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Shoreline: „In Deutschland wirst du als kleine Band meistens sehr gut behandelt“
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Feature

Shoreline: „In Deutschland wirst du als kleine Band meistens sehr gut behandelt“

An diesem Freitag veröffentlichen Shoreline aus Münster ihr Debütalbum "Eat My Soul".

Admin/8. Jul. 2019· Aktualisiert 1. April/7 Min.Foto: Philipp Steinhoff
A

Unser Admin sorgt dafür, dass alles funktioniert. Manchmal funktioniert es nicht, dann ist zwar er schuld. Aber dann repariert er es und wir haben ihn alle wieder lieb.


Obwohl sich die Jungs von Shoreline bereits 2015 gegründet haben, sollte es bis zum kommenden Freitag, dem 12. Juli dauern, bis diese ihr erstes Studioalbum „Eat My Soul“ auf den Markt bringen.

Pünktlich zur anstehenden Veröffentlichung haben wir uns mit Sänger und Gitarrist Hansol Seung über die Nervosität vor dem Release, Tour-Erfahrungen im Ausland und den Zusammenhalt in der Münsteraner Szene ausgetauscht.

MC | Maik K.: Ihr seid seit knapp dreieinhalb Jahren unterwegs und veröffentlicht nun mit „Eat My Soul“ endlich euer erstes Album, während ihr in der Zwischenzeit schon eine ganze Menge Shows gespielt habt. Wie lagen eure Prioritäten in Bezug auf Songwriting / Recording und Touring?

Am Anfang lagen unsere Prioritäten ganz klar auf Touring. Wir hatten damals zwei- drei Demos selbst aufgenommen, auf YouTube geladen und direkt angefangen so viel zu spielen, wie es nur ging. Bevor wir unsere erste EP „You Used To Be A Safe Place“ aufgenommen/veröffentlicht hatten, waren wir schon in Deutschland, England, Tschechien, Österreich, Frankreich etc. unterwegs. Ich denke, dass dadurch ein paar mehr Leute unser erstes Release auf dem Schirm hatten.

Nach der EP sind wir dann nochmal ein ganzes Stück mehr getourt und haben dann quasi zwischen oder während den Touren das Album geschrieben. Teilweise hatten wir so Songwriting-Sessions in einem Studio in England und unterwegs sind viele der Texte entstanden. Schlussendlich haben wir uns von Ende November 2018 bis Februar 2019 eine Livepause genommen, waren im Kaputtmacher Studio in Bochum mit unserem Produzenten Jochen Stummbillig und haben das Release vorbereitet.

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MC | Maik K.: Aus „Eat My Soul“ wurden bereits drei Songs vorab veröffentlicht – mit durchweg positivem Feedback. So kurz vor dem Release der Platte: Wie nervös seid ihr?

Gerade (wenige Tage vor dem Release) ist alles relativ stressig, sodass so richtig „echte“ Nervosität immer eher unterschwellig da ist. Generell gesprochen sind wir aber natürlich sehr gespannt, wie die Platte ankommt. Ich versuche mir in solchen Situationen immer nicht zu viel zu erhoffen, aber trotzdem so viel Gewicht wie es nur geht in den Ring zu werfen. Selbst wenn nach dem Release alle Außenstehenden sagen würden: „Joa, die Singles waren ganz nett, aber das Album war so naja“, dann sind wir als Band immerhin noch unfassbar stolz auf die Songs und mega dankbar für das ganze Team (vor allem von unserem Label Uncle M) und was die für eine Heidenarbeit mit uns da reingesteckt haben. Ich denke solange man ehrlich dahinter steht, was man macht, ist kein Outcome so richtig blöd.

MC | Maik K.: Zu „What Sucks Is Now Hidden…“ habt ihr ein sehr „einfaches“, aber schönes Musikvideo gedreht. Wer kam auf die Idee dazu?

Das war so eine spontane Idee, die während der Dreharbeiten für das Musikvideo der ersten Single „Hana“ entstanden ist. Wir haben die Videos mit Eike Sorgatz (von den Kaputtmacher Video Sessions und Banana Roadkill) produziert. Ich saß da ganz romantisch mit Eike und einem fremden Mann, der sich komplett random schnell bei uns in die Gondel gequetscht hat und wir sind mit dem Riesenrad auf dem Jahrmarkt in Münster gefahren. Ich finde alles was Eike macht einfach irre, er hat auch schon für ADAM ANGST oder für die DONOTS was gemacht.

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MC | Maik K.: Ihr spielt einen für hiesige Verhältnisse sehr frischen Mix aus Emo und Punkrock. Gerade ersteres ist in Deutschland, vor allem in der lokalen Szene, eher rar gesät. Seht ihr das als Problem oder sogar als Chance für euch?

Auch wenn man oft dazu tendiert (und es auch nachvollziehbar ist), versuche ich solche Überlegungen immer zu vermeiden, bei der man unterschwellig über Konkurrenzverhalten oder einen „Marktvorteil“ nachdenkt. Das heißt nicht, dass wir komplett blauäugig an alles rangehen, uns ist durchaus bewusst, dass das in der Musikindustrie relevante Überlegungen sind. Allerdings würden sie nichts an unserer Arbeitsweise ändern, so viel Mühe und Zeit wie möglich da reinzustecken. Sehr pragmatisch also. Viel interessanter finde ich die Frage: Wie kann ich die anderen wenigen Bands, die so eine Musik in Deutschland machen, kennenlernen, um sich gegenseitig auszutauschen und einander zu helfen? Nur weil Band A existiert, wird Band B nicht weniger Erfolg haben, so funktioniert diese Musik zum Glück nicht.

MC | Maik K.: Man hört sehr oft von ausländischen Bands (gerade den „kleineren“), dass sie es lieben in Deutschland zu spielen, da man hier vor allem viel Wert auf Bandbetreuung (Catering etc.) lege. Was sind eure Erfahrungen, vor allem bei Shows im Ausland?

Da ist schon etwas dran. In Deutschland wirst du als kleine Band – selbst wenn du mal angenommen eine komplette Tour nur in AZ’s spielst- meistens sehr gut behandelt. Es gibt viele Promoter, die dir ein warmes Essen plus Getränke, einen Schlafplatz und dazu noch Gage geben, das ist weitaus nicht überall so selbstverständlich. Unsere Erfahrungen im Ausland, vor allem England und Osteuropa decken sich da ziemlich mit denen von anderen Bands. Da darfst du dann spielen und das war es auch. Mit Glück bekommt man vielleicht mal 3 Getränkemarken für die Bar und um den Rest kümmert man sich dann halt selbst.

Man muss aber auch sagen, dass viele Promoter selbst in Bands spielen und touren, gute Erfahrungen z.B. in Deutschland machen und dann versuchen das zu Hause auch ähnlich zu handhaben.

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MC | Maik K.: Vainstream, Titus, Uncle M – Münster gilt für viele als eine DER Städte für Punkrock in Deutschland. Wie ist es für euch hier ansässig und aufgewachsen zu sein?

Außer unserem Schlagzeuger Martin sind ja alle nach Münster zugezogen, dementsprechend können wir nicht so ganzheitlich darüber sprechen, wie es ist hier aufgewachsen zu sein. Aber das stimmt schon, hier ballt sich viel – hier sitzen ja auch Merchcowboy, Sparta Booking, Kingstar usw. – also viel, was in irgendeiner Weise mit der Musik zu tun hat.

Ich denke aber, dass für uns vor allem die „nicht kommerziellen“ Punkte für Münster wichtig waren. Ich denke für die münstersche Bandszene ist es echt egal, ob hier jetzt jedes Jahr das Vainstream ist oder Titus hier seinen Sitz hat. Für uns waren/sind Bands wie Idle Class, Snareset, Hal Johnson, Swan Songs, Great Escapes und viele mehr wichtig, Freunde mit denen man sich austauschen kann, die eine Szene bilden, wo man sich gegenseitig mit einer Selbstverständlichkeit hilft und man solidarisch miteinander ist.

Teilweise spielt jeder von uns mal in der Band der anderen, um auszuhelfen, wenn einer mal nicht kann und um Touren trotzdem zu ermöglichen. Klar ist es cool, dass auch viele kommerzielle Agenturen hier angesiedelt sind, die mittlerweile auch teils unsere Partner und Freunde geworden sind, das trägt zur allgemeinen Förderung dieser Szene auch zu einem Teil bei. Aber das ist eher so ein Bonus, der eigentlich harte Kern ist was anderes für mich.

MC | Maik K.: Ihr habt schon einige Shows mit Bands wie Hot Water Music, Boston Manor, Great Collapse und Adam Angst hinter euch. Welche Bands stehen auf euch noch auf dem Zettel, mit denen ihr unbedingt die Bühne teilen wollt?

Ich würde richtig gerne mal mit den Donots spielen. Ich habe die Band in verschiedenen Settings schon mal kennengelernt und sie sind einfach die angenehmsten und bodenständigsten Menschen. Guido hat mir sogar eine seiner Gitarren für die Aufnahmen des Albums geliehen. Ich habe die Band ehrlich gesagt auch erst seit ihrem Album „Karacho“ für mich entdeckt und sind seit dem eine meiner Lieblingsbands aus Münster!

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Shoreline live auf Tour 2019

13.07.2019 DE Gladbeck – Maxus

18.07.2019 DE München – Free And Easy Festival

20.07.2019 BEL Antwerpen – Kaiserfest

27.07.2019 DE Goldenstedt – Afdreiht Un Buten Festival

06.09.2019 DE Saarbrücken – Devil´s Place

18.09.2019 DE Oberhausen – Druckluft

19.09.2019 DE Aachen – Wild Rover

20.09.2019 DE Darmstadt – Oetinger Villa

21.09.2019 DE Zwiesel – Jugendcafé

22.09.2019 CZ Prague – Café Na Pul Cesty

24.09.2019 DE Würzburg – Cairo

25.09.2019 DE Jena – Rosenkeller

26.09.2019 DE Berlin – Schokoladen

27.09.2019 DE Braunschweig – B58

28.09.2019 DE Karlsruhe – P8

05.10.2019 DE Hamburg – Astra Stube

12.10.2019 DE Münster – Sputnik Café

Beitragsbild: Philipp Steinhoff

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