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Rammstein: Das sind die 10 wichtigsten Songs der Band

Der Querschnitt einer Bandhistorie.

VON AM 11/04/2022

Der Name ist Programm: Feuer, Provokation, martialische Aggression und Brutalität. Jeder weiß was, er / sie zu erwarten hat, wenn der Name Rammstein fällt. Deutschlands größter metallischer Exportschlager ist erfolgreicher denn je, heißer denn je. Till Lindemann und Co. haben seit ihrer Gründung 1994 die Welt im Sturm erobert, Hallen gefüllt, Rekorde aufgestellt und wieder gebrochen. 2022 soll es nun soweit sein: Ein neues Album der Schockrocker ist im Anflug!

Rammstein stehen in den Startlöchern. Seit Monaten erreichen uns Bilder aus den Studios und die Gerüchteküche brodelt. Anfang März musste die Katze dann aus dem Sack: Mit “Zeit” liefern Rammstein das erste neue gemeinsame Material seit drei Jahren. Auch das Erscheinen des neuen Albums, welches ebenfalls den Titel “Zeit” tragen soll, ist in greifbare Nähe gerückt. Bereits am 29. April 2022 wird der Nachfolger der 2019er Selftitled-LP die Plattenregale schmücken. Die Spannung steigt!

Um die Vorfreude noch ein wenig zu pushen, ist jetzt ein passender Moment, nochmal zu rekapitulieren und sich mit den wichtigsten Tracks der Bandgeschichte zu beschäftigen – was (mir) gar nicht so leicht fällt.

Das sind die wichtigsten Songs von Rammstein

So begab es sich, dass ich mich aufmachte, die besten Songs meiner Lieblingsband auszumachen und niederzuschreiben. Schwierig. Warum? Rammsteins Songs sind eine Riesen-Sammlung aus ambivalenten, dramatischen, obszönen und theatralischen Gefühlswelten, die vor allem lyrische Tiefe und einen weiten Interpretationsspielraum bieten. Dieser Beitrag ist also eher ein Versuch, das Rammstein-Universum möglichst kompakt in zehn ihrer Songs zu verpacken und wiederzugeben, was die Begeisterung an dieser Band ausmacht.

So werde ich im Folgenden meine handverlesenen VIS (Very Important Songs) zusammen notieren und erzählen, was das Besondere an ihnen bzw. die Geschichte dahinter ist. Zur musikalischen Untermalung findet ihr auf Spotify eine nicht ganz so komprimierte Best-Of-Liste der 30 besten Rammstein-Songs.

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“Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?” – Feuriges Versprechen

Starten wir einmal in chronologischer Reihenfolge mit einem Track des ersten Albums der Band. „Herzeleid“ erschien 1995, ein Jahr nach Gründung der Band. Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider und Flake Lorenz überzeugen mit ihrem Debüt zuerst das nationale Publikum, wenig später auch die ganze Welt. Während sich Lindemanns Stimme über seine Karriere hinweg zu einem klaren, klagenden Opern-Bass hin entwickelt, klingt sie auf „Herzeleid“ noch wunderbar roh, martialisch, fast “spuckend”.

Der Sound ist schärfer, die Gitarren schneiden die Luft und Rammstein prägen mit ihrem “Tanzmetall” ein ganz neues Genre: Neue Deutsche Härte oder allgemeiner und international: Industrial. Bis heute sind sie damit die berühmtesten Vertreter. “Wollt Ihr Das Bett In Flammen sehen?” ist der Opener und somit ein bisschen der Starter und der Grundstein der Band. Er gibt als Nummer 1 die brachiale Richtung und Härte vor, der die Band bis heute die Treue hält. Und ganz ehrlich: Wollt ihr nicht auch das Blut vom Degen lecken?

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“Seemann” – melancholische Breitseite

Bleiben wir beim ersten Album. Darauf finden wir nämlich auch meine Lieblings-Ballade der Brachial-Bande: “Seemann”. Mit jenem beweisen Rammstein das erste Mal, dass sie auch sanft und gefühlvoll können. Für den Track wurde das zweite Musikvideo in Rammsteins Karriere produziert, welches aber bereits recht aufwendig daher kommt.

Im Video erscheinen Till Lindemann und Co. mit nackten Oberkörpern in Sand eingebuddelt und bei dem Versuch, erfolglos mit einem Seil das Requisiten-Schiff aus dem Dreck zu ziehen. Zu Beginn ertönen träumerische Gluckslaute, die dann von Olis stimmungsvoller Bass-Melodie abgeholt werden. Die scheppernden E-Gitarren-Riffs verdüstern die Szenerie, sowie Tills Stimme und Vocals, die zunächst liebevoll klingen und dann eine melancholische, dramatische Atmosphäre zaubern. Zum Schwermut-Track No.1 der Band vom Prenzlauer Berg findet ihr übrigens auch ein Making-Of-Video auf Youtube – absolut sehenswert:

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2019 nutzten die sechs Rammsteine auf ihrer “Europe Stadium Tour” ihre erste Ballade als musikalische Untermalung für eine besondere Live Performance: Da zunächst “Ohne Dich” auf der B-Stage im Publikum gezeigt wurde, “ruderten” fünf Bandmitglieder per Gummiboot über das Publikum zur Hauptbühne zurück. Sänger Till Lindemann empfang sie dort mit einem “Willkommen”-Schild. Die Geste in Verbindung zum Text, der “Gestrandet sein” ausdrückt setzte ein Zeichen für die Aufnahme von Flüchtenden. Nicht das erste Mal, dass Rammstein so politisch Stellung bezieht.

“Sehnsucht” – Hammernder Headbanger

Die zweite LP „Sehnsucht“ der Berliner erscheint 1997, meinem Geburtsjahr. Darauf zu finden sind einige Tracks, auf denen Rammstein nochmal das manifestieren, was sie mit „Herzeleid“ versprochen haben: Die Verbindung aus brutaler Provokation und gnadenlos martialischer Brachialität – sowohl musikalisch und lyrisch als auch visuell. Das obszöne Erfolgsrezept geht auf: Rammstein sind 1997 bereits erfolgreicher als irgendeine andere deutsche Metal-Group und feiern mit ihrem zweiten Studioalbum ihren ersten Charterfolg.

Gerade die Single “Sehnsucht” zeigt das perfekte Maß an Tempo, Härte und Energie, das den Rammstein-Sound ausmacht. Ein Headbang-Rhythmus, der seinesgleichen sucht und bis heute Teil der Live-Performance der Truppe ist – zurecht. Legendär: Lindemann packt hier den berüchtigten “Till Hammer” aus, bei welchem er sich im Refrain zum Takt die Oberschenkel mit den Fäusten malträtiert. Einer meiner Lieblingssongs, weil er so einen mitreißenden Drive hat, den man sich als Schwermetallliebhaber nicht entziehen kann.

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“Stripped” – Gefährliche Ästhetik

Wenn etwas zu Rammsteins Karriere gehört, außer Pyrotechnik und schwarzer Romantik, dann sind es Skandale. Sexualität und Gewalt – am besten noch in Kombination werden auf „Sehnsucht“ und „Mutter“ zu Rammsteins Top-Thematiken. Menschliche Abgründe aus Täterperspektive beschäftigen die Band. Vergewaltigung, Mord, Gewaltfantasien, Inzest, Sadismus, Kannibalismus. Dass die heile Welt davon schockiert ist, ist natürlich gewollt. Doch es bringt den Rockern nicht nur Ruhm und Publicity ein, sondern auch jede Menge Ärger. Sie werden für ihre sexuelle Explizitheit verhaftet, verklagt, sogar indiziert oder auf Porno-Plattformen verbannt. Doch was ihnen bis heute zu Unrecht anhaftet, ist die Nazi-Keule. Lindemanns rollendes R und ihr teutonisches, martialisches Auftreten irritieren bis heute die deutsche Musiklandschaft.

Ein Skandal ist das Musikvideo zu Rammsteins Cover des 80er Jahre Depeche Mode-Klassikers “Stripped”. Zum ersten Track, den Rammstein auf Englisch interpretierten, musste natürlich ein besonderes Video her. Die Band entschied sich dazu, sich am Bildmaterial von Leni Riefenstahls Kurzfilm “Olympia” von 1936 zu bedienen, was für einen großen Aufschrei sorgte. Riefenstahl gilt als Nazi-Sympathisantin, was das Material eigentlich unantastbar machte. Rammstein äußern sich bis heute dazu, die Bilder einfach als sehr passend zur Musik empfunden zu haben. Auch ein cooles Making-Of dazu findet ihr hier:

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“Stripped” in der Rammstein-Variante erschien auf der Depeche Mode-Tribut-Platte For The Masses. Es war der erste englische Song der Truppe und gerade bei Live-Szenen sieht man, dass Till die Aussprache noch nicht ganz so leicht von den Lippen geht. Trotzdem ist es einer meiner Lieblingssongs, da er dem Original Energie und einen stampfenden Beat anheftet. Rammstein beweisen darauf erstmals ihre musikalische Vielseitigkeit und Kreativität.

„Links 2,3,4“ – Kante gegen rechts

Wo wir schon bei Nazi-Keule sind: Tatsächlich gibt es neben Performance-Gesten wie das oben genannte “Willkommen”-Schild, ein homosexueller Kuss auf Russlands Bühne oder der Regenbogenflaggen-Fahrt in Polen auch einen Track, mit dem Rammstein ihre politische Gesinnung ein für alle Mal kenntlich machen wollten.

“Links 2,3,4” erscheint 2001 auf der „Mutter“ der Rammstein-Alben. Ein Song, der ironischerweise von einem militärischen Marsch-Rhythmus lebt, erzählt von der eigentlichen politischen Richtung der ehemaligen DDR-Bewohner. Offensichtlicher könnte dieses lyrische Statement wohl kaum ausfallen: “Sie wollen mein Herz am rechten Fleck, doch seh ich dann nach unten weg. Mein Herz schlägt links.” Auch das Musikvideo, in dem Ameisen Fußballspielen und ein Rammstein-Konzert besuchen, besticht mit der provokativen Ambivalenz von militärischem Einheitsbrei und dem sowjetischen Kommunismus-Gedanken.

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“Feuer Frei!” – Poesie und Pyromanie

“Feuer Frei!” steht hier stellvertretend für alle pyromanischen Tracks der Feuerteufel. Schon seit dem ersten Album nutzt die Band das Element als Stilmittel auf der Bühne und auch in ihren Texten. Sich Rammstein ohne Feuer im Programm vorzustellen – mittlerweile unmöglich. Das war zwar nicht immer so, manifestierte sich aber doch früh. Till Lindemann wusste zu Beginn von Rammstein auf der Bühne nichts mit sich anzufangen. In der Band First Arsch, in der er zuvor bereits mit Richard aktiv war, schlug er noch in die Becken. Etwas überfordert also, was er mit seinen Händen anfangen soll, beginnt der Berliner auf der Stage zu zündeln – der Rest ist Geschichte.

Außer der Bedeutung des Feuers in allen Formen in ihren Live-Performances wurde es auch zum redundanten Leitmotiv in vielen Tracks der Band. Natürlich ist Rammstein immer mit Ironie und einer interpretativen Vielschichtigkeit zu betrachten, das Element Feuer kann aber häufig in ihren Lyrics mit Schmerzbildern, Gewalt und sadistischen Motiven gedeutet werden (“Getadelt wird wer Schmerzen kennt / Vom Feuer das in Lust verbrennt”).

Der Track “Feuer Frei!” erscheint ebenfalls auf dem 2001er Album „Mutter“ und überzeugt erneut mit maschinenhafter Präzision der Gitarren, wahnsinnig klingenden Synths, Explosionen, dem lyrischen Spiel aus malerischen Metaphern und dem stoischen “Bäng Bäng!”. Der Track durfte sogar als musikalische Untermalung des Action-Streifens „xXx – Triple X“ mit Vin Diesel herhalten.

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“Keine Lust” – Alles andere als faul

2004 erscheint das Album „Reise, Reise“ und damit ein Track, der sich durch seinen legendären Auftritt beim Echo 2005 gut in Erinnerung gebrannt hat (obwohl diesmal kaum Pyro am Start war). “Keine Lust” ist die vierte Singleauskopplung und liefert mit ihrem treibenden, vorangehenden Drive und dem im Ohr verharrenden, redundanten “Ich hab keine Lust” einen energiegeladenen Banger zum Mitschmettern. Einer meiner Favorites, den sich schon einige meiner Freund*innen des Öfteren in Kurz- und Langform geben mussten – der Text passt doch zu oft.

Für das Bildmaterial von “Keine Lust” erhält die Band 2005 sogar einen Viva Cometen in der Kategorie “Bestes Video”. Die dargestellte Lust- und Maßlosigkeit der Band, die sich nach Jahren des Ruhms zum Proben wieder trifft, wird durch ein aufwendiges Make-Up und Costuming unterstrichen: Fünf der sechs Bandmitglieder tragen Fett-Anzüge und wurden in 12-stündigen Sessions zu reichen Fettsäcken. Die Limos, die sie zu Beginn in den Proberaum fahren, wurden ebenfalls als Transportmittel beim Echo 2005 genutzt:

https://www.youtube.com/watch?v=_Wi3DMt4KOU

“Rosenrot” – Märchenstunde

Nicht mal ein ganzes Jahr später erscheint Rosenrot, das fünfte Studioalbum der Band. Die kurze Zeit dazwischen ist dem Material geschuldet. Eigentlich sollten nämlich sechs der elf Tracks der Platte bereits auf „Reise, Reise“ erscheinen. Eventuell damit im Zusammenhang steht auch die Beliebtheit des Albums. Denn obwohl „Rosenrot“ direkt auf Platz 1 der deutschen Charts einsteigt, gibt es keinen wirklichen Hit auf der Platte.

Trotzdessen muss man die Bedeutung des Titeltracks “Rosenrot” und seines Videos hervorheben. Denn Tills Lyrics kommen nicht von irgendwo. Rammstein bedienen sich während ihrer ganzen Karriere oft an deutscher Lyrik, Poesie und Mythologie. Den klassischen Märchen-Geschichten wird dann oft ein besonders düsterer und makabrer Stempel aufgedrückt (als wäre das bei den Gebrüdern Grimm nötig). So auch bei “Rosenrot”. Während der Titel an das Grimmsche Märchen “Schneeweißchen und Rosenrot” erinnert, basiert der Text auf Goethes Gedicht “Heidenröslein” (“Sah ein Mädchen ein Röslein stehen…”).

Auch das Musikvideo kommt mit düsterer Message daher: Sündige Geistliche die sich selbst züchtigen, Pädophilie, Mord. Kein leichter Tobak, der nicht nur provokativ aufgeladen ist, sondern auch mal wieder viel Raum zur Interpretation lässt. Auch musikalisch kann der Song mit bebender Bass-Line und schwermütigen Refrain überzeugen.

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“Haifisch” – ein Kollektiv

Den ersten Track, den ich (damals noch mit Erschrecken und Ekel) kennenlernen durfte, war “Haifisch” vom 2009 erschienenen Album „Liebe ist Für Alle Da“ oder kurz LIFAD. Das Musikvideo dazu lief damals auf Viva und MTV und ich kam lange nicht auf das Bild von Lindemann klar, der an seinen Spaghetti ersticken muss. Trotzdem faszinierte es mich auf verstörendste Art und Weise. Mehr als zehn Jahre später verstehe ich auch die eingebauten Easter Eggs, wie die Suche nach einem neuen Frontmann, nachdem Kruspe und Co. ihren Frontmann scheinbar zu Grabe getragen haben.

Tatsächlich ist der Song aber das absolute Gegenteil von dem, was das Musikvideo uns weiß machen will. Die Lyrics gehen auf die Moritat “Mackie Messer” von Bertolds Brechts „Dreigroschenoper“ zurück, das berühmte “Der Haifisch, der hat Zähne” wird dabei zu “Und der Haifisch, der hat Tränen”. “Haifisch” vermittelt durch Rammsteins Text und den Klang einer einfachen Arbeiter-Hymne ein Gefühl von Kameradschaft, Loyalität und Zusammenhalt. Rammstein als Kollektiv und musikalisches Manifest nach knapp 15 Jahren Bandgeschichte. Natürlich könnte der Song aber auch ganz anders ausgelegt werden…

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“Deutschland” – das Comeback

Zehn Jahre war es still um Rammstein und wer dachte, Deutschlands liebste Brachialrock-Bande hätte vergessen, die Welt das Fürchten zu lehren, der täuschte gewaltig. 2019 erscheint als erste Single und Ankündigung auf das siebte Studioalbum und der Song “Deutschland” mit atemberaubenden detailverliebtem Historik-Musikvideo. Und der schlug ein. Ein Track über die Geschichte des Heimatlandes, dem sie, wie sie selbst im Song verraten, keine Liebe geben können. Sowohl die Lyrics als auch das Bildwerk sorgten für einen mächtigen Aufschrei hierzulande. Während Till Lindemann in der Bridge die verbotene zweite Strophe der Nationalhymne brüllt, tauchen die Bandmitglieder im Video als KZ-Insassen in gestreiften Klamotten mit Judensternen versehen beim Marsch zum Galgen auf. Sogar der Zentralrat der Juden fühlt sich damals auf den Plan gerufen und bezichtigt Rammstein des “Antisemitismus”. Die Berliner Band selbst äußert sich selbst dazu nicht weiter, ich würde dafür vielleicht auch eher die tolle und informative Analyse des Geschichts-Youtubers MrWissenToGo sprechen lassen:

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Auch musikalisch ist der Song ein echtes Brett, der mit einem klassisch Rammstein-mäßigen maschinenhaften Gitarrenriff in Kopf und Ohr bleibt. Gerade aber wegen der expliziten Gesellschaftskritik ist Rammstein mit “Deutschland” natürlich ein Geniestreich genau zur “rechten” Zeit gelungen. Auf einmal wieder in allen Schlagzeilen (wie wir drei Jahre später sehen genügt dafür allerdings auch eine ruhige Ballade) nutzt Rammstein die Promo-Welle und verkauft ihre Europe Stadium Tour 2019 innerhalb von Minuten komplett aus. Mit “Deutschland” beweisen Rammstein, dass, egal ob Fan oder nicht, niemand an ihnen vorbei kommt.

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Rammstein sind und bleiben ein musikalisches Phänomen, welches die Massen begeistert – auch wenn sie selbst das nie wollten. Zuallererst müssen die sechs Musikgenies anecken, provozieren, schockieren und entlarven. Denn Rammsteins “Schockrock” ist in seiner Summe am Ende nichts anderes, als theatralische und bis ins Kleinste durchdachte Gesellschaftskritik. Auch musikalisch beweist die Band als berühmtester Vertreter der Neuen Deutschen Härte und des Industrials mit ihrem präzisen düsterem Maschinen-Sound Einzigartigkeit. Böse Zungen möchten behaupten, Rammstein wären überbewertet. Aber warum? Rammstein sind ein Gesamtkunstwerk aus hartem Sound, wahnwitzigen Shows und theatralischer Ästhetik durch und durch. Ich würde abstreiten, dass ihr Erfolg von woanders gekommen wäre, als von dem was sie mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert tun: Perfektion in Provokation.

Bild: YouTube / „Rammstein – Zeit (Official Video)“

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