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Thinner - You Don’t Want Me
ReviewHardcorePunkrock

Thinner

You Don’t Want Me

Album

VÖ 08. Juli 2022Midsummer Recordscd · vinyl
Kevin Postir/3. Juli 2022
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Eine Kombination, die bereits seit Jahrzehnten eng zusammengehört, ist roher, eingängiger Hardcore und eine klare, rotzige Haltung, direkt von der Straße. Thinner veröffentlichen mit ihrem Album „You Don’t Want Me“ am 08.07.2022 genau das. Damit zeigt die aus Berlin stammende Band, dass der Hardcore aus Deutschland keineswegs eingeschlafen ist. Die neun Song starke Platte, wird über Midsummer Records veröffentlicht und wir hatten vorab schon einmal die Möglichkeit, das gute Stück hören zu können.

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Bereits mit dem ersten Song „Cold City“ startet das Quartett ab der ersten Sekunde voll durch. Schnörkellos und angriffslustig klatscht den Fans ein Song im besten und klassischen Hardcore-Stil entgegen. Darüber hinaus nehmen sich Thinner die Zeit, um einen Two Step-Part nach alter Schule vom Stapel zu lassen.

Vielfältigkeit im Genre-Rahmen

Es wirkt beinahe so, als hätte es tief in den Jungs von Thinner gebrodelt. Als wäre es an der Zeit das herauszurufen, was der Band so lange auf der Seele gebrannt hat. So wirken Songs, wie „Rest My Head“, oder „Santiago“ besonders wütend und heben sich durch ihre rohe Aggressivität im positiven von anderen Tracks ab.

Die Verwendung von Groupshouts sorgt darüber hinaus in Songs, wie „Rest My Head“ für einen breiteren, tiefer gehenden Sound, während Thinner im Song „The Bait“ deutlich mehr Riffs aufweisen, die durch die Verwendung von Oktaven an Tiefe und Durchschlagkraft gewinnen. All diese Elemente sorgen im Rahmen des klassischen Hardcores für Abwechslung, ohne aus der Art zu schlagen. Die Band beweist damit, dass sie die Stilistik der Szene bestens kennt und umzusetzen weiß.

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Doch auch die notwendige Schwere wissen Thinner bestmöglich umzusetzen. So ist „Torn Letters“ spürbar langsamer und schwerfälliger, wirkt an der ein oder anderen Stelle allerdings auch etwas repetitiv. „How Much Is Enough“ besitzt darüber hinaus einen eher wehmütigen Touch und bereichert dadurch das emotionale Portfolio des Albums. Einziger Kritikpunkt an diesem Song ist wohl das Crash-Becken, welches ungewöhnlich flach klingt, dem Song in seiner Tiefe allerdings keine Minderung beschert.

Thinner schöpfen aus vergangenen und aktuellen Projekten

Thinner ist für die Band keineswegs ein Einstiegs-Projekt. Mit vergangenen Projekten veröffentlichte Frontmann Adrian bereits in den 90er Jahren Musik. Gitarrist Dominik betreibt darüber hinaus neben Thinner ein weiteres Projekt unter dem Namen For Them All. All diese Einflüsse und Erfahrungen sind es, die die Musik auf „You Don’t Want Me“ so authentisch macht und die Message der einzelnen Tracks in aller Kürze auf den Punkt bringt.

So ist es sehr wahrscheinlich nicht nur die Erfahrung im Songwriting, sondern auch die Live-Performance, die sich die Musiker in den vergangenen Jahren angeeignet haben dürften. Hier können sich Fans der Band sicher auf einiges in der kommenden Zeit freuen.

Ein Produktionsteam, das sich sehen lassen kann

Auch bei der Produktion von „You Don’t Want Me“ gehen Thinner keinerlei Risiken ein. So wurde das Album 2020 in Hamburg von Timo Höcke (Mantar, Blackdraft) aufgenommen. Das Mastering wurde darüber hinaus von Aljoscha Sieg (Nasty, Any Given Day, Electric Callboy) und Seb Monzel (His Statue Falls, Mayfever) in den Pitchback Studios zu Köln erledigt.

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Es ist spannend zu sehen und zu hören, was die Herrschaften von Thinner mit „You Don’t Want Me“ abliefern. Ein gradliniges und eingängiges Album, das keine Kompromisse macht, von Produktionsseite allerdings auch nichts dem Zufall überlässt. Wir sind sehr gespannt, wohin es die Jungs aus Berlin in Zukunft treiben wird.

Foto: Nesrin Yüksel / Offizielles Pressebild

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Fazit

9/10
· Hervorragend

Mit ihrem Album „You Don’t Want Me“ zeigen Thinner, dass sie aus den Tiefen des Hardcores entstammen und keinerlei Wünsche hegen, diesem zu entfliehen. Die Songs geben Fans genau das, was sie erwarten: Aggressivität, Message und Rotz. Darüber hinaus versteht es die Band, im Rahmen des Genres eine Vielfältigkeit zu schaffen. Kritikpunkte sind an dieser Stelle eher geringfügiger Natur, hier geht es um Passion.

Thinner - You Don’t Want Me

Thinner

You Don’t Want Me

Album

VÖ 08. Juli 2022

cd · vinyl

Midsummer Records

▶Tracklist 9 Songs
  1. 1Cold City
  2. 2You Can‘t Have it All
  3. 3Torn Letters
  4. 4Rest My Head
  5. 5How Much Is Enough
  6. 6You Don't Want Me
  7. 7Short Term Change Req.
  8. 8The Bait
  9. 9Santiago
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Thinner·Hardcore·Punkrock

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Thinner
Foto: Nesrin Yüksel / Offizielles Pressebild von Thinner

Thinner

DeutschlandSeit 2012

Foto: Nesrin Yüksel / Offizielles Pressebild von Thinner

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