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END im Interview: „Du musst nicht in der Hölle leben, um zu wissen, wie sich das anfühlt“
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Interview

END im Interview: „Du musst nicht in der Hölle leben, um zu wissen, wie sich das anfühlt“

Die Supergroup im Talk zum neuen Album "The Sin Of Human Frailty".

Dennis Grenzel/3. Nov. 2023· Aktualisiert 2. April/4 Min.Foto: END / Offizielles Pressebild
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Dennis Grenzel


„Und du musst auch nicht auf den Tag des jüngsten Gerichts warten, um zu wissen, dass sich die Menschheit im Moment am Rande der Zerstörung befindet“, so Will Putney (Fit For An Autopsy), Gitarrist und Haupt-Songschreiber seiner Band END, über die Frage nach der Gefahr der Missdeutung von biblischen bzw. religiösen Verweisen in kulturellen Bereichen wie Musik, gerade natürlich im Moment.

END-Gitarrist Will Putney im Interview zum neuen Album

Man beschäftige sich jedoch lediglich mit den dunkleren Kapiteln der Menschheitsgeschichte im weitesten Sinne und beziehe da keinerlei Position. Zeiten wie diese seien zweifelsfrei jedoch eines davon. Es gebe da unzählige Deutungsmöglichkeiten, von daher wolle man sich lediglich damit beschäftigen, woher wir als Menschen überhaupt kämen. Das sei in Summe eine ganz schwierige Sache, schließlich habe das Thema Ikonografie ganz dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte erst hervorgebracht.

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Auf die Frage hin, ob ihm bewusst sei, mit einer Band wie END und deren extremer musikalischer Ausrichtung für alle Zeit auf so etwas wie kommerziellen Erfolg verzichten zu müssen, entgegnet Will Putney, dass es sich für niemanden in der Band anfühle, als müsse er in welcher Weise auch immer überhaupt auf etwas verzichten. Man denke über so etwas schlicht und ergreifend nicht nach. „Wir machen eben die Art Musik, die wir selber gerne hören und hören würden, ohne das irgendwie klassifizieren zu wollen. So etwas wie Erfolg oder kommerzieller Erfolg fühlt sich für uns an wie ein gänzlich fremdartiges Konzept“, so der Gitarrist.

Man schmeiße alle favorisierten Bands und deren Platten zusammen und kombiniere das mit seiner eigenen Vorstellung von packender und ergreifender Musik. Zusammen mit dem eigenen Verständnis von aggressivem Hardcore käme dann so ziemlich genau das raus, was End mit „The Sin Of Human Frailty“ just veröffentlicht haben.

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Und ja, die Motivation dieser Band ist schlicht. Man habe nie gedacht, jemals mehr als eine Veröffentlichung auf die Beine stellen zu können. Ziel sei, so Putney, die Songs so vielen Menschen wie nur möglich zugänglich zu machen. Seiner Vorstellung von Erfolg käme es nahe, überhaupt weiter Musik schreiben und veröffentlichen zu können und zusammen als Kollektiv die Welt bereisen zu können. insbesondere das Full Force Festival letzten Juni in Deutschland habe sich großartig angefühlt. Hier in Deutschland scheine man auch mit einer derartigen musikalischen Ausrichtung überwältigenden Anklang zu finden. „Die Szene hier schien uns unglaublich offen gegenüber extremen Musikrichtungen zu sein.“ Und eben jene Offenheit sei beileibe nicht selbstverständlich, so Putney.

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Mit Songs wie „Thaw“ und „Hollow Urn“ begeben sich END auf ihrem neuen Werk „The Sin Of Human Frailty“ auch in neuartige musikalische Gefilde, indem man elektronische Elemente einfügt, die den Gesamtsound noch vielschichtiger gestalten. „Das freut mich, dass das so gesehen wird. Klar ist unser ehernes Ziel, aggressive Musik zu veröffentlichen. Dieses Ziel kann jedoch auf vielerlei Wegen erreicht werden.

Experimentierfreudiger sind insbesondere Will und Greg während der Aufnahmen zur Cult Leader-Split geworden. Wir haben da mit Elementen gespielt, die dem Industrial recht nah sind. Und nachdem wir die Aufnahmen zum Song „The Host Will Soon Decay“ beendet haben, wussten wir, dass wir die Grenzen unserer Musik noch weiter dehnen wollen, um quasi die destruktive Palette zu erweitern“, lacht Putney. Das sei das nächste Zeil, das man sich gesteckt habe.

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Berechtigte Frage, wie eine Band wie END die wirtschaftliche Komponente als eher unbekannte Band betrachte, so etwa das Touren. „Rein finanziell gesehen ist das natürlich mittlerweile zu einem ganz klaren Problem geworden. Andererseits – so sehe ich das jedenfalls – ist es heut zu Tage aber sehr viel leichter geworden, durch das Internet mit Menschen in Kontakt zu kommen und auf sich als Band aufmerksam zu machen. Der Rat, der für mich funktioniert, ist der, eine Band aus Leidenschaft zu betreiben. Alle anderen Intentionen bieten ganz klar das Potenzial, recht oft enttäuscht zu werden. Und wenn uns etwas Gutes widerfährt, betrachten wir es eben als künstlerischen Bonus. Wir haben niemals daran geglaubt, mit END durch die Welt touren zu können – und wir tun es dennoch. Diesen Weg wollen wir weiter beschreiten. Und mit unserer Herangehensweise können wir nur positiv überrascht werden.“

Foto: END / Offizielles Pressebild

#Counterparts#END#Fit For An Autopsy

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