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Blink-182 live in Hamburg
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Bericht + Fotos

Blink-182

17. September 2023·Hamburg
Text: Kevin Postir/Fotos: Jennifer Ehlers/4 Min.
Aktualisiert 17. März
K

Text: Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.

J

Fotos: Jennifer Ehlers


Das Konzert gewordene TikTok... aber im Guten!

Sonntagabend, Hamburg, Barclays Arena. Beste Vorraussetzungen, denn die Giganten hatten gerufen und so kamen sie in Scharen. Blink-182, eine der prägenden Bands einer ganzen Ära, mit The Story So Far einen Special Guest, der sich gewaschen hatte, was kann man noch mehr wollen? Und so füllte sich die Halle recht zügig an diesem Abend. Eine der Besonderheiten war sicherlich der Bühnenaufbau. So griffen die beiden Bands nicht auf eine herkömmliche Bühne zurück, vielmehr bot sich den Besuchenden eine, im Blink-182 Logo gehaltene, quadratische Bühne, die im 45-Grad Winkel spitz in die Menschenmenge hineinragte. Darüber hinaus wurde der Backstage mit einer LED-Wand verkleidet.

Bei Betrachtung der Fans an diesem Abend, fiel auf, dass es sich generell um ein eher älteres Publikum handelte, zumindest mit Blick auf das doch eher jung-dominierte Genre. Und dieses Blink-182-Publikum, hatte seine ganz eigenen To-Do’s bevor die Bands anfingen zu spielen. So konnte beobachtet werden, wie noch letzte Facts zu den Musikern recherchiert wurden oder kurzerhand der Merch-Hersteller gegoogelt wurde. Ja, Hamburg hatte ein bestens informiertes Publikum vorzuweisen.

Mit dem Durchschnittsalter einher ging wahrscheinlich auch die Tatsache, dass Tickets für die Tour keineswegs günstig zu erhalten waren und sich eher im oberen zweistelligen Segment ansiedelten, dieses teilweise sogar sprengen. Die besondere Form der Bühne ermöglichte darüber hinaus den Verkauf von nahezu 5/6 der ovalen Halle. Das hatte zur Folge, dass es während der Konzerte eine Vielzahl an Fans gab, die ihren Idolen konsequent auf den Rücken schauten … da muss man erstmal Bock drauf haben.

The Story So Far mit knackiger Best Of-Show

Der namhafte Support aus Kalifornien überzeugte das anfangs träge Publikum recht zügig. Auch wenn der Sound weit entfernt von dem Adjektiv „glasklar“ war, so war es die Stimmung, die die sechsköpfige Band rüberbrachten. Dabei ließen The Story So Far mit Songs wie „Empty Space“ oder „Nerve“ keinen ihrer Hits aus und setzten mit einem Cover von Millencolins legendärem „No Cigar“ noch einen drauf. Dieser Abend hatte von Beginn an einen ganz intensiven Nostalgie-Geschmack. Was besonders auffiel, waren die liebevollen Ansagen, die Frontman Parker Cannon tätigte. Dabei ermutigte er die Fans zur Bandgründung und betonte gleich mehrfach, wie sehr The Story So Far selbst, Blink-182 verehrten. Da wirkte die riesige Halle gleich ganz familiär.

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Blink-182: Von allem ganz viel!

Und dann kam er endlich, der Moment auf den alle gespannt warteten. Ein Bassist/Sänger, der den Krebs besiegt hat, ein Schlagzeuger, der einen Flugzeugabsturz überlebte und mit den Kardashians lebt, ein Gitarrist/Sänger, der eine ganz besondere Verbindung zu Außerirdischen hat und Songs, die seit Jahrzehnten in die Gehirne der Fans eingebrannt sind. Und so legten Blink-182, die darüber hinaus am nächsten Tag ihr neues Album „One More Time…“ ankündigen würden, gleich zu Beginn fulminant los. Bewegliche Lichtelemente, Feuerwerk, Konfetti, was andere Bands in einem ganzen Konzert verwenden, feuerte das Trio innerhalb der ersten 10 Minuten ab. Damit zog die Gruppe das Publikum gleich mit, sodass sich eine unglaubliche Energie entlud.

Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)
Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)
Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)

Während Gitarrist Tom DeLonge durch seine großen Gesangsanteile stärker an das Mikrofon gebunden war und dennoch mit ausgefallenen Tanzeinlagen (ein Moonwalk ist nichts dagegen) zu verzaubern wusste, konnte Bassist Mark Hoppus die gesamte Fläche der leuchtenden Bühne besser nutzen und füllen. Insgesamt wirkte der 51-jährige fit und als sei er ganz im Moment. Die Ansagen und das Tempo, das Blink-182 vorlegten, wirkte zwischenzeitlich allerdings etwas hastig. Auf Ansagen, die nicht nur wirr, zu Teilen anzüglich und teilweise nur aus Halbsätzen oder Ausrufen bestanden, folgte gleich der nächste Song. Man hatte dabei das Gefühl, als wäre die Band auf der Flucht, während die zahlreichen Effekte auf die Netzhaut einprasselten.

Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)
Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)
Foto: Jennifer Ehlers (Jennas Photoworld)

Dabei waren es nicht nur die visuellen Effekte, sondern auch küsntlerische Einlagen, die überzeugten. So spielte Drum-Ikone Travis Barker einen halben Song komplett blind, überzeugte darüber hinaus mit saftigen Schlagzeug-Soli und flog gegen Ende der Show mit seinen Drums rund 3 Meter über dem Erdboden. Viel mehr konnte man von einem solchen Abend dann auch nicht mehr erwarten. So wirkten die rund 90 Minuten Show und die darin verpackten 27 Songs nicht nur ausreichend, sondern auch zufriedenstellend. Definitiv eine Empfehlung für Pop-Punk-Nostalgiker und Interessent:innen einer ausgefallenen und vollgepackten Live-Performance.

Konzertinfo

Band
Blink-182
Support
The Story So Far
Datum
17. September 2023
Stadt
Hamburg
Blink-182
Foto: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Blink-182

USASeit 1992
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