
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Es gibt Neues von den Jungs von Crown The Empire. Drei Jahre nach ihrem letzten Album Retrograde, erscheint an diesem Freitag endlich die neue Platte mit dem Titel Sudden Sky. Die vier Texaner, die ihre Musik selbst als Metalcore mit elektronischen Einflüssen bezeichnen, spielten bereits im Vorprogramm von Bands wie We Came As Romans, Pierce the Veil, Asking Alexandria oder auch The Used. Wir haben uns die neue Platte einmal genauer angehört.
Crown The Empire spielen mit ihren Hörern
Die Band selbst sagt über das Album, dass es den Zustand beschreibt, in dem sich die Band aktuell befindet. Darin wollen sie direkte Einblicke in persönliche Ängste geben und sich mit der Welt auseinandersetzen, in der wir aktuell leben. Eine der Hauptthematiken ist dabei die Auseinandersetzung mit der Menschlichkeit.
Die einzige Möglichkeit, wirklich menschlich zu sein, ist, so die Band, sich selbst zu öffnen und damit angreifbar und verletzlich zu machen. Vorab sei gesagt, dass es die Band nicht schafft diese großen Themen vollkommen zu bearbeiten. Sudden Sky beginnt mit einem gesprochenen Intro, welches mit elektronische Beats endet und eine bedrohliche, hektische Stimmung aufbaut.
Dieses Bild wird in 20/20, dem zweiten Track, weiter fortgesetzt. Der Song geht gradlinig voran, die elektronischen Einflüsse sind hier eher dezent und das Spiel mit Be- und Entschleunigung ist sehr gut gelungen. Die Hörer erwartet ein musikalisch sehr breites Spektrum, Andrew Velasquez’ engelsgleicher Gesang, unterstützt von knackigen Screamingparts.
Generell ergänzen sich die beiden Gesangspart auf Sudden Sky sehr gut. So auch bei Red Pills, der auffällig wütend und schwer daher kommt und sicherlich eins der Highlights des Albums darstellt.
Abwechslung wird groß geschrieben
Die unterschiedlichen Gesangsarten in Kombination mit den schier unendlichen Möglichkeiten an musikalischer Darstellung lassen das Album sehr vielseitig erscheinen, sodass für jeden Hörer etwas dabei sein sollte. So ist es auch beim Titeltrack des Albums, Sudden Sky, welcher sehr aggressiv daherkommt und ein hohes Live-Potenzial besitzt, da er zum Mitsingen und Tanzen animiert.
Leider wirkt der Song an der ein oder anderen Stelle doch etwas glatt gebügelt und man vermisst die Ecken und Kanten, die man bei einem solchen Song suchen würde.
Allerdings kann die Band auch deutlich ruhigere Töne anschlagen, so beispielsweise in Under The Skin. Hier wird es deutlich dramatischer und stimmungsvoller. Es zeigt sich erneut die Vielseitigkeit von Valesquez’ Gesang, welcher von Streichern unterstützt wird und sehr persönlich wirkende Selbstzweifel thematisiert. Der Song bremst das Album und den Hörer, um ihn im darauffolgenden SEQU3NCE wieder auf Höchsttemperaturen zu bringen.
Ein weiterer Track, welcher vor Live-Potenzial nur so strotzt, ist BLURRY (out of place). Er wirkt rockiger und besitzt auch die Eigenschaften, um von der einen oder anderen Radiostation gespielt zu werden. Mit deutlich softeren Synthi-Einflüssen bilden Crown The Empire hier einen modernen Rocksong á la Bring Me The Horizon (inklusive Stimmverzerrung). Hier kann man die Konfettikanone am Ende des Konzertes förmlich schön spüren. Es bleibt also abzuwarten, ob und wie die Jungs den Song live einbinden wollen.
Fazit
Crown The Empire sprechen in ihrem neuen Album sehr große und wichtige Themen an, setzen sich mit der Welt und sich selbst auseinander und verpacken das Ganze im gewohnten, musikalischen Gewand. Vielleicht sind diese Themen doch etwas zu groß für ein Album, welches mit 10 Tracks (9 vollwertige Songs + Intro) und einer Laufzeit von knapp 35 Minuten daher kommt. Der rote Faden fehlt leider an der einen oder anderen Stelle. Das Spiel mit unterschiedlichen Stimmungen, sowie Tempi dürfte aber besonders Fans der Band gefallen, da es die musikalische Vielseitigkeit darstellt und überraschende Momente besitzt. Besonders hervorzuheben sind die Drums auf dem Album, die einen Großteil zum Stimmungswandel der einzelnen Songs beitragen.

▶Tracklist 10 Songs
- 1(X)
- 220/20
- 3What I Am
- 4LURRY (Out Of Place)
- 5Red Pills
- 6MZRY
- 7Under The Skin
- 8SEQU3NCE
- 9March Of The Ignorant
- 10Sudden Sky

