Schon beim Announcement der Tourdates war klar, dass die Abende der Leprous-Tour jede Menge Abwechslung mit sich bringen. Nicht nur, da Leprous ihren Sound auf „Pitfalls“ weg vom Prog Metal und hin zum experimentierfreudigen Prog Rock mit Pop Einflüssen veränderten, sondern auch, weil die Supports einen gänzlich anderen Sound bedienen. Auf der einen Seite: The Ocean mit ihren kalten, düsteren Post Metal-Sphären und den progressiv verwobenen Riffs, auf der anderen Seite: Port Noir, die in den letzten Jahren mehr und mehr in eine ganz andere Richtung abgedriftet sind.
Port Noir
So richtig auf Tour waren Port Noir bisher noch nicht. Schade eigentlich, denn mit den letzten Veröffentlichungen haben die Schweden deutlich klar gemacht, dass sie durchaus Potential haben als Support für große Bands wie Muse oder Royal Republic zu funktionieren. Entgegen der rohen Progressive Rock-Wurzeln, die vergleichbar mit The Intersphere wären, hat sich das Trio fast schon zu einer energetischen Synth Pop-Band entwickelt.
Im Set von Port Noir fand sich keiner, aber wirklich auch kein einziger Song, der älter ist als ein Jahr. Alle Tracks finden sich auf dem aktuellen Album „The New Routine“ wieder und ließen einen gewissen Kontrast vermissen. Dass diese Songs eben alle aus einem Eisen sind, hört man heraus. Während Synthies teils das Instrumental dominieren sollten, hörte man instrumental leider nur das Schlagzeug, während der Gesang noch am ehesten hörbar war. Auch die Gitarren und der Bass litten unter einem misslichen Sound, der durch das Geprügel des wirklich energetischen Drummers beherrscht wurde.
Mit neuem Gitarristen, der sich als einziger wirklich in ekstatischer Bewegung zur Musik wiederfand, haben Port Noir ihr 30-minütiges Set routiniert durchgespielt. Irgendwie wollte der Funke aber nicht so recht zünden und auch Sänger Love Andersson wirkte etwas distanziert. Vielleicht hätte es gut getan etwas Abwechslung mit in das Set zu nehmen und den ein oder anderen Song von „Any Way The Wind Carries“ oder der starken „Neon“ EP mit einzubeziehen.