reynolds (Gesang), Chris Batten (Bass) und Rob R…

149 Artikel auf MoreCore

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