
Foto: Peter Detje (lostrealistphotography)
Foto: Peter Detje (lostrealistphotography)Text: Julia L. ist die zweite Julia im MoreCore-Bunde und ergänzt das Team gerne mit Rezensionen, News, Live-Berichten sowie kleineren und größeren Schreibarbeiten. Als Germanistin aus dem schönen Hessen ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen “da ist ein grammatikalischer Fehler im Satz!” und “am liebste tät isch de ganze Tach nur hessisch babbele”. Tippt sie nicht gerade wie wild auf der Tastatur rum, um irgendetwas zu Papier zu bringen, findet man sie gerne mit ihrem Hund im Feld oder auf Shows und Konzerten im Rhein-Main-Gebiet. Für einige Bands fährt sie aber auch gerne mal nach NRW, Rheinland-Pfalz, Bayern oder Baden-Württemberg. Autofahren tut sie auch besonders gerne und hat dabei am liebsten gute Musik laufen. Leider will wegen der bei ihren Freunden verhassten “Schreimusik” kaum jemand mitfahren. Umso besser, denn dann hört niemand, wie schief sie mitsingt!
Fotos: Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
So viel Stimmung und Liebe - und das auf 'nen Sonntag!
Blackout Problems sind zugegebenermaßen nicht wenig unterwegs. Nach einem schönen Summer-Run, im Rahmen dessen beispielweise einige Festivals anstanden und außerdem ein neuerlicher Support-Slot bei Enter Shikari, ist die Band allerdings noch lang nicht müde und startet fröhlich mit einer neuen Tour in den Herbst. Das Konzert in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden am vergangenen Sonntag stellte den dritten Tour-Stopp des Runs dar und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Gemeinsam mit Smile And Burn lud die Band um Fronter Mario Radetzky ins Kesselhaus des Wiesbadener Schlachthofs.
Schon Smile And Burn, die um Punkt 20 Uhr ihr Set begannen, stellten erstaunt fest, dass das Kesselhaus ziemlich voll ist. Ist ja auch ausverkauft! „Und das auf ’nen Sonntag“, freute sich die Band. Ja, Otto-Normal-Arbeitnehmer im Publikum mag es selbst kaum glauben, dass man sich da noch mal vor die Tür gewagt hat… Doch schon nach dem ersten Ton des Openers bereute es vermutlich niemand mehr im Raum.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Die Berliner Punkrock-Kombo macht bereits seit einigen Jahren Musik und kann auf ein stolzes Repertoire an Songs zurückblicken. Eine ganze Latte davon spielten sie in ihrem Set und das Publikum folgte frohen Mutes dem Aufruf, sich schon mal warmzumachen.
Einige der Stücke wurden textsicher mitgesungen, zu den anderen wurde souverän das Tanzbein geschwungen oder der Kopf gewippt. So und so hatten sowohl Band als auch Zuschauer eine sichtlich gute Zeit und auf die Frage, ob man zu einer Show der Band im Frühjahr gegebenenfalls wiederkommen würde, wurde einstimmig „Wohooo“ geschrien. Das werten wir mal als „Ja“. Ein starker Auftritt!
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Nicht weniger stark wurde es dann um kurz nach 21 Uhr, als sich Blackout Problems die Ehre gaben. Naja… einen Moment Flaute gab es, als „Mr. Brightside“ als Intro gespielt wurde und dann SEHR abrupt endete, obwohl sich die Fans gerade warmgesungen hatten. Wurde aber kurz später wieder wett gemacht, als die Kombo mit „WHALES“ ihr Set eröffnete. Von diesem Moment an wurde mitgesungen, es wurde getanzt, es wurde geschrien, es wurde gelächelt. Und das für die nächsten beinahe zwei Stunden.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Die Stimmung im Publikum übertrug sich auch auf die Band. Mario freute sich sichtlich über die Resonanz – „und das auf ’nen Sonntag!“. Jaaa, wir haben verstanden, dass wir am nächsten Tag arbeiten müssen. Aber dennoch: er genieße das Zusammensein mit seinen Fans, seien Sonntage alleine Zuhause für ihn zuletzt eher schwierig gewesen.
Grund genug, ihm und seinen Bandkollegen einen fulminanten Abend zu bieten. Okay, zugegebenermaßen bescherten eher die Blackout Problems ihren Fans einen fulminanten Abend, aber sicherlich war’s auch andersrum. Das Set bot alles, was das Kesselhaus hergab: Eine Saxophon-Session, eine kleine Piano-Session im Publikum, generelle Mario-Sessions im Publikum, einen Pendulum-Remix eines Prodigy-Hits (geil!), starke Ansprachen (das Kesselhaus gab ein sehr schönes Stadtbild ab, hörte man), Gast-Auftritt von Smile And Burn und einen Teaser auf ein neues Album, das wohl die zuletzt veröffentlichten Standalone-Singles bündelt und bald erscheinen soll. Wow.
Insgesamt 20 Songs gaben Blackout Problems zum Besten und man hatte das Gefühl, jeden der Songs fühlten sie – und zwar alle. Jedes Bandmitglied scheint die zwei Stunden auf der Bühne unfassbar genossen haben. Und ganz sicher ging es auch den Publikum so, das nach dem Konzert die Venue verließ und zu später Stunde nach Hause tingelte. Und das auf ’nen Sonntag.
