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Beatsteaks im Interview: „Wir müssen nicht überall unseren Senf dazugeben, nur weil alle es machen.“
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Interview

Beatsteaks im Interview: „Wir müssen nicht überall unseren Senf dazugeben, nur weil alle es machen.“

Die Band im Interview zum neuen Album "Please".

Mauritz Hagemann/23. Jul. 2024· Aktualisiert 2. April/4 Min.Foto: Timmy Hargesheimer / Offizielles Pressebild
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Mauritz Hagemann


Ende Juni haben die Beatsteaks ihr neues Album „Please“ veröffentlicht. Das erste Album nach sieben Jahren – so viel Zeit hatte in der Geschichte der Band zuvor nie zwischen zwei Alben gelegen. Dass es aber lange gar nicht klar war, ob es überhaupt noch ein neues Album geben würde, haben uns die Gitarristen Bernd Kurtzke und Peter Baumann sowie Schlagzeuger Thomas Götz im Interview verraten.

Beatsteaks und die lange Pause

Wenn das letzte Album sieben Jahre her ist, dazwischen aber auch eine Pandemie und eine Bandpause auf unbestimmte Zeit liegt, dann dauert es, bis man sich wieder an die Routinen einer Band gewöhnt. Das merken auch die Beatsteaks im Dauerstress rund um die Veröffentlichung ihres Albums „Please“. Pressetermine, Promo und so weiter. Das ist sicher nicht die Lieblingsbeschäftigung der Band, aber irgendwie auch Teil des Ganzen, wie Bernd Kurtzke erklärt. „Klar, das ist auch schon ganz schön anstrengend. Aber wir wissen ja, dass es zu einer Albumveröffentlichung dazugehört. Und nach so langer Zeit ist es auch mal wieder ganz schön.“ Dass es nach der Veröffentlichung des 2017er-Albums „Yours“ sieben Jahre dauern würde, bis der Nachfolger erscheint, war aber weder geplant noch absehbar.

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“Wir wussten nicht, ob wir noch eine Band waren.“

Klar war nur, dass die Band, die seit 1995 besteht und seit den 00er-Jahren mehr oder weniger ständig auf Achse war, 2018 erst einmal eine Pause brauchte. Die Akkus aufladen, sich mit etwas anderem als der Band beschäftigen, den nach so langer Zeit wohl nötig gewordenen Abstand gewinnen, wie Thomas Götz beschreibt. „Gesehen haben wir uns in der Zeit eigentlich nicht. Wir hatten als Band auch nur sehr wenig Kontakt zueinander. Es gab auch keinen Plan, ob und wie es weitergeht. Wir wussten nicht einmal, ob wir überhaupt noch eine Band waren.“

Dementsprechend gab es für die Beatsteaks 2018 auch keinen Plan für eine etwaige Rückkehr. Allerdings hätte die Band wohl nichts dagegen gehabt, schon recht früh wieder auf die Bühnen zurückzukehren. Doch dann machte die Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 einen dicken Strich durch alle Live-Pläne der Berliner. Die Pause wurde länger und länger.

Das Fusion als magischer Moment

Und so dauerte bis zum Jahr 2022. Live-Shows waren wieder möglich und auch die Beatsteaks wagten sich wieder auf die Bühne. Erst einmal nur mit recht wenig neuem Material, wenngleich die 2022 erschienene Single „Kommando Sunshine“ als eine Art Fundament für das neue Album angesehen werden kann. Dennoch lag der Fokus der Band erst einmal auf der Rückkehr auf die Bühnen. Ohne großen Druck, ohne Deadlines im Nacken entstanden so mit der Zeit immer mehr neue Ideen für das neue Album.

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Erst im letzten Jahr ging es dann richtig zur Sache. Denn im Anschluss an die Show beim Fusion Festival 2023 ging es für die Band nicht nach Hause, sondern in das Berliner Columbia Theater. Genau hier verwandelten sich anschließend knappe 25 Skizzen in elf vollwertige Albumsongs. Man merke dem Album sicher an, dass die Beatsteaks schon fast 30 Jahre im Geschäft sind, da sind sich die Bandmitglieder einig. Aber aus ihrer Sicht ist „Please“ eine gute Mischung zwischen dem, was man von Beatsteaks hören will und einer neuen, reiferen Note. Einhelliger Favorit der Band: „Traumschiff“. Wie MoreCore das Album einschätzt, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

„Wir müssen nicht überall unseren Senf dazugeben, nur weil alle es machen.“

Mit dem Album im Gepäck ging und geht es in diesem Jahr natürlich wieder auf zahlreiche Bühnen. Darunter die großen Festivalbühnen und fast durchweg ausverkaufte Hallen im Herbst. Aber ganz bewusst spielte die Band im Juni noch vor der Albumveröffentlichung eine Tour, die sie durch eine Reihe autonomer Jugendzentren führte. Für die Beatsteaks nicht nur eine schöne Erinnerung an die Anfänge der Band, sondern auch ein gesellschaftliches Statement. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Band will damit gerade in den Gegenden Deutschlands, in denen in Sachen Kultur ziemlich wenig geht, ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für Punkrock, für Vielfalt und das Miteinander. Und ein Zeichen gegen das Sterben kleiner Clubs und Szenen. Für die Beatsteaks ist die Tour in einer aufgeheizten politischen und gesellschaftlichen Lage ganz klar das Mittel der Wahl. „Man kann als Band natürlich zu allem etwas sagen und sich sofort positionieren, wenn andere es verlangen. Aber das ist irgendwie nicht unsere Art. Wir setzen lieber sehr bewusst Zeichen – zum Beispiel mit dieser Tour. Wir müssen nicht überall unseren Senf dazugeben, nur weil alle es machen.“, erklärt Bernd Kurtzke die Haltung der Band. Eine erfrischende Ansage der Punkrock-Veteranen, von denen sich sicher viele eine Scheibe abschneiden können. Apropos Scheibe: Mit der neuen Scheibe „Please“ haben sich die Beatsteaks zurück ins Rampenlicht gespielt. Bis zum nächsten Album dann nicht wieder sieben Jahre warten, please!

Foto: Timmy Hargesheimer / Offizielles Pressebild

#Beatsteaks

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