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Bloom: „Wir wollen von dem, was wir hier machen, dauerhaft leben können“
Sänger Jono und Gitarrist Oli im Interview zum neuen Album.
VON
Julia Lotz
AM 07/11/2025
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Bloom befinden sich auf der Überholspur – und das nicht erst seit heute. Die australische Melodic Hardcore-Band war erst im Frühjahr mit Silverstein hierzulande live zu sehen (übrigens zum ersten Mal in Deutschland) und wurde jetzt von Thornhill bei deren Live-Rutsche mitgenommen. Starke Runs, die der noch recht jungen Band die Möglichkeit geben, sich Gehör zu verschaffen. Und das mit Erfolg, wie die Resonanz auf die neuen Stücke des Quintetts sowie auch im Rahmen der aktuellen Tour zeigt.
Ende Oktober brachten Bloom ihr nunmehr zweites Album „The Light We Chase“ auf den Markt, eine sehr persönliche Platte, wie uns Frontmann Jono Hawkey und Gitarrist Oli Butler im Interview erzählen.
Bloom auf der Überholspur
Nach „Maybe In Another Life“ von 2024 legte die Truppe aus Down Under recht schnell mit ihrem neusten Werk nach. „Ja, wir haben ziemlich durchgepowert“, gesteht Jono. Von der einen Tour ins Studio und wieder zur nächsten Tour: So oder so ähnlich sah der Alltag der Bandmitglieder zuletzt aus. „Einen richtigen Sommer hatten wir auch nicht“, bemerken die Musiker. „Wir waren unterwegs, als in Australien Sommer war, kamen zum Winter zurück und jetzt, wo es wieder wärmer wird, sind wir erneut weg“, lachen die beiden. Nach der Tour mit Thornhill und Ocean Grove geht’s nämlich zügig in die Staaten, wo sie erneut mit Silverstein unterwegs sein werden.
Dass die kanadischen Emo-Legenden erneut Bloom als Support für ihre Anniversary-Tour in den Staaten dabei haben, kommt nicht von ungefähr. Fronter Shane Told bezeichnete Bloom als eine der „besten Supports“, die sie jemals dabei hatten. „Solche Worte sind für uns natürlich eine große Ehre“, erinnert sich Jono. Oli ergänzt: „Wir hören diese Art von Musik schon so viel länger als wir sie machen. Solche Worte von von Kollegen zu hören, die so viel länger im Geschäft sind als wir, bedeutet uns die Welt.“
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Der Sound ihrer Musik ist roh, nahbar; die Lyrics ehrlich, manchmal wütend, manchmal traurig. Musikalisch würden die Australier geradewegs in die frühen 2000er passen, als Melodic Hardcore, Post-Hardcore und Emo gerade ihre Hochphase hatten. Auch auf der aktuellen Platte „The Light We Chase“ bleiben sie ihrem Sound treu, ein Stück mehr Reife und ein wenig Einfluss aus anderen musikalischen Ecken sind jedoch rauszuhören. Als Producer für den brandneuen Longplayer schnappte man sich nämlich Sam Bassal, der unter anderem als Schlagzeuger von Ocean Grove tätig ist.
„Sam ist großartig“, freuen sich der Sänger und der Gitarrist. „Er hat eine so erfrischende Art, an Dinge ranzugehen.“ Zwar sei er einerseits sehr pushy, habe andererseits aber immer ein offenes Ohr für die Belange der Bandmitglieder. „Er ließ uns freie Hand, gab uns aber auch ganz klar seine Meinung und das hat so gut funktioniert“, so Jono. Vielleicht eine Kombi, in der man auch am nächsten Album arbeiten möchte? „Wir führen schon Gespräche“, lacht Oli. Never change a running system.
Das neue Album: Eine Retrospektive
Abseits des Sounds ist „The Light We Chase“ inhaltlich aber zu 100% Bloom. Während es in den Vorgängerstücken viel um die Themen Vergänglichkeit und Verarbeitung von Verlusten ging, so blickt man in „The Light We Chase“ zwar auch zurück, doch arbeitet mit den positiven Aspekten der Vergangenheit. „Es ist eine Art Retrospektive“, beschreibt die Band das Konzept der Platte. „Wir sind alle in der gleichen Gegend aufgewachsen, haben die gleiche Schule besucht, ähnliche Dinge erlebt. Es lag nahe, dass wir das gemeinsam durchgehen und in Songs aufarbeiten“, erläutert Jono.
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Das neue Album sei eine Art Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. „Es geht um das Licht, das wir immer jagen, egal wann. Wir wollen vorankommen und laufen ihm hinterher. Wo es hingeht, wissen wir aber nicht“, umreißt Jono den Gedanken dahinter.
Und wenn wir in die Zukunft blicken – wo sieht sich die Band in fünf Jahren? „Wir wollen von dem, was wir hier machen, leben können“, sagen die beiden. „Die Band soll uns und unsere Familien ernähren.“ Derzeit arbeite man noch in Day Jobs, sobald man von Tour zurück ist. Strapaziös, aber notwendig.
„Ich denke aber, wir sind auf einem sehr guten Weg dahin“, freut sich Oli. Und das denken wir auch.
Foto: Bloom / Offizielles Pressebild
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