Live

Deathcore Hardcore

Live bei: Paleface Swiss in Wiesbaden (30.01.2026)

So GAR NICHT löchrig wie Schweizer Käse!

VON AM 01/02/2026

Schnee war in der letzten Januarwoche ein Thema im Rhein-Main-Gebiet. Allerdings nicht in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden. Während rund um und sogar in Frankfurt Schnee bis zum Knöchel lag… sah man in Wiesbaden recht wenig davon. Grund genug, kurz vor dem Monatswechsel einen Exportschlager aus der Schweiz einfliegen zu lassen. Hohe Berge? Skigebiete? Das riecht doch nach Kälte und Schnee? Joa… der kam aber trotz des Besuchs von Paleface Swiss im Schlachthof nicht. Dafür brachten sie eine Menge Feuer, haufenweise Energie sowie Stick To Your Guns und Static Dress für’s Vorprogramm mit.

Paleface Swiss, Stick To Your Guns und Static Dress zerlegen den Schlachthof

Schon in unserem Talk vor einigen Wochen verriet uns Paleface Swiss-Fronter Marc „Zelli“ Zellweger, dass die Tour Anfang 2026 etwas ganz Besonderes werden würde. Nicht nur, dass man mit STYG aus den USA und Static Dress aus UK zwei Acts mit dabei hatte, die den Bandmitgliedern selbst total am Herzen lagen; auch von einer großen Produktion war die Rede. Zurecht, wie man inzwischen herausgefunden hatte! Auch wenn der Schritt in die großen Venues mit etwas Skepsis behaftet war, sprachen allein die Vorverkaufszahlen schon absolut FÜR den Move.

Zwei Drittel des Runs waren rum, als die Herrschaften in Wiesbaden vorbeischauten und an besagtem Freitagabend gebührend das Wochenende einläuteten.

Static Dress

Den Anfang machten um Punkt 19 Uhr Static Dress. Die UK-Band um Olli Appleyard konnte schnell mit ihrem rohen Post-Hardcore-Sound überzeugen, der einen, wenn man sich drauf einlässt, schnell in die eigenen Emo-Jahre zurückbefördern kann. Das Quartett besteht seit 2018 und kann ein Studioalben, mehrere EPs sowie einige Standalone-Singles ihr Eigen nennen, wovon sie die größten Hits in ihr halbstündiges Set packten.

Olli Appleyard und Bandkollegen hatten richtig Bock! Das sagten sie nicht nur mehrfach, man merkte es ihnen auch an. Wie Flummis hüpften die Bandmitglieder hin und her und rissen das Publikum mit. Einige Fans waren im Publikum, doch die eingängigen Stücke sorgten dafür, dass auch diejenigen, die noch nicht mit der Musik der britischen Band in Berührung kamen, schnell eingenordet waren. Ein starker Auftakt für diesen Abend!

Stick To Your Guns

Kurz bevor Stick To Your Guns die Bühne betraten, füllte sich der Schlachthof merklich. Kein Wunder, ist die US-Band ein wahrer Szeneliebling und verkaufte schon ganz eigene Touren in Deutschland aus. Die Truppe um Fronter Jesse Barnett seht seit nunmehr über 20 Jahren auf der Bühne und hatte zum hiesigen Markt schon immer einen besonderen Bezug. Fans feiern allerdings nicht nur den Sound der Kalifornier, sondern auch die Message hinter den Stücken. Die Kombo legt in ihrer Musik eine klare politische Haltung an den Tag, die sich in „unserer“ musikalischen Bubble häufig wiederfindet. Sänger Jesse Barnett geriet in der Vergangenheit mit seiner oft etwas ZU klaren Haltung zu internationalen, politischen Konflikten im Netz ins Fadenkreuz von Diskussionen. Bei Shows ist er inzwischen ein Stück weit davon abgekommen, zu stark seine persönliche Meinung ins Spiel zu bringen und hält sich in seinen Ansagen an die Haltung der Band.

Stick To Your Guns

Stick To Your Guns

Stick To Your Guns

Stick To Your Guns
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Für ihr rund 45-minütiges Set schnappten sich die OGs aus O.C. ihre größten Hits, die die Fans vom ersten Ton an textsicher mitsangen. Einige Songs aus dem gut einem Jahr alten Album „Keep Paining Flowers“ schafften es natürlich auch ins Set, doch am besten funktionierten Hits wie „Against Them All“, „Nobody“, „Married To The Noise“ oder „Amber“.

Die körperliche Ertüchtigung kam natürlich nicht zu kurz. Crowdsurfen war ein großes Thema, Two-Step gehört selbstverständlich ebenfalls dazu und von Mosh Pits brauchen wir ja gar nicht erst anfangen. Und die STYG-Fans gingen freudig erschöpft in die große Pause vor dem Gong.

Stick To Your Guns

Paleface Swiss Stick To Your Guns


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Paleface Swiss

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk eröffneten Paleface Swiss dann um 21 Uhr mit „I Am The Cursed One“ ihr Set. Erstmal ein bisschen entspannt starten… nicht. Mit Feuer und Gebrüll von Zelli ging es gleich zur Sache. Wer etwas anderes erwartet hatte, war an diesem Abend auf jeden Fall fehl am Platz.

Vor kurzem erst brachten die Schweizer ihre aktuelle „The Wilted EP“ auf den Markt, anlässlich derer auch die jetzige Tour stattfindet. Sollte man meinen, dass die neuen Songs der gerade erst erschienenen EP vielleicht noch nicht ganz so gut funktionierten, wurde man ebenfalls eines Besseren belehrt. Egal, welchen Track die Herren anstimmten – es funktionierte. Zugegeben: Starke Songeinstiege sind auch so ein Ding bei Paleface. In der Regel wird der Titel der Stücke initial erstmal laut ins Mikrofon gebrüllt, sodass auch jeder direkt weiß, was Phase ist. Und es klappt ja auch.

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Bis auf die zwei Balladen „Everything Is Fine“ und „River Of Sorrows“ gab es so gut wie keine Sekunde zum Luftholen. Es wurde gewirbelt und gezwirbelt im Innenraum, geschwitzt, Feuerfontänen setzten den Schlachthof fast in Brand (mal wieder) und Zelli wurde nicht müde, mit seinen Ansagen mit sweetem Schweizer Akzent immer weiter für Stimmung zu sorgen. Für das Feature „instrument of war“ mit Stick To Your Guns holte man sich natürlich deren Fronter Jesse noch mal auf die Bühne. Ein kleines Highlight im gesamten Set!

Nach eineinhalb Stunden war mit „Please End Me“ dann „End“. Der Track war eigentlich nur ein kleines Zwischenprodukt, was man schnell in 2 Stunden runterschrieb, erzählte Zelli. Inzwischen ist es der Song mit den besten Streamingzahlen auf Spotify und somit ein würdiger Abschluss eines heißen Abends. Wir sind uns sicher, die Schweizer sind noch lange nicht am Zenith angekommen, allein aufgrund dessen, dass sie so viel Spaß bei der Sache haben. Wir freuen uns auf alles, was noch kommt!

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss

Paleface Swiss
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

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