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Foto: Pia Böhl · @piaboehl
Slipknot-Gitarrist Jim Root über kollaboratives Songwriting: „Es gehört eine Menge Vertrauen dazu“
Music

Slipknot-Gitarrist Jim Root über kollaboratives Songwriting: „Es gehört eine Menge Vertrauen dazu“

"Man weiß nicht immer, was das Beste ist."

Lisa Kaiser/3. Oktober 2024· Aktualisiert 6. April/4 Min.
L

Lisa Kaiser


Slipknot/Music·#Slipknot
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Slipknot feiern aktuell das 25-jährige Jubiläum ihres Selftitled-Debütalbums. Während den Aufnahmen des Erstlingswerks im Jahr 1999 stieß auch Gitarrist James „Jim“ Root zu der Band – und ist bis heute fester Bestandteil. In einem Interview mit der YouTube-Show Guitar Moves gibt der Musiker nun tiefe Einblicke in den Songwriting-Prozess der Band und erklärt, wie wichtig „Offenheit und Vertrauen“ in seine Bandkollegen in diesem Prozess sind.

Sklipknot: Jim Root über die Hürden beim kollaborativen Songwriting

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Es gibt Bands, in denen lediglich ein Mitglied den kreativen Prozess steuert. Viele Bands schreiben ihre Musik aber zusammen – so auch Sipknot. Dass das allerdings nicht immer so leicht ist, erklärt Root in dem Interview mit Guitar Moves:

„Ich bin im Nachteil, weil ich kein Texter bin – ich kann keinen Gesang schreiben. Ich weiß nicht, was ich da mache – also habe ich das Gefühl, dass mir die Hälfte dieser Welt verschlossen ist“, gibt der Gitarrist zu. Er führt fort:

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„Es ist fast so, als hätte man nicht alle Sinne beieinander. Wenn ich also ein Arrangement schreibe, muss ich irgendwie raten, was Corey [Taylor] oder derjenige, für den oder mit dem ich den Song schreibe, stimmlich machen würde. Oder ich denke: ‚Das wird er tun. Hier ist ein epischer Part, den er singen soll‘, und dann schreibt er einen Scratch-Text dazu und singt nicht einmal auf diesem Part. Ich sage dann: ‚Das ist der epische Teil des Songs, auf dem du glänzen kannst, und du hast noch nicht einmal darauf gesungen.'“

Sobald die erste Idee präsentiert wurde, schicken sich der Gitarrist und Frontmann Corey Taylor die Musik „hin und her“. Die unterschiedlichen Blinkwinkel der Musiker sorgen anschließen dafür, dass aus der anfänglichen Idee ein Song entsteht – und der kann am Ende ganz anders als sein Ursprung klingen.

„Jeder hat eine andere Herangehensweise an die Dinge – du und ich könnten genau das Gleiche spielen, aber wir hören es anders, unsere Herangehensweise wäre völlig anders, was das Tolle an der Gitarre und an Instrumenten im Allgemeinen ist“, erklärt Root.

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„Wenn ich Corey ein fünfminütiges Arrangement gebe, was ich mir ausgedacht habe, mir die Zeit genommen habe, die Gitarren übereinander zu schichten, den Bass darauf zu legen und das Schlagzeug und die Keyboards zu programmieren, um es zu verdichten, und es sich für mich wie ein Song anhört, dann hört er Abschnitte, die ich als, sagen wir mal, Pre-Chorus plante, vielleicht als Teil einer Strophe, so wie er über Musik denkt. Aber so kann die Entwicklung unserer Musik verlaufen. Dann gibt er es mir zurück, und ich sage: ‚Okay, Moment mal. Du siehst das so, also muss ich vielleicht meine Vorstellungen von diesem Song ändern.'“

Das Ablegen des Egos als wichtige Lektion im Schreibprozess

Wie Root betont ist es deshalb umso wichtiger die Vorschläge des Anderen anzunehmen: „Man muss seine Idee loslassen und sehen, wohin sie gehen kann und als Zusammenarbeit wachsen lassen.“

Eine wichtige Rolle für einen gesunden Schreibprozess spielen demnach „Offenheit und Vertrauen“. Root erzählt:

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„Es gehört auch eine Menge Vertrauen dazu. Vertrauen, Geduld und objektive Meinungen, denn man weiß nicht immer, was das Beste ist. Man denkt vielleicht, dass man weiß, was das Beste ist, ’nun, ich habe diese Idee geschrieben. Dieses Riff kam aus meinem Kopf, also weiß ich, was das Beste dafür ist.‘ Aber das ist nicht immer der Fall. Es kann sein, dass jemand kommt – Sid [Wilson] kann kommen und eine Sache machen, bei der es auf einmal heißt: ‚Heilige Scheiße. Das ist es, wohin es gehen muss.‘ Und die erste und zweite Platte sind voll von solchen Sachen. Verdammt, sogar ‚.5: The Gray Chapter‘ und andere Platten, wenn Sid eine bestimmte Sache nicht gemacht hätte, oder wenn Mick [Thomson] einen bestimmten Effekt nicht auf seinem Pedalboard gehabt hätte, wäre es vielleicht ein ganz anderer Song geworden.“

Nach über 25. Jahren Bandgeschichte und zahlreichen Mitgliederwechseln, hatte der Gitarrist genug Zeit, diese Art der Zusammenarbeit zu erlernen.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)


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