
Markus Seibel
Mit ihrem achten Studioalbum „An Ending In Itself“ schlagen Sleeping With Sirens ein neues Kapitel auf, ohne dabei ihre Vergangenheit aus den Augen zu verlieren. Bereits die vorab veröffentlichten Singles „Forever/Always“ und der Titeltrack machen deutlich, wohin die Reise geht: zurück zu den emotionalen Wurzeln der Band, jedoch mit einer spürbaren musikalischen Reife. Die Mischung aus nostalgischer Vertrautheit und frischen Impulsen zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk.
Die Band wirkt fokussiert und selbstbewusst, als hätte sie ihre Identität nach Jahren des Wandels endgültig wiedergefunden. Dabei geht es nicht um eine bloße Wiederholung früherer Erfolge, sondern um deren Weiterentwicklung. „An Ending In Itself“ versteht sich als Rückschau und Neuanfang zugleich.
Produziert von Will Yip, der bereits mit Größen wie Turnstile, Circa Survive und Movements gearbeitet hat, entfaltet das Album eine bemerkenswerte Klangtiefe. Die Produktion verleiht den Songs eine angenehme Balance zwischen Druck und Transparenz. Wuchtige Gitarren treffen auf eingängige Melodien, während die Rhythmussektion die notwendige Dynamik liefert. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für die charakteristische Stimme von Kellin Quinn, die nach wie vor das emotionale Zentrum der Band bildet. Seine unverwechselbare Mischung aus Verletzlichkeit und Intensität transportiert die Inhalte glaubwürdig und nahbar. Gerade in den ruhigeren Momenten zeigt sich, wie viel Feingefühl in den Arrangements steckt.
Zurück ins Feuer
Textlich setzt sich die Band mit Vergänglichkeit, Selbstzweifeln und den Konsequenzen persönlicher Entscheidungen auseinander. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre spiegeln sich in reflektierten und oftmals nachdenklichen Zeilen wider. Dennoch verliert sich das Album nie in Hoffnungslosigkeit. Vielmehr entsteht das Bild einer Band, die gelernt hat, ihre Narben anzunehmen und daraus neue Stärke zu ziehen.
Die Songs wirken ehrlich und ungefiltert, ohne dabei ins Pathetische abzudriften. Besonders die bereits bekannten Singles verdeutlichen diesen Ansatz eindrucksvoll und verbinden emotionale Offenheit mit hymnischen Refrains. Diese Authentizität zählt zu den größten Stärken der Platte.
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Stillstand ist keine Option
„An Ending In Itself“ ist letztlich weit mehr als nur das nächste Album in der Diskografie von Sleeping With Sirens. Es ist eine Bestandsaufnahme einer Band, die auf eine bewegte Karriere zurückblickt und dennoch mit neuer Energie nach vorne schaut. Die Rückkehr zu vertrauten Tugenden gelingt, ohne altbacken oder berechnend zu wirken. Stattdessen entsteht ein Werk, das langjährige Fans ebenso abholt wie Hörerinnen und Hörer, die die Band erst jetzt für sich entdecken.
Die Verbindung aus Alternative Rock, emotionaler Ehrlichkeit und moderner Produktion macht dieses Album zu einem überzeugenden Statement. Sleeping With Sirens beweisen eindrucksvoll, dass ein Blick zurück manchmal notwendig ist, um den Weg nach vorne klarer erkennen zu können.
Fazit
„An Ending In Itself“ ist ein starkes Album, dass die Wurzeln von Sleeping With Sirens mit neuer Reife verbindet. Emotional, eingängig und ehrlich beweist die Band, dass sie auch nach all den Jahren noch viel zu sagen hat.

▶Tracklist 12 Songs
- 1An Ending In Itself
- 2Forever/Always
- 3God In My Head
- 4Need You Here
- 5Left On Repeat
- 6House Of Matches
- 7Waiting For You
- 8Paralyzed
- 9Process
- 10PTSD
- 11Looking Back At Me
- 12Storm Clouds

