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Charlotte Sands: „Ich bin so stolz darauf, eine unabhängige Künstlerin zu sein“
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Interview

Charlotte Sands: „Ich bin so stolz darauf, eine unabhängige Künstlerin zu sein“

Die Musikerin im Gespräch über ihre Welttournee, die alternative Musikszene und Safe Spaces.

Laura-Marie Reiners/6. Jun. 2024· Aktualisiert 2. April/4 Min.Foto: Dillon Jordan / Offizielles Pressebild
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Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…


Charlotte Sands geht ihren eigenen Weg – und das schon von klein auf. Bereits im zarten Alter von neun Jahren performte die Überfliegerin ihre eigenen Songs, mit gerade einmal 15 Jahren veröffentlichte sie ein Album. Heute reist die in Massachusetts aufgewachsene Musikerin, die unter dem Einfluss von Pop-Punk-Legenden wie Avril Lavigne und Folk-Singer/Songwriter:innen groß geworden ist, um die ganze Welt.

Die Headliner-Tour zu ihrem im Februar erschienenen vollwertigen Debütalbum „Can We Start Over?“ ist ein voller Erfolg. Neben Shows in den USA, Australien und Großbritannien macht die Newcomerin im Juni auch in Deutschland halt. Zahlreiche Venues wurden hierzulande bereits hochverlegt.

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„Ein wahr gewordener Traum“, wie uns die Musikerin im Interview verrät. Um sich den Traum von der großen Bühne zu erfüllen, hat Charlotte sogar aufs College verzichtet und sich voll und ganz in die Musik gestürzt. Bis heute ist sie eine unabhängige Künstlerin. Kein Label zieht im Hintergrund die Strippen. Für viele ein riskanter Move, doch Charlotte hat nie an ihrem Plan gezweifelt: „Es hat sich immer so angefühlt, als ob es in den Sternen stehen würde und die Musik immer ein Teil meines Lebens sein wird.“

Charlotte Sands will ihre eigenen Entscheidungen treffen

Sie schreibt aber nicht nur Songs, sondern ist auch für die Arbeiten verantwortlich, bei denen normalerweise ein Label unterstützen würde. „Es ist ein ständiger Kampf, aber es ist auch sehr erfüllend. Der Versuch, die sozialen Medien, die Musikproduktion, mein Business, die Tourneen, das Marketing und mein Privatleben unter einen Hut zu bringen, ist etwas, das ich vielleicht nie perfekt hinbekomme, aber ich bin dabei, meinen Weg zu finden“, so die Musikerin. „Ich bin so stolz darauf, eine unabhängige Künstlerin zu sein, meine Kunst selbst zu besitzen und meine eigenen Entscheidungen zu treffen.“

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Stolz kann Charlotte auch auf ihre erste Welttournee sein. Die Pop-Rock-Queen hat sich zwar schon Bühnen mit Stars wie 5 Seconds of Summer und My Chemical Romance geteilt, doch eine eigene Tour mit eigenen Support-Acts sei etwas ganz Besonderes. „Es fühlt sich so surreal an”, gesteht die Musikerin und ergänzt: „Ich bin sehr stolz darauf, eine Tournee zu haben, die komplett von Frauen bestritten wird […].“

Als Support-Acts hat sich das blauhaarige Energiebündel nämlich ausschließlich weibliche Artists rangeholt. Für die europäischen Shows sind die Künstlerinnen AJA und Emi Jeen am Start. Frauenpower pur. In einer Branche, die immer noch hauptsächlich von männlichen Acts dominiert wird, ein starkes Zeichen.

Die eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen in der alternativen Szene seien laut Charlotte – trotz Verbesserungen in den letzten Jahren – immer noch ein großes Hindernis: „Je nach Tournee oder Festival gibt es meist nur eine sehr begrenzte Anzahl von Slots für weibliche Artists, was uns oft in eine Position bringt, in der wir das Gefühl haben, gegeneinander zu konkurrieren oder uns vergleichen zu müssen.“

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Mut, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen

Sie selbst habe aber viele positive Erfahrungen in der Szene machen dürfen: „Meine Karriere begann zu einer Zeit, in der mehr Frauen in der Musik anerkannt und gefeiert wurden, und glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der sich die Menschen der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, bewusster sind und daran arbeiten, sie zu lösen“. Für die Überfliegerin ist die alternative Musikszene „ein Symbol der Rebellion und des Aufbegehrens gegen die Norm. Es bedeutet, mutig zu sein in seinen Entscheidungen, Unabhängigkeit zu bewahren und unapologetisch man selbst zu sein.“

Und genau diese Botschaft möchte die Solokünstlerin auch ihren Fans vermitteln. Ihr liegt es am Herzen, mit ihren Shows Safe Spaces zu kreieren, in denen sich Menschen frei ausdrücken können und sich trauen, sich „in all ihrer Verrücktheit und Diversität akzeptierten“. Abseits der Bühne hat Charlotte einen Discord-Server über psychische Gesundheit ins Leben gerufen, „in dem sich die Leute über ihr persönliches Leben austauschen und sich gegenseitig um Rat fragen können, wenn sie ihn anderswo nicht bekommen.“

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Wo andere ihren Weg vielleicht noch suchen, hat Charlotte ihn schon längst gefunden. Die Reise hin zu ihrem ersten vollwertigen Longplayer und einer eigenen Welttour hat sie zu der Frau gemacht, die sie heute ist: „Ich fühle mich sicherer in dem, was ich als Person und als Künstlerin bin, als jemals zuvor.“

Und wie geht es weiter? Nach ihrer Tour, die am 21. Juni in London endet, möchte sich die Künstlerin erst einmal auf das Schreiben neuer Musik konzentrieren – aber die nächsten Konzerte lassen bestimmt nicht lange auf sich warten: „Ich liebe es, zu touren, und ich weiß ganz genau, dass ich weiterhin so oft wie möglich Konzerte spielen werde.“ Eine Tour mit den Punk-Legenden Green Day oder dem Rock-Ensemble Good Charlotte würden jedenfalls ganz oben auf ihrem Wunschzettel stehen. Oder Miley Cyrus. „Ich finde, sie ist eine der unglaublichsten Sängerinnen.“

Foto: Dillon Jordan / Offizielles Pressebild

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