Live

Melodic Death Metal Power Metal Symphonic Metal

Live bei: Amaranthe und Epica in Ludwigsburg (06.02.2026)

Ganz viel Symphonic Metal bei der Arcane Dimensions Tour.

VON AM 14/02/2026

Geballte Women-Power gab es am 06. Februar in der MHP-Arena in Ludwigsburg bei Stuttgart zu erleben. Drei außergewöhnliche Sängerinnen, die mühelos zwischen opernhaften Höhen und rauer Direktheit wechseln, standen im Zentrum eines Abends, der von schweren Gitarren, treibenden Drums und brachialen Screams getragen wurde. Mit Epica und Amaranthe sind derzeit zwei starke Bands der Symphonic- und Melodic-Metal gemeinsam auf ihrer Arcane Dimensions Tour unterwegs. Begleitet werden sie dabei von Charlotte Wessels, die den Abend mit Songs aus ihrem aktuellen Album „The Obsession“ eröffnete und das Publikum direkt in ihren Bann zog.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Charlotte Wessels

Die ehemalige Delain-Frontfrau betrat die Bühne in einem silberglänzenden Outfit und stellte sich vor einen blumengeschmückten Mikroständer, der fast schon sinnbildlich für die verträumte und zugleich intensive Atmosphäre ihres Sets stand. Gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band wurde beim Opener „Chasing Sunsets“ schon klar, wie gut Charlotte und die Band eingespielt sind.

Die Keyboarderin unterstützte mit Backing Vocals und Harmonien, während der Bassist vom ersten Moment an headbangend Energie auf die Bühne brachte. Mit einem charmant gebrochenen „Wie geht’s, Ludwigsburg?“ brachte Charlotte die Menge zum Jubeln. Mit „Dopamine“, einem weiteren Song aus ihrem Solo-Album, überzeugte sie mit ihrem starken Operngesang begleitet von druckvollen Gitarren-Riffs. Zwischen den Songs nahm sie sich einen Moment, um auf ihren Drummer Joey aufmerksam zu machen, der sich während der Tour am Bein verletzt hatte und kurzerhand sein Set komplett umstellen musste. Was bei seiner Performance jedoch in keiner Weise bemerkbar war, denn er konnte nebenher noch mühelos seine Drumsticks drehen.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Spätestens bei „The Crying Room“, das in einem Gitarrensolo gipfelte und schließlich in einem nur von ihrer Stimme getragenen Finale endete, hatte sie die MHP-Arena für sich gewonnen. Das große Finale mit „The Exorcism“ sorgte für einen der intensivsten Momente des Abends. In rotes Licht getaucht und mit nach hinten gebogenem Rücken, steigerte sich Charlotte Wessels bis zu rohen Screams und zeigte dabei, wie mühelos sie zwischen zerbrechlicher Eleganz und purer Härte wechseln kann. Die Stimmung war damit gesetzt, als wenig später Epica die Bühne übernahmen.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

EPICA

Mit mystischen Klängen eröffnete die niederländische Band ihr Set und machte sofort klar, dass sie gekommen waren, um das Publikum vollständig in ihre Welt zu ziehen. Frontfrau Simone Simons, gehüllt in einen dunklen Schleier, sang die ersten Zeilen aus „Apparition“, einem Song ihres neuesten Albums „Aspiral“. Die Stimmung im Publikum war gut, allerdings noch ein wenig zurückhaltend.

Epica ließen sich davon jedoch nicht unterkriegen und präsentierten sich in Bestform. Besonders Keyboarder Coen Janssen zog mit seinem gebogenen Keyboard alle Blicke auf sich, lief bei „Cross the Divide“ über die Bühne und suchte immer wieder die Interaktion mit dem Publikum. Selbst als er zwischen den Bühnenebenen hin und her sprang, traf er die Tasten punktgenau und steckte die Menge mit seiner Energie an. Erste kleine Moshpits entstanden und vereinzelt wagten sich sogar Stagediver nach vorne.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Ein Gewitter zog über die Leinwände auf, während Epica mit „Eye Of The Storm“ das Tempo weiter anzogen und das Publikum rhythmisch mitklatschen ließen. Gitarrist Mark Jansen shoutete die ersten Zeilen kraftvoll ins Mikro: „Face reality, where the truth resides!“ Mit „Unleashed“ wurde die Bühne in goldenes Licht getaucht und die Fans freuten sich, dass auch ein älterer Fan-Favorit den Weg in die Setlist gefunden hatte.

Zwischen den Songs erzählte Frontsängerin Simone Simons mit hörbarem Stolz, dass ihr Sohn und weitere Familienmitglieder im Publikum seien und der Abend für sie etwas ganz Besonderes darstelle, da sie in der Nähe von Stuttgart wohne und sich das Konzert für sie wie eine Heimatshow anfühle. Die ganze MHP-Arena reagierte darauf mit lautem Jubel.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Für einen der magischsten Momente des Abends sorgte schließlich „Sirens“, als Simone Simons, Charlotte Wessels und Elize Ryd von Amaranthe, allesamt in funkelnden Glitzerkleidern, gemeinsam auf der Bühne standen und ihre Stimmen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild verschmelzen ließen. Bei „Cry for the Moon“, einer der größten Hits von Epica, übernahm das Publikum den Refrain und sang „Forever and ever“ aus voller Kehle mit. Damit näherte sich das Set von Epica dem Ende zu, doch der Abend war noch lange nicht vorbei, denn mit Amaranthe stand bereits der nächste Act in den Startlöchern.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

AMARANTHE

Mit „Fearless“ startete die schwedische Band energiegeladen in ihr rund 18 Songs umfassendes Set und hatte das Publikum vom ersten Moment an auf ihrer Seite. Im Lederlook performte das Trio aus Frontfrau Elize Ryd, Sänger Nils Molin und Shouter Mikael Sehlin und verlieh den Songs durch ihre unterschiedlichen Gesangsstile eine besondere Intensität.

Immer wieder synchronisierten sich die drei zu gemeinsamen Headbang-Passagen, während bei „Digital World“ grelle Laserlichter die Bühne durchzogen. Spätestens bei „Damnation Flame“ aus ihrem letzten Album war die Menge endgültig angekommen: Kleine Moshpits bildeten sich und auch ein erster Stagediver wagte den Sprung in die Crowd.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Zwischen den Songs übernahm vor allem Nils Molin die Ansagen. Vor „PvP“ erzählte er, dass der Song ursprünglich für die schwedische E-Sports-Nationalmannschaft geschrieben worden sei und sich an alle richte, die sich auf den digitalen Schlachtfeldern beweisen.

Mit dem Beginn von „Crystalline“ folgte dann ein harter Cut. Elize Ryd sang sitzend im Scheinwerferlicht mit Olof Mörck am Flügel, bevor der Rest der Band einsetzte und den Track zu seiner vollen Größe aufbaute. Für zusätzliche Begeisterung sorgte die Ankündigung neuer Musik, als Amaranthe ihren brandneuen Song „Chaos Theory“ präsentierten, der erst am Tag nach dem Konzert in Ludwigsburg veröffentlicht werden sollte.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

Auch die Interaktion mit dem Publikum kam nicht zu kurz, wurde jedoch größtenteils von Frontmann Nils Molin getragen, der regelmäßig das Wort ergriff und durch den Abend führte. Bandkollegin Elize Ryd konzentrierte sich hingegen stärker auf ihre Performance und interagierte vor allem nonverbal mit den Fans in den ersten Reihen, suchte Blickkontakt und reagierte mit Gesten und Bewegungen auf ihre Reaktionen.

Angesichts der besonderen Konstellation mit Epica bei dieser Tour hätte man sich dennoch vereinzelt mehr persönliche Einblicke oder gemeinsame Anekdoten gewünscht, zumal Simone Simons und Elize Ryd in der Tour-Promo auf Instagram selbst ihre freundschaftliche Verbindung thematisierten. Musikalisch ließ die Band jedoch keine Wünsche offen.

Gitarrist Olof Mörck zeigte ein ausdrucksstarkes Solo bei „The Nexus“ und bei „Call Out My Name“ aus ihrem Debütalbum leuchtete die Arena im Schein tausender Laserlichter. Die letzte Energie der Menge wurde bei der Zugabe mit den bekanntesten Songs „Archangel“ und „Drop Dead Cynical“ freigesetzt, und unter lautem Jubel fand ein langer Abend im Zeichen des Melodic Metals seinen Abschluss, der vor allem von drei außergewöhnlichen Sängerinnen geprägt wurde.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (@lisa_brss)

More

Feature

Das Lumpenpack, Offizielles Pressebild. Foto: Jacky Kannengiesser

„Bevor der Mut dich verlässt“ – so heißt die neue Platte von Das Lumpenpack, die am 17. April 2026 erscheint. …