

Bad Omens stürmen den ausverkauften PSD Bank Dome in Düsseldorf
Dass Bad Omens schon lange kein reiner Szene-Geheimtipp mehr sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch wer am 03. Juni 2026 den Weg zum Düsseldorfer PSD Bank Dome antrat, konnte die schiere Dimension des Erfolgs der US-Amerikaner am eigenen Leib spüren. Im Rahmen ihrer „Do You Feel Love Worldwide 2026“-Tour machte die Band um den charismatischen Frontmann, Songwriter und Produzenten Noah Sebastian Halt in NRW und das in einer bereits seit Monaten restlos ausverkauften Arena. Gegründet 2015 in Richmond, Virginia, haben sich Bad Omens spätestens seit ihrem 2022er-Meilenstein The Death of Peace of Mind und dem dazugehörigen TikTok-Megahit „Just Pretend“ zu einem globalen Phänomen und einem der prägendsten Acts des modernen, genreübergreifenden Heavy Rocks entwickelt. Entsprechend riesig waren die Erwartungen des bunt gemischten Publikums, unter das sich passend zur aktuellen Ära sogar der eine oder andere Fan im Geisterkostüm gemischt hatte. Da konnte auch das wechselhafte Düsseldorfer Wetter die Stimmung nicht trüben: Bereits Stunden vor dem pünktlichen Einlass um 18 Uhr bildeten sich lange Schlangen und in der Luft lag eine fast schon greifbare Spannung.
Als um 20 Uhr das Licht erlosch, war die Arena bereits bis in den Stehplatzbereich hinein bestens gefüllt.
Das Soloprojekt des Multiinstrumentalisten Johnny Franck (Ex-Attack Attack!) hat sich in den letzten Jahren mit seinem augenzwinkernd getauften „Post-Country-Core“ eine treue Fangemeinde erspielt. Nach dem brachialen Intro „KINDA HARD“ feuerte die Band mit dem Opener „TWICE“ direkt die erste Welle aus Post-Hardcore, Pop-Punk und Electronica in die Menge und brachte das Publikum prompt zum Ausrasten. Franck fegte wie ein Wirbelwind über die Bühne, während Nummern wie „MORE THAN HATE“ den PSD Bank Dome zum ersten Mal kollektiv erbeben ließen.
Musikalische Genregrenzen wurden hier mit einer spielerischen Leichtigkeit eingerissen. Ein absolutes Highlight war dabei Sängerin Gabi Rose, die Johnny Franck stimmlich perfekt ergänzte. Beim Song „THE END“ wirbelten die beiden wie zwei Tornados über die Bühne, während ihre Saxophon-Einlagen dem Set eine fast schon jazzige, einzigartige Note verliehen. Mit dem Hit „BETTER HELL (Thicc boi)“ verabschiedeten sich Bilmuri nach einer knappen halben Stunde unter großem Applaus. Der Job als Einheizer wurde mit Bravour gemeistert und der eine oder andere Neu-Fan dürfte an diesem Abend definitiv sicher sein.
Gegen 21:15 Uhr erreichte die Lautstärke in der Arena schließlich ihren vorläufigen Höhepunkt. Unter euphorischem Jubel startete die tief inszenierte Show von Bad Omens, die im Laufe des Abends immer wieder von düsteren Video-Einspielungen eines Kassetten-Tapes untermalt wurde. Ein atmosphärischer roter Faden, der die immersive Stimmung perfekt stützte. Ganz allein betrat Noah Sebastian zunächst die vernebelte Bühne, um das Set mit dem emotionalen „Specter“ zu eröffnen. Seine glasklare Weltklasse-Stimme sorgte auf Anhieb für Gänsehaut und feuchte Augen im Publikum, bevor der Rest der Band mit brutaler Dynamik und CO2-Kanonen einstieg. Spätestens bei „Glass Houses“ brachen im Innenraum alle Dämme: Gewaltige Circlepits öffneten sich, während riesige Stichflammen die Arena in ein feuriges Rot tauchten. Bad Omens zeigten sich in absoluter Bestform.
(Hinweis: Die Fotos stammen von der Show aus Leipzig)
Bei „THE DRAIN“ und dem frenetisch bejubelten Megahit „THE DEATH OF PEACE OF MIND“ verschmolzen die perfekt abgestimmten Visuals auf den Leinwänden mit einer spektakulären Lichtshow zu einem audiovisuellen Gesamtkunstwerk. Auch auf den Sitzplätzen hielt es nun niemanden mehr. Der Innenraum mutierte bei Tracks wie „CONCRETE JUNGLE“ und „Nowhere To Go“ zu einer einzigen Partyzone - bei Letzterem taten sich zeitgleich ganze acht Moshpits auf, sehr zur Freude von Noah Sebastian, der die Menge immer wieder anpeitschte. Die Security im Graben hatte alle Hände voll zu tun, um den unaufhörlichen Strom an Crowdsurfern sicher aufzufangen. Wie wandlungsfähig der Frontmann ist, bewies er eindrucksvoll bei „ARTIFICIAL SUICIDE“, wo er mit messerscharfen Screams über die treibenden Drums fegte, während er beim anschließenden „V.A.N“ den anspruchsvollen weiblichen Gesangspart von Poppy komplett selbst übernahm und dafür langanhaltenden Applaus erntete.
Visuell legte die Band im letzten Drittel der Show noch eine Schippe drauf: Eine imposante blaue Lasershow untermalte das lautstark mitgesungene „ANYTHING > HUMAN“, bevor der Brecher „Like A Villain“ für einen der größten Moshpits des Abends sorgte. Nach einer sichtlich gerührten Ansprache des Sängers, der sich für den Support von 12.000 Menschen in der restlos ausverkauften Halle bedankte und Drumsticks an die ersten Reihen verteilte, folgte der emotionale Höhepunkt: „Just Pretend“ verwandelte den PSD Bank Dome in ein wunderschönes Lichtermeer aus tausenden Smartphones.
Das reguläre Set endete schließlich mit einem der neueren Hits „Impose“, einer beeindruckenden Lasershow und einem massiven Konfettiregen, der auf die glückliche Menge herabregnete.
Doch Düsseldorf war noch nicht satt. Nach lautstarken Zugabe-Rufen und einem erneuten Taschenlampen-Meer kehrten Bad Omens für ein kleines, aber feines Finale zurück. Mit „Dethrone“ feuerten sie den härtesten Song des Abends ab. Noah Sebastian stürzte die Halle mit tiefen Growls und brutalen Shouts ein letztes Mal ins absolute Chaos, während Stichflammen die Bühne erleuchteten. Unter ohrenbetäubendem Applaus verabschiedete sich die Band schließlich endgültig.
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