
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Da rollt etwas auf uns alle zu, was sich nicht so leicht bremsen lässt. Nachdem Dragged Under mit ihrem ersten Album „The World Is In Your Way“ (2020) und der darauffolgenden EP „We’ll Do It Live“ (2021) Erfolge feiern konnten, erscheint mit „Upright Animals“ am 10. Juni 2022 das Folgealbum. Wie klingt die neue Platte, die mit zwölf Songs daher kommt? Kann man beim zweiten Album von einer Weiterentwicklung sprechen? Fragen, die wir in unserer Review beantworten wollen!
Die Band, die ihren Sound selbst als „drei Teile Punkrock, ein Teil Metalcore/Hardcore“ beschreibt, kommt bereits von Beginn an zur Sache. „Upright Animals“, der Titeltrack des Albums, läutet Selbiges ein und liefert den Fans einen wirbelnden, up-beat-lastigen, schnörkellosen Song. Auch wenn der Background-Gesang durch seine zahlreichen Filter stark blechern und zu Teilen etwas überlastet wirkt, so sind es die Melodien, die dem Stück eine einprägsame Richtung verleihen, die einen gelungenen Start darstellt. Vorab kann darüber hinaus gesagt werden, dass der Background-Gesang im Verlauf des Albums einen angenehmeren Klang verliehen bekommt.
Dragged Under zeigen klar ihre Einflüsse
Bereits in vergangenen Veröffentlichungen hielten Dragged Under nicht mit ihren Einflüssen hinter dem Berg. Auch auf „Upright Animals“ zeigt die Band, von welcher Musik sie sich inspirieren lassen. So klingen Teile in „All Of Us“, besonders der C-Teil, welcher in einem Solo mündet, stark inspiriert von Beartooth. Hier ist besonders der treibende Beat und das Riff zu nennen. Ähnlich verhält es sich beim Song „Suffer“, der in seiner Dynamik und Musikalität auch aus der Feder eines Caleb Shomo stammen könnte.
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„Never Enough“ und „Brainwash Broadcast“ weisen darüber hinaus die pop-punkige Schwere auf, die man beispielsweise von Sum 41 kennt. Damit offenbaren Dragged Under erneut die Referenz zur Band um Frontmann Deryck Whibley, wie sie es bereits zum Debüt-Album „The World Is In Your Way“ taten. Darüber hinaus weist „Brainwash Broadcast“ ein gelungenes Feature mit Underoath-Frontmann Spencer Chamberlain auf. Die beiden Vokalisten ergänzen sich auf dem Track gelungen und liefern einen tobenden, wütenden Song, mit medienkritischem Text.
An dieser Stelle sollte festgehalten werden, dass diese Referenzen keineswegs einen negativen Beigeschmack haben. Es wirkt vielmehr so, als würde sich die Band in den unterschiedlichsten Stilen ausprobieren. Damit kann auf der einen Seite ausgetestet werden, welche Stilistik den Jungs selbst gefällt. Außerdem kann zeitgleich die Resonanz der Fans gedeutet werden. Eine Win-Win-Situation.
Weiterentwicklung und Austesten
Wenn man an vergangene Releases von Dragged Under denkt, könnte der Gedanke aufkommen, dass besonders im Thema Soli gut und gerne auf Einzelparts an der Gitarre verzichtet wurde. Dieser Eindruck wurde in der Vergangenheit verstärkt, als Gitarrist Ryan „Fluff“ Bruce in seinen Twitch-Streams häufiger anklingen ließ, dass man sich beim Songwriting eher für einen catchigen Refrain, als für ein Gitarrensolo entscheiden würde.
Auf „Upright Animals“ werden Fans des shreddigen Gitarrenspiels definitiv auf ihre Kosten kommen. Solo-Parts finden sich verteilt über das gesamte Album, in der richtigen Dosierung, sodass sie die einzelnen Tracks bereichern und nicht einnehmen.
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Die richtige Dosierung findet die Band ebenfalls in der Wahl der unterschiedlichen Song-Einschläge. So wirken Songs wie „No Place Like Home“ oder „Word For Hire“ ausgesprochen jung und modern.
„See You Alive“ hingegen stellt eine packende Funkenregen-Ballade dar, die zu keinem Zeitpunkt kitschig wirkt, sondern wahre Emotionen transportiert und mit „This Is The End“ gelingt der Band ein echtes Finale. Dieses nimmt beinahe cineastische Züge an. Die Verwendung von Streichern und die geballte Dramatik zeigen die kreativen Gehirnwindungen der Herren von Dragged Under und bieten ein Potenzial, welches seinen Zenit noch nicht erreicht hat.
Foto: Jeff Schultz / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit „Upright Animals“ bringen Dragged Under ihr zweites Album an den Start. Während das Debüt-Album insgesamt einen eher abgeklärten Eindruck vermittelte, scheint es, als seien die Jungs auf den Geschmack gekommen, den ein oder anderen musikalischen Weg anzutesten. Es wirkt beinahe so, als könne „Upright Animals“ als eine Art Testobjekt gesehen werden, mit welchem sich die Band für einen zukünftigen Weg entscheidet. Welcher Weg das sein wird, bleibt abzuwarten, aber ist es nicht unglaublich spannend, eine Band genau bei diesen Schritten verfolgen zu können? Wir bleiben am Ball!

▶Tracklist 12 Songs
- 1Upright Animals
- 2 All Of Us
- 3Never Enough
- 4Crooked Halos
- 5Long Live The King
- 6Suffer
- 7See You Alive
- 8Weather
- 9No Place Like Home
- 10Words For Hire
- 11 Brainwash Broadcast (feat. Spencer Chamberlain)
- 12This Is The End
