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Foto: Clemente Ruiz / Offizielles Pressebild
John Dolmayan über System Of A Down: „Serj will schon lange nicht mehr in der Band sein.“
Music

John Dolmayan über System Of A Down: „Serj will schon lange nicht mehr in der Band sein.“

"Wir hätten uns wahrscheinlich schon 2006 trennen sollen."

Julia Lotz/3. Januar 2023· Aktualisiert 6. April/4 Min.
J

Julia L. ist die zweite Julia im MoreCore-Bunde und ergänzt das Team gerne mit Rezensionen, News, Live-Berichten sowie kleineren und größeren Schreibarbeiten. Als Germanistin aus dem schönen Hessen ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen “da ist ein grammatikalischer Fehler im Satz!” und “am liebste tät isch de ganze Tach nur hessisch babbele”. Tippt sie nicht gerade wie wild auf der Tastatur rum, um irgendetwas zu Papier zu bringen, findet man sie gerne mit ihrem Hund im Feld oder auf Shows und Konzerten im Rhein-Main-Gebiet. Für einige Bands fährt sie aber auch gerne mal nach NRW, Rheinland-Pfalz, Bayern oder Baden-Württemberg. Autofahren tut sie auch besonders gerne und hat dabei am liebsten gute Musik laufen. Leider will wegen der bei ihren Freunden verhassten “Schreimusik” kaum jemand mitfahren. Umso besser, denn dann hört niemand, wie schief sie mitsingt!


System Of A Down/Music·#John Dolmayan,#Serj Tankian,#System Of A Down
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Wir erinnern uns an das erste Corona-Jahr, als System Of A Down völlig überraschend und wie aus dem Nichts zwei neue Singles veröffentlichten. „Protect The Land“ und „Genocidal Humanoidz“, zwei Singles, die (einmal mehr) auf politische und gesellschaftliche Missstände im Kaukasus in der Region Arzach aufmerksam machen sollten.

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Die beiden Stücke stellten dato die erste Musik der Kombo seit 15 Jahren da. Und ziemlich sicher wird es auch erstmal keinen Nachschub geben.

John Dolmayan über den aktuellen Stand von System Of A Down

Erneut machte Drummer John Dolmayan in einem Interview im Battleline Podcast klar, dass es Differenzen innerhalb der Band gibt, die partout nicht beigelegt werden können (via ThePRP).

Demnach unterstellt er Frontmann Serj Tankian, dass er schon lange nicht mehr Teil der Band sein wolle und dass es besser gewesen wäre, sich schon 2006 (nach Release der beiden Alben „Mezmerize“ und „Hypnotize“ 2005) aufzulösen.

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Jedes der vier Bandmitglieder habe seine eigene Denke und man kam schon immer nur schwer auf einen Nenner. Je weiter man sich auseinanderlebte, desto schwieriger wurde die Zusammenarbeit.

„Wir hätten uns 2006 trennen sollen“

„Serj will eigentlich schon lange nicht mehr in der Band sein. Und offen gesagt, hätten wir uns wahrscheinlich schon 2006 trennen sollen. Wir haben mehrmals versucht, zusammenzukommen, um ein Album zu machen, aber es gab bestimmte Regeln, die es schwierig machten, dies zu tun und die Integrität dessen zu bewahren, wofür System Of A Down stand. Wir konnten uns also nicht wirklich zusammenfinden und uns einigen.

Und zum Teil ist das Serjs Schuld, zum Teil ist das meine Schuld, und auch die von Shavo und Daron. Aber letzten Endes ist es sehr schwierig, zusammenzukommen und Musik zu machen, wenn die Mehrheit der Band in die eine Richtung denkt und eine Person in die andere, weil diese Person wichtig ist.“

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Dolmayan geht sogar so weit zu sagen, dass es vielleicht besser geklappt hätte, wenn man mit einem anderen Sänger weitergemacht hätte. Wenn Serj Tankian sowieso nicht mehr Teil der Band sein wollte, hätte man nicht loyal sein müssen und es auf eine andere Weise probieren können.

„Ich denke, wir hätten weitermachen sollen, und wenn Serj zu diesem Zeitpunkt nicht in der Band hätte sein wollen, hätten wir einfach weitermachen und es mit jemand anderem machen sollen. Aber so ist das eben, wenn man loyal ist und wirklich etwas erreichen will; man nimmt Dinge in Kauf, die der Gesundheit der Band oder der Situation schaden könnten.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir weitergemacht und einen anderen Sänger für ein oder zwei Alben geholt hätten und weiter Musik gemacht und Serj später zurückgeholt hätten, wenn er zurückkommen wollte. Das wäre wahrscheinlich besser gewesen. Aber so wie es ist, denke ich, dass wir 15, vielleicht 20 Jahre unseres Lebens mit Warten verschwendet haben.“

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„Ich glaube nicht, dass das nachhaltig ist“

Der Schlagzeuger würde sich wünschen, dass man wenigstens öfter touren könne, doch auch hier gibt er wieder einem die Schuld: Sänger Serj Tankian. Er habe bereits lange mit Rückenproblemen zu kämpfen, die es ihm nicht möglich machen, auf Achse zu sein. Wie es gerade läuft, hält er das Bandleben nicht für nachhaltig.

„Ich denke, wir würden gerne viel mehr arbeiten, aber Serj hat jetzt auch einen schlimmen Rücken; er hat sich den Rücken irgendwie kaputt gemacht. Und er will einfach nicht so viel touren wie der Rest von uns. Wenn meine Frau mir sagen würde, dass wir einmal im Jahr Sex haben werden, wäre ich geschieden.

Ich glaube nicht, dass das nachhaltig ist. Der Rest von uns will viel mehr arbeiten als er. Ich weiß nicht, ob das bedeutet, dass wir uns einfach trennen und die Sache vergessen und es Karriere nennen, oder ob wir mit jemand anderem weitermachen oder ob Serj wieder zu sich kommt.“

Die gesamte Podcast-Folge mit John Dolmayan könnt ihr euch hier anhören:

System Of A Down bestehen seit 1994. 2006 machte man eine Pause und meldete sich 2010 zurück. Die letzten beiden Alben stammen, wie bereits erwähnt, von 2005. Mit Ausnahmen von John Dolmayan sind alle Bandmitglieder Teil der Gründungsformation. Der Drummer selbst stieß anno 1997 dazu.

Foto: Clemente Ruiz / Offizielles Pressebild

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