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Callejon - Hartgeld im Club
Review

Callejon

Hartgeld im Club

Album

VÖ 04. Januar 2019
Sascha Grethmann/1. Januar 2019
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S

Sascha kennt sich als gelernter Veranstaltungstechniker ganz gut mit Technik aus und ist deswegen auf Festivals und Shows meistens hinter der Kamera anzutreffen und sieht zu, dass dort alles funktioniert und gut aussieht. Ansonsten kümmert er sich hauptsächlich um die Postproduktion von Interviews für den MCTV Channel auf YouTube. In seiner Freizeit stalkt er User und Bands auf Twitter, macht selbst Musik oder produziert Musikvideos und versucht sich als Filmemacher. Außerdem guckt er so an die 350 Filme im Jahr und wird sich nicht davor scheuen, euch welche zu empfehlen.


Es ist jetzt schon knapp fünf Jahre her, dass Callejon ihr letztes Cover-Album veröffentlicht haben. In dieser Zeit ist viel passiert und die Jungs haben ihr damals promotetes „Bauern-Image“ komplett über Bord geworfen und gegen ein Hip-Hop Image ausgetauscht. Statt Mistgabeln und Lederhose gibt es jetzt also Cornrows und Grills. Und statt einer bunten Mischung von Coversongs wird sich dieses Mal komplett auf die Interpretation bekannter Hip-Hop-Songs konzentriert. Ich hör euch schon schreien, aber wartet mal kurz, bevor ihr böse Dinge in die Kommentare schreibt. Wir müssen hier ein bisschen ins Detail gehen.

Den Anfang macht „Von Party zu Party“ von SXTN. Den Song kenne ich tatsächlich. Das Original ist überhaupt nicht mein Fall, aber mal nicht so voreingenommen sein. Der Track startet mit ein paar elektronischen Samples und nach ein paar Sekunden geht es auch direkt los. Instrumental geht es ziemlich straight nach vorne, aber ich habe große Probleme BastiBasti zu verstehen. Der cleane Sprechgesang geht im instrumentalen Brett sehr unter und ist kaum verständlich. Dennoch ein guter Einstieg. Der Sound erinnert mich an die „Blitzkreuz“-Zeit von Callejon und das gefällt mir.

Als nächstes kommt Sido mit „Schlechtes Vorbild“. Hier wird nicht lange gefackelt und dieses Mal auch mit deutlich verständlicheren Vocals und cool umgesetzten Instrumentals gewerkelt. Anders ist das bei „Kids (2 Finger an den Kopf)“ von Marteria. Irgendwie ist hier alles etwas komisch und fragwürdig instrumentalisiert. Dazu ein etwas unpassender Effekt auf den Vocals.

Die nächsten beiden Songs sind „Palmen aus Plastik“ von Bonez MC und RAF Camora und „Was Du Liebe Nennst“ von Bausa. Die beiden Videoauskopplungen sind meiner Meinung nach sehr gut gelungen und es handelt sich hierbei auch die besten Cover auf dem Album. Auch, wenn „Palmen aus Plastik“ wieder an dem Problem der Sprachverständlichkeit leidet, wird die Stimmung des Originals sehr gut rübergebracht. „Was Du Liebe nennst“ geht direkt in die Vollen und klingt fast wie ein Punk-Cover. Besonders gut gefällt mir, dass BastiBasti hier trotz Shouts sehr gut zu verstehen ist.

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„Willst Du“ von Alligatoah ist da leider das genaue Gegenteil. Fragwürdige Entscheidungen bei der Orchestrierung sorgen dafür, dass mein Auge beim Anhören ein bisschen zuckt. Die unfassbar schnellen Doubletime-Vocals sorgen auch eher dafür, dass ich den Song skippen will. „Arbeit nervt“ von Deichkind ist unfassbar gut getroffen. Da gibt es knapp drei Minuten ein richtiges Brett ins Gesicht. Den Song kann ich mir Live sehr gut mit einer springenden Menge vorstellen.

Als nächstes kommen „Urlaub fürs Gehirn“ von K.I.Z und „So perfekt“ von Casper. Anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Songs, aber auch hier habe ich die Vibes nach mehrfachem Hören in mich aufgesogen. Gerade bei „So perfekt“ gefällt mir der punkige Sound.

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Hier wäre ein guter Zeitpunkt, um die Cover zu beenden, aber es kommen noch „bros“ von RIN und „Ich rolle mit meim Besten“ von Haftbefehl. Während der erste Song, genau wie das Original, ein furchtbares Autotune-Massaker ist, welches ich mir wirklich kaum geben kann, ist letzterer erstaunlich hart und macht keine Gefangenen.

Neben den elf Coversongs sind auch noch zwei komplett neue Songs dabei. Zuerst der Titeltrack des Albums „Hartgeld im Club“. Hier wurde sich Hilfe von den zwei aufstrebenden Rapperinnen Pilz und Antifuchs geholt und die beiden passen wirklich sehr gut zum Song. Die Stimmung erinnert insgesamt sehr an die „Porn From Spain“-Reihe und der Refrain ist ein ziemlicher Ohrwurm.

Apropos „Porn From Spain“. Hier gibt es endlich einen dritten Teil! Lange haben die Fans gewartet und dieses Mal gibt es neben dem üblichen K.I.Z.-Feature auch Gastpart von niemand geringerem als dem US-Rapper und Body Count-Frontmann Ice-T. Und der sitzt unfassbar gut auf den Instrumentals. Schade, dass sein Feature nur sehr kurz ist. Textlich wirkt das Ganze etwas zwanghaft und ein bisschen aufgesetzt. Aber irgendwie passt das Gesamtbild dann doch.

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Fazit:

Über den immer größer werdenden Anteil von Hip-Hop im Metal müsste man einen eigenen Artikel schreiben; aber Fakt ist, dass er nicht mehr zu leugnen ist. Callejon haben sich das zum Vorteil gemacht und zeitgleich ihren alten Sound wieder angenommen.

Ich bin ehrlich: Als ich „Hartgeld im Club“ das erste Mal durchgehört habe, fand ich es ganz furchtbar. Aber irgendwie hat es bei jedem Mal ein bisschen mehr Charme bekommen und mittlerweile kann ich es mir wirklich gut geben. Auch, wenn ein paar Cover echt „cringy“ sind und sich mir fast die Fußnägel hochrollen; andere sind dafür umso besser gelungen und „Porn from Spain 3“ und „Hartgeld im Club“ sind meiner Meinung nach wirkliche Highlights.

Ich bin mir sicher, dass die Songs live mega gut ankommen werden und ich freu mich sehr auf die Tour. Mal sehen, was Callejon als Nächstes für uns bereithalten. Ihr solltet der Platte durchaus eine Chance geben.

Wertung: 7/10

Band: Callejon

Album: Hartgeld im Club

Veröffentlichung: 04.01.2019

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Hartgeld im Club

Album

VÖ 04. Januar 2019

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Foto: Lukas Richter / Offizielles Pressebild

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Callejon ist eine deutsche Metalcore-Band, die 2002 in Düsseldorf gegründet wurde. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Sänger Bastian Sobtzick und Gitarrist Bernhard Horn aktiv. Aktuell beste…

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