Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.
M. Shawn „Clown" Crahan, Percussionist und Slipknot-Mitgründer, hat in einem neuen Podcast enthüllt, dass er eine Herzoperation benötigt. Das Gespräch erschien als neue Episode des Tetragrammaton With Rick Rubin Podcasts – produziert von demselben Rick Rubin, der einst Slipknots "Vol. 3: (The Subliminal Verses)" (2004) produzierte. Im längeren Interview sprach Crahan offen über seinen körperlichen Zustand und die Opfer, die er für die Band gebracht hat.
Herzprobleme nach der Tour entdeckt
Die Diagnose kam unerwartet: Crahan besuchte nach der letzten Slipknot-Tour einen Arzt, weil er sich nicht gut fühlte. Beim Versuch, ein EKG aufzunehmen, reagierte das Gerät nicht wie erwartet – das Krankenhauspersonal vermutete zunächst einen Herzinfarkt. Wie Crahan im Podcast erklärte, hat sein Herz einen unregelmäßigen Rhythmus: Seine Ruheherzfrequenz liegt nachts bei 43 Schlägen pro Minute, tagsüber fällt sie teils auf 33 ab.
Zunächst stand ein Herzschrittmacher im Raum. Er befürchtete, damit seine Tour-Karriere beenden zu müssen. Sein Arzt beruhigte ihn jedoch: Der geplante Eingriff ist laut Crahan minimal-invasiv.
"Normalerweise ist man noch am selben Tag wieder draußen. Sie reißen einen nicht auf. Es geht um irgendetwas mit der Elektrik", erklärt Crahan im Interview.
Crahan fasste die Situation mit einer Mischung aus Frustration und Dankbarkeit zusammen und brachte dabei seinen ambivalenten Bezug zur Band zum Ausdruck:
"Da sagt er [der Arzt]: 'Oh nein. Es wird Ihnen besser gehen.' Und da bin ich einfach ausgerastet. Ich dachte nur: Ich komme da um nichts in der Welt mehr raus. Ich dachte mir: Es gibt nichts, nicht einmal mein Herz. Es wird besser werden, dank Slipknot. Ich habe einen Privatarzt, weil ich bei Slipknot bin und mir alles erlauben kann, und die sagen: ‚Nein, du wirst dich besser fühlen.' [...] Es ist wunderbar. Ich habe Glück.“
Slipknot und die körperlichen Kosten
Crahans Herzproblem reiht sich in eine lange Liste körperlicher Belastungen ein, die sich über Jahrzehnte auf der Bühne angesammelt haben. Die gravierendste davon: Beim Slipknot-Auftritt am 5. November 2021 beim Knotfest L.A. riss er sich den Bizeps und verlor 25 Prozent der Muskulatur in seinem rechten Arm.
Bereits früher hatte er sich bei einer Australien-Tour das Knie demoliert. Gegenüber CityBeat im Juli 2012 beschrieb er den Vorfall so:
„Ich musste mich vor etwa fünf Monaten einer Operation unterziehen – die Folge einer ziemlich idiotischen Aktion während einer Tour in Australien. Ich bin von meinem Podest gesprungen und habe mir dabei das Knie ziemlich übel zugerichtet – den Meniskus und alles drum und dran. Also musste ich operiert werden. Die OP fand genau an dem Tag statt, an dem auch die erste Show des Mayhem Fest begann. Ich hatte absolut keine Zeit für eine vernünftige Rehabilitation."
Dass er trotzdem weitermacht, ist für Crahan scheinbar eine Selbstverständlichkeit. Gegenüber LA Weekly erklärte er im selben Jahr, wie er mit der Diskrepanz zwischen seinem verletzten Körper und seiner Bühnenrolle umgeht:
"Ich verletze mich ständig. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich ein Tollpatsch bin oder ein Idiot – ich habe keine Ahnung. [...] Ich mache mir allerdings keine Sorgen um mich selbst. Ich mache mir Sorgen um „Clown“. Clown wird meine körperliche Schwäche einfach hinnehmen und mir sagen, ich solle damit klarkommen. Und dann kann Clown nach der Show einfach wieder verschwinden, während ich mit all den Schäden sitzenbleibe."
Einen Termin für die Herzoperation hat Crahan bislang nicht kommuniziert. Die vollständige Episode von Tetragrammaton With Rick Rubin könnt ihr hier direkt sehen:
YouTube Video
Beim Abspielen werden Cookies gesetzt und Daten an YouTube übertragen.