
Sascha kennt sich als gelernter Veranstaltungstechniker ganz gut mit Technik aus und ist deswegen auf Festivals und Shows meistens hinter der Kamera anzutreffen und sieht zu, dass dort alles funktioniert und gut aussieht. Ansonsten kümmert er sich hauptsächlich um die Postproduktion von Interviews für den MCTV Channel auf YouTube. In seiner Freizeit stalkt er User und Bands auf Twitter, macht selbst Musik oder produziert Musikvideos und versucht sich als Filmemacher. Außerdem guckt er so an die 350 Filme im Jahr und wird sich nicht davor scheuen, euch welche zu empfehlen.
Es ist jetzt schon drei Jahre her, dass Marathonmann ihr letztes Album „Mein Leben gehört Dir“ veröffentlicht haben, also wurde es allerhöchste Zeit für etwas Neues.
Wem die Jungs ein Begriff sind, weiß ganz genau wieviel Gewicht auf den Textzeilen liegt und was dem geneigten Hörer in den nächsten zwölf Songs auf „Die Angst sitzt neben Dir“ abverlangt werden könnte. Eine Last, die ich gerne bereit bin zu tragen. Und das solltet ihr auch, denn um das schon einmal vorweg zu nehmen: Es tut verdammt gut.
Marathonmann beweisen Herz und Tiefe
Der erste Titel „Totgeglaubt“ beginnt mit einem wabernden Bass, der sich langsam aufbaut. Als Sänger Michi einsetzt fällt mir sofort auf, dass seine Stimme viel klarer und geschmeidiger klingt als früher. Instrumental sind wir hier ebenfalls sehr hochwertigen Post-Punk auf die Ohren.
Die beiden Videoauskopplungen „Flashback“ und „Nie genug“ folgen als nächstes und klingen noch etwas punkiger als der Opener. Ersterer sehr melancholisch und der zweite etwas fröhlicher. Was dann doch etwas im Gegensatz zum Text steht.
In dem heißt es nämlich unter anderem: „Das, was hier zählt, ist einfach funktionieren. Sich nichts anmerken zu lassen und am Ende nichts kapieren. Kein Stillstand, doch zu müde, der Motor nur auf Leerlauf. Eins, zwei oder drei, die letzte Chance ist schon vorbei.“
„Die Vergessenen“ klingen da schon wieder etwas mehr nach dem alten Marathonmann. Deutlich energischer in Stimme und Instrumenten. Textlich wird hier auch wieder viel mit Bildern gespielt. „Es geht der Tag zu Ende doch eines Tages fängt er wieder an.“
Bevor es bei „Schachmatt“ noch einen Gang höher geht, wird bei „Die Bahn“ erstmal abgebremst. Ausschließlich in Begleitung einer Gitarre dürfen noch einmal Michis Gesangskünste unter Beweis gestellt werden. Leider packt mich der Song nach mehreren Durchläufen nicht mehr so sehr, wie er es bei den ersten Malen getan hatte.
„Schachmatt“ hat den typischen Marathonmann-Sound, der sich mir über die Jahre in den Kopf gebrannt hat. Gesang kurz vor dem verzweifelten Schreien, kryptische und metrisch komplexe Textzeilen und energisch-aggressive Post-Punk-Instrumente.
Fazit
Wenn ich alle Textzeilen aufgeschrieben hätte, die mir inhaltlich gefallen und mir Bilder in den Kopf werfen, dann wäre das hier in eine lange Lyrikanalyse ausgeartet und das wäre wohl ein bisschen zuviel des Guten gewesen. Marathonmann sind auf „Die Angst sitzt neben Dir“ ein bisschen erwachsener geworden und spielen mit den Gefühlen der Hörer in den Texten, in denen sich jeder irgendwie wiederfinden sollte. alltägliche Ängste und Probleme werden hier aufgegriffen und auf wunderschöne Weise verpackt und präsentiert. Es hat beim mehrfachen Hören allerdings ein paar Längen und es ist auf jeden Fall kein Album, was man sich immer anhören kann. Aber mich hat es wirklich sehr gepackt. Einfach mal melancholisch und einfach mal wütend sein.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Totgeglaubt
- 2Flashback
- 3Nie Genug
- 4Alles wird gut, Alice
- 5Die Vergessenen
- 6Die Bahn
- 7Schachmatt
- 822 Meter Sicherheitsabstand
- 9Stigmata
- 10Tausende Augen
- 11Hobbs End
- 12Am Ende nichts


