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Turnstile: Ex-Gitarrist erhebt Missbrauchsvorwürfe

Sänger Brendan Yates dementiert die Anschuldigungen in veröffentlichten privaten Chats.

VON AM 31/03/2026

Brady Ebert, Gründungsmitglied und Ex-Gitarrist von Turnstile, hat seine öffentlichen Vorwürfe gegen seine ehemaligen Bandkollegen vergangenes Wochenende massiv verschärft. Neu hinzugekommen sind Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Sänger Brendan Yates und Drummer Daniel Fang – neben bereits bekannten Vorwürfen der Veruntreuung von Tantiemen und Spendengeldern. Turnstile hat sich dazu bislang nicht öffentlich geäußert.

Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs

Die schwersten Vorwürfe betreffen mutmaßliches missbräuchliches Verhalten von Yates und Fang gegenüber Frauen, besonders kurz vor und nach Eberts Rauswurf 2022. In einer Instagram-Story vom 28. März schrieb Ebert: „Turnstile war kurz bevor ich sie verließ eine Band aus Triebtätern und ist es laut vielen Frauen, die mit ihnen zu tun hatten, seitdem noch schlimmer geworden. Delia, die von Dan Fang missbraucht wurde, fällt mir dabei als Erstes ein.“

Als vermeintlichen Beleg teilte Ebert private Chat-Verläufe mit Yates. Darin wirft er dem Sänger Sex mit einer Minderjährigen unter Drogeneinfluss vor. Yates reagierte darauf mit sarkastischem Dementi:

„Ja, klar, ich habe jemanden vergewaltigt und es dann stolz herumerzählt. Was willst du mir verdammt noch mal damit sagen?“

Ebert daraufhin:

„Genau das hast du, du verlogene Schlampe. Du hast erzählt, dass ein Mädchen an den Merch-Tisch kam und dir erzählte, sie sei die ganze Nacht raven gewesen und hätte gerade Ecstasy genommen. Du meintest, sie hätte dir auf der Toilette den Schwanz gelutscht, und dass das Problem dabei sei, dass sie erst 16 Jahre alt war. Ich fragte dich, ob du das vorher wusstest und sagtest, sie hätte es dir auf dem Weg ins Bad gesagt.“

Woraufhin Yates unmissverständlich dementierte:

„Das ist nie passiert“ – und fragte Ebert, ob dieser high sei. Woraufhin der Gitarrist antwortet: „Das ist eine Lüge. Ja, ich bin high. Du weißt schon, dass dieser Trick schon in den Sechzigern alt war? Die haben dieselbe Technik genutzt, um die Black Panthers und die Anti-Kriegs-Demonstranten zu diskreditieren. Niemand kauft dir das mehr ab, Dummkopf.“

In einer zusammenfassenden Aussage schrieb Ebert außerdem zur Band:

„Unterm Strich haben Turnstile von mir Millionen gestohlen, Tausende von Wohltätigkeitsorganisationen, mich gegaslightet […] als Versuch mich davon abzuhalten, über ihr missbräuchliches Scheißverhalten gegenüber Frauen und anderen aus der Community zu sprechen.“

Vorgeschichte: Rauswurf, Gericht und Spendengelder

Die aktuelle Eskalation hat eine längere Vorgeschichte. Ebert war seit der Bandgründung 2010 dabei und spielte auf drei Studioalben: „Nonstop Feeling“ (2016), „Time & Space“ (2018) und „Glow On“ (2021). Im August 2022 trennten sich Turnstile von ihm unter ungeklärten Umständen. Drummer Daniel Fang beantragte damals eine einstweilige Verfügung gegen Ebert, die jedoch vom Bezirksgericht Maryland mangels gesetzlicher Grundlage abgelehnt wurde.

Große Öffentlichkeit bekam der Konflikt erst im Januar 2026, als Turnstile ein „Abolish ICE“-Posting teilten. Ebert warf der Band vor, ihr soziales Engagement sei nur eine Fassade und erhob gleichzeitig finanzielle Vorwürfe: Bei einem frühen Benefizkonzert soll Yates 4.000 von 10.000 gesammelten Dollar veruntreut haben – angeblich unter dem Vorwand, die Merchandise-Rechnung begleichen zu müssen.

Diese Aussagen kosteten Ebert den Platz in seiner neu gegründeten Band The S.E.T., die ihn noch vor Veröffentlichung ihrer Debüt-EP rauswarf. “Wir werden seine lächerlichen Kommentare und sein Verhalten gegenüber den Mitgliedern unserer Band und unserer Community nicht hinnehmen”, hieß es in dem Statement der Band.

Bei den genannten Vorwürfen handelt es sich ausschließlich um Behauptungen von Brady Ebert. Unabhängige Anschuldigungen Dritter gegen Brendan Yates oder Daniel Fang liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Foto: Jimmy Fontaine / Offizielles Pressebild

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