Dana Chojetzki
Kleinstädte in den USA bergen oft die intensivsten Geschichten. Greenville, South Carolina, die Heimat von YOUR SPIRIT DIES, ist eine davon. Die Band kanalisiert die Energie ihrer Herkunft in eine unbändige Underdog-Mentalität und ein musikalisches Feuer, das nun in ihrer neuesten Veröffentlichung gipfelt. Am 22. Mai erscheint über MNRK Heavy die neue EP „It Is Well…“.
Nachdem das letztjährige Album „My Gnawing Pains Will Never Rest“ bereits von Kritikern als aufrichtiger Liebesbrief an die Ozzfest-Ära und den Übergang vom Myspace- zum Facebook-Hardcore gefeiert wurde, knüpft das Quintett nun nahtlos an diesen Erfolg an. Für die drei neuen Tracks arbeiteten Brandon Byars (Gesang), Tyler Dorman (Gitarre), Hunter Lenoir (Gitarre), Killian Dawson (Bass) und Keenan MacNeal (Schlagzeug) mit Star-Produzent Randy Leboeuf (u.a. Boundaries, Dying Wish) zusammen. Das Ergebnis ist laut Sänger Brandon Byars genau das, wonach die Band jahrelang gesucht hat: Ein Sound, der Einflüsse von At The Gates, Killswitch Engage oder Napalm Death aus einer modernen, düsteren Perspektive betrachtet.
Eine Reise durch die Finsternis: Die Songs im Check
Die EP ist als kurzes Konzeptwerk angelegt, das mit religiöser Bildsprache spielt und die Folgen eines armageddonähnlichen Ereignisses thematisiert - fernab von sonntäglichen Kirchengeschichten, sondern geprägt von Zweifel und der Frage nach einem Gott, der seine Schöpfung in der Dunkelheit zurücklässt.
"It Is Well..." beginnt ohne Vorwarnung mit der Vorabsingle „Starless“, die den Hörer von Null auf Hundert in eine klangliche Apokalypse katapultiert. Brachiale Shouts von Brandon Byars und messerscharfe Gitarrenriffs treffen auf ein mörderisches Drum-Tempo, das sofort Bewegung provoziert. In nur 2:39 Minuten entfaltet sich ein dichter Mix aus modernem Metalcore und Death- sowie Hardcore-Einflüssen, bei dem wuchtige Breakdowns auf fast schon schwebende, melodische Leads treffen. Thematisch führt der Song in eine düstere Endzeit-Erzählung ein, in der die Menschheit nach einem armageddonähnlichen Ereignis in der „sternlosen Dunkelheit“ zurückgelassen wird - ein intensiver, apokalyptischer Start, der nach einer finalen Steigerung recht abrupt endet.
Aus dieser Stille erhebt sich mit „When Peace, Like A River“ eine nur 56-sekündige Atempause, die jedoch kaum für Entspannung sorgt. Atmosphärische Gesänge, die an einen klassischen Sonntagsgottesdienst erinnern, erzeugen eine mystische, fast schon unheimliche Stimmung. Dieses Zwischenstück fungiert als perfekte atmosphärische Brücke und bereitet den Hörer auf das Finale vor, indem es die religiöse Symbolik der EP aufgreift, bevor der Sound erneut umschlägt.
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Der finale Track „Whispers In Omen“ knüpft nämlich genau dort an, wo der Opener aufgehört hat: bei purer, unbändiger Energie. Von der ersten Sekunde an prasselt ein Gewitter aus Schlagzeugsalven und dröhnenden Riffs auf den Zuhörer ein, was eine beklemmende, fast erdrückende Sounddichte schafft. Brandon Byars zeigt sich hier erneut in Höchstform und wechselt spielerisch zwischen angepissten Screams und tiefen Growls, während das Instrumental mit hämmernder Präzision alle Stärken der Band bündelt.
Fazit
Mit „It Is Well…“ haben YOUR SPIRIT DIES ein kurzes, aber unglaublich intensives Kunstwerk geschaffen. Die EP ist wie ein rasanter Trip: Man ist danach erschöpft, aber glücklich. Die Band beweist erneut ihr Talent, Stilmittel so zu arrangieren, dass sie maximale Wirkung entfalten. Auch wenn man sich nach diesen drei Tracks definitiv mehr Material gewünscht hätte, macht die EP genau das, was sie soll: Sie zeigt das riesige Potenzial dieser Band und macht verdammt viel Lust auf alles, was da in Zukunft noch kommen mag.
▶Tracklist 3 Songs
- 1Starless2:40
- 2When Peace, Like A River0:56
- 3Whispers In Omen4:03
