Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)
Dann war es endlich so weit. Nach einem äußerst ausführlichen Intro, das die Selbstinszenierung auf ein Maximum brachte, brachte Yungblud, in einem T-Shirt aus Fischernetz gekleidet, durch eine einzige Hüftbewegung das Publikum zum Toben. Die nur kleinste Körperbewegung wurde mit ohrenbetäubendem Kreischen honoriert. Da reicht es auch schon einmal, einfach nur die Zunge herauszustrecken. Von so einem Feedback war auch der Künstler sichtlich beeindruckt und strahlte durchweg auf der Bühne. Der Sound war anfangs wohl nicht für eine solche Geräuschkulisse konzipiert und somit etwas leise, besserte sich im Laufe des Konzertes allerdings deutlich. Zum Song „Parents“ traten zwei Stagehands, mit pinken Sturmhauben bekleidet, auf die Bühne und trugen dabei pinke Flaggen in den Händen.
Das war generell das Größte, was im Bühnenbild passierte, mehr brauchte es allerdings auch nicht, denn das Auftreten von Yungblud war raumfüllend genug. Die Show wurde gespickt mit lyrisch gut durchdachten Songs und Ansagen, die sich beispielsweise gegen den Brexit richteten und für Individualität und Meinungsfreiheit sprachen. Der junge Künstler wollte über wichtige Themen reden und das tat er auch, mit Erfolg. Einen ersten Pik der Ekstase, gab es dann beim Song „Anarchist“, bei dem das Publikum zeitweise problemlos lauter war als der Künstler selbst.