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Born Of Osiris - The Simulation
ReviewDeathcoreDjentProgressive

Born Of Osiris

The Simulation

Album

VÖ 11. Januar 2019Sumerian Recordscd
Rodney Fuchs/3. Januar 2019
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R

Rodney ist unser wandelndes Musiklexikon. Als Drummer in seinen eigenen Bands sowie aushilfsweise dort, wo gerade Not am Manne ist, hat er zudem ein ausgeprägtes rhythmisches Verständnis. Apropos Rhythmus: Es ist uns schier unbegreiflich, wie er seine Tätigkeiten als Musiker, Booker, Redakteur und Photograph für drei Magazine, freier Journalist, Masterstudent, Food-Blogger, Wein-Connaisseur, Bowle-Barista, Freund und Liebhaber in seinem Tagesablauf untergebracht bekommt. Apropos Wein: Ein Best-of Rodneys wochenendlicher Sprachnachrichten ist zwar nicht geplant, aber auch nicht unwahrscheinlich.


Manchmal habe ich das Gefühl, dass die guten Zeiten des Progressive Deathcore bereits hinter uns liegen. Zeiten, in denen Alben wie „The Discovery“ oder Veil Of Mayas „Eclipse“ meine Playlisten waren und weitere Bands wie Circle Of Contempt, The HAARP Machine oder die frühen Betraying The Martyrs eine prosperierende Zukunft des Genres vorhersagten. Doch haben sich diese Bands, mit Ausnahme von Circle Of Contempt entweder aufgelöst oder ihren Stil stark verändert. Die Musik von Veil Of Maya und Born Of Osiris wurde nicht nur repetitiv, sondern poppig und „sumerionized“. Was das bedeutet? Das Label Sumerian Records hat seinen eigenen Sound kreiert und es wirkt, als würden sich die Bands um den Label CEO Ash Avildsen stark an einer gewissen Formel orientieren. So kam es, dass die frühen Signings des Labels: Born Of Osiris, Veil Of Maya, After The Burial und Periphery nahezu assimiliert und damit kaum noch individuell agierten und für mich nicht mehr interessant wurden.

Born Of Osiris haben für viele nie wieder erreicht, was sie auf „The Discovery“ dargeboten haben. Viele schieben dies darauf, dass Jason Richardson an diesem Album beteiligt war. Andere jedoch behaupten, dass er bis auf einige Soli nichts mit dem Songwriting zu tun hatte. Das ändert aber nichts an der Tatsache, wie vielschichtig eben dieses Album, das auch mich musikalisch sehr geprägt hat, doch eben ist. Die Diskographie von Born Of Osiris hat jedoch einen weiteren Meilenstein, der sich „The New Reign“ nennt und das Debütalbum der Band ist.

Wer Born Of Osiris bereits live gesehen hat, wird wissen, wie hoch der Anteil an Songs ist, die sich auf diesem Album, das eigentlich mehr eine EP ist, befinden. „Open Arms To Damnation“, „Abstract Art“ oder „Bow Down“ sind wahre Publikumslieblinge der Band. So entschlossen sich die US Amerikaner ihr Debüt (unter dem Namen „The Eternal Reign“) 2018 neu aufzunehmen und um den Titel „Glorious Day“ (einem Song aus den Sessions zu „The New Reign“) zu erweitern. Das Resultat ist ein überarbeiteter Mix der Klassiker, die so viel besser daherkommen, als die letzten Releases der Band.

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Zwar finden sich auf „Tomorrow We Die Alive“ und „Soul Sphere“ auch einige gute Songs. Doch fokussierte sich die Band viel mehr auf Eingängigkeit, Synthesizer und Breakdowns, die im Vergleich zu den früheren Werken sehr flach und undurchdacht wirkten. Keyboarder Joes Buras jedoch wurde mehr in den Gesang eingebunden und fungiert seit „Tomorrow We Die Alive“ viel mehr als Backing Vocalist der alle Cleanparts übernimmt und diese, wie zum Beispiel bei „Absolution“ zu hören, sehr stimmig in das Gesamtkonstrukt der Musik von Born Of Osiris einbaut.

The Simulation

Doch wie klingen Born Of Osiris 2019, nachdem sie ihr altes Album quasi recycled haben? Zugegeben, wenn man sich betrachtet, dass „The Simulation“ ein, mit 8 Songs, sehr knapp bemessenes Album ist, zeigt sich eine gewisse Parallele zum Debüt der Band auf. Auch die knappen 25 Minuten lassen kaum zu, von einem Full-Length-Release zu sprechen. In Anbetracht der Tatsache, dass „Soul Sphere“ 2015 und damit vor mittlerweile mehr als drei Jahren veröffentlicht wurde, ist diese Ausbeute eher mager und lässt nicht für die Kreativität der etwas vollgepackten Alben sprechen. Doch wie klingt „The Simulation“ denn nun?

Kurz und knapp: Es gelingt Born Of Osiris mich erstmals seit „The Discovery“ wieder voll in ihren Bann zu ziehen und ich habe das Gefühl, dass in diesem Fall das Sprichwort „Weniger ist mehr“ gilt.

Ausführlich: Born Of Osiris haben es geschafft ihr Album vollends überzeugend zu strukturieren und verzichten dabei auf unnötige „Filler“, die die zuvorigen Releases eher abgewertet haben. Jeder Song auf „The Simulation“ weiß mit eigener Attitüde zu überzeugen. Einzig „Recursion“, ein 53-sekündiges Interlude das eigentlich nur auf Sounddesign und ein paar Synths basiert, hätte man sich objektiv betrachtet sparen können. Subjektiv baut es allerdings Spannung auf und sorgt für eine auf dem Album vorherrschende Kohärenz.

Das folgende „Analogs In A Cell“ arbeitet in „Born Of Osiris’scher Manier und hat neben vertrackten Breaks und orientalischen Gitarrenskalen einen verdammt geilen Chorus, der mit mysteriösen Vibes unfassbar überzeugend zwischen den wiederkehrenden Gitarrenläufen fungiert. „Analogs In A Cell“ stellt die perfekte Symbiose aus den Elementen der bisherigen Born Of Osiris-Alben dar und wäre wohl eine bessere Single gewesen als die gewählten zwei Songs.

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„Disconnectom“ greift auf, was auf „The New Reign“ oft nicht wertgeschätzt wurde. Die Riffs, der Sound und die generelle Stimmung passt hervorragend auf dieses Album und wird durch abrupte Wechsel und passende Synthies, sowie dem sehr orchestralen Blastbeat-Part zu einer wilden Erfahrung. „Under The Gun“ ist ein verdammt eingängiger Song, der insbesondere durch Joe Buras angeraute Vocals verdammt cool und lässig daher kommt, während die Synthies mit einem verdammt schicken Clean Part eine ganz neue Seite der Band aufzeigt, die so überraschend gut passt und diesen Song so angenehm massentauglich macht, dass ich mir wünsche ihn im Radio zu hören. Der Anfang von „Silence The Echo” mag eines der technischsten Parts auf „The Simulation“ sein, wie der Groove bereits unter Beweis stellt. Die generell sehr düstere Stimmung des Tracks spiegelt sich in den Breaks wider, die verdammt viel Drive und Power haben. Insgesamt basiert „Silence The Echo“ jedoch auf einer ziemlich poppigen Struktur, die den Song, trotz vertrackter Rhythmik so zugänglich macht und möglicherweise ausschlaggebend dafür war, diesen als Single zu releasen.

Es ist schade, dass Born Of Osiris ihr neues “Album” auf 25 Minuten beschränken. Allerdings spricht die Qualität der Songs dafür, dass das Album in seiner Kürze stets überzeugend bleibt. Man könnte fast meinen, dass Born Of Osiris die besten Songschnipsel der letzten zehn Jahre genommen und quasi “recycled” haben. „The Simulation“ ist für mich zweifelsohne das erste Release seit „The Discovery“ und damit das einzige das mich wirklich gepackt hat. Born Of Osiris spielen alle ihre Karten aus und zeigen in einem musikalischen Potpourri der letzten zehn Jahre, dass sie es noch immer drauf haben. Wenn man glauben darf, was die Band ankündigte wird es neben “The Simulation” noch ein weiteres Release im Jahr 2019 geben. Wenn dieses auch nur ansatzweise an das Level von “The Simulation” kommt, haben Born Of Osiris einen alten und langjährigen Fan wiedergewonnen. Oder simulieren Born Of Osiris doch nur?

Wertung: 8,5/10

Band: Born of Osiris

Album: The Simulation

Veröffentlichung: 11.01.2019

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Born Of Osiris - The Simulation

Born Of Osiris

The Simulation

Album

VÖ 11. Januar 2019

cd

Sumerian Records

▶Tracklist 8 Songs
  1. 1The Accursed
  2. 2Disconnectome
  3. 3Cycles Of Tragedy
  4. 4Under The Gun
  5. 5Recursion
  6. 6Analogs In Cell
  7. 7Silence The Echo
  8. 8One Without The Other
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Born Of Osiris·Deathcore·Djent·Progressive

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Born Of Osiris
Foto: Peter Detje

Born Of Osiris

USASeit 2003

Born Of Osiris gründeten sich 2003 als Diminished, änderten 2005 ihren Namen in Rosecrance und fanden 2007 zu ihrem bestehenden Namen. Der Grund für den erneuten Namenswechsel war der musikalische Dur…

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