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Sleep Token - Take Me Back To Eden
ReviewAlternativeDjentProgressive

Sleep Token

Take Me Back To Eden

Album

VÖ 19. Mai 2023Spinefarm / Silent Room Recordingscd · vinyl
Mauritz Hagemann/15. Mai 2023
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SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
M

Mauritz Hagemann


Band der Stunde. Das hört sich auf den ersten Blick gewaltig an, ist aber eine Auszeichnung, die wohl auf keine andere Band so gut zutrifft wie auf Sleep Token. Auch wenn die Band aus London schon seit 2016 unterwegs ist und uns seitdem regelmäßig mit neuer Musik versorgt, hat der Hype vor allem in den letzten Monaten noch einmal deutlich zugenommen. Konsequent, dass die Band in den kommenden Wochen auch ein Festival nach dem nächsten besuchen wird. Spätestens dann wird sich wohl erst recht niemand mehr der Band aus London entziehen können. Im Gepäck haben wird die Band dann auch ihr neues Album „Take Me Back To Eden“.

Das Studioalbum Nr. 3 enthält zwölf Songs, von denen aber sechs bereits bekannt sind. Auch hier zeigt sich also, dass Sleep Token mit dem Trend gehen. Wenn man sich anschaut, wie gut die bisher veröffentlichten Songs ankommen, dürfte auch „Take Me Back To Eden“ zum Selbstläufer werden. Oder?

Sleep Token-Album Nr.3: Die Singles geballt am Anfang

Das Album startet mit „Chokehold“, also dem Song, der als erster neuer Song bereits im Januar diesen Jahres veröffentlicht wurde. Ein typisches und passendes sphärisches Intro, das in Sachen Sound keine Wünsche offen lässt.

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„The Summoning“ folgte seinerzeit im Januar nur einen Tag nach der Veröffentlichung von „Chokehold“ und ist auch auf „Take Me Back To Eden“ Song Nummer 2. Der Track ist zumindest nach dem Streamingzahlen bei Spotify der bisher erfolgreichste der Band. Nachvollziehbar, hat er doch bei aller Progressivität, die die Band mitbringt, klare Strukturen und viele eingängige Passagen.

Herausforderungen, auf die man sich einlassen muss

Übrigens dauert es auf „Take Me Back To Eden“ einige Zeit bis zum ersten bisher unveröffentlichten Song. Der heißt „Ascensionism“ und ist mit über sieben Minuten Spielzeit sogar für Sleep Token-Verhältnisse zeitlich schon eine echt Herausforderung. Der Song nimmt sich dementsprechend auch viel Zeit für den Aufbau und wechselt dann nach fast zwei Minuten in einem musikalisch überraschenden Part, der zeitweise fast schon an einen R’n’B-Song erinnert. Von dort geht es abermals in einen neuen Part; dieses Mal stehen die schweren Gitarren im Vordergrund. Das ist schon ziemlich schwere Kost und doch schafft es die Band hier, nicht den roten Faden zu verlieren. Dennoch wird klar, weshalb es andere Songs geschafft haben, zur Vorab-Single zu werden.

Auch „Are You Really Okay?“ hat diesen Status wohl zurecht nicht erreicht. Wir wissen zwar nicht, wer sich hinter Sleep Token versteckt. Die Ballade zeigt aber, dass es doch ganz gewöhnliche Menschen sind, die ganz gewöhnlich und menschlich ganz gewöhnliche Balladen schreiben. Hat hier jemand langweilig gesagt? Ganz so drastisch ist es nicht, doch auch Sleep Token-Alben haben offensichtlich ihre Längen.

Mit mehr Ruhe in die zweite Hälfte

Generell fällt in der zweiten, also der weitgehend noch unbekannten Hälfte des Albums auf, dass es deutlich ruhiger zugeht. Insofern fügt sich auch „DYWTYLM“, die erst vor wenigen Wochen veröffentlichte jüngste Vorab-Single, gut in die Stimmung dieser zweiten Hälfte ein. Diese Hälfte hat aber neben den bereits erwähnten eher biederen Songs auch noch richtige Highlights zu bieten.

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„Rain“ bietet beispielsweise die schon weiter oben erwähnten Wechsel verschiedener Parts, wobei die Grundstimmung und das Sphärische des Songs zu keinem Zeitpunkt verloren gehen. Sleep Token at its best – genau das macht die Band und ihren Erfolg aus.

Take Me Back To Eden: Der Titeltrack als Highlight

Und auch der Titeltrack „Take Me Back To Eden“ verdient hier noch eine Erwähnung. Nicht nur, weil er mit über acht Minuten in Sachen Länge die Nase ganz vorne hat. Nein, auch dieser Song ist in Sachen Songwriting ein Stück aus dem Lehrbuch. Ob der überraschend brutale Part am Ende notwendig ist, kann man sicher differenziert beurteilen. Doch insgesamt ist der Song wie eine Blaupause für den Stil, mit dem Sleep Token gerade die Massen begeistern. Auch wenn es sicher kommerziell erfolgreiche Songs gibt und geben wird.

„Euclid“ bildet dann das, was man fast schon alles versöhnliches Ende des Albums bezeichnen kann. Die Grundstimmung des Songs ist positiver als der Großteil des Albums, das Songwriting erinnert zeitweise an Pop-Halbballaden. Durchaus überraschend, aber letztlich vor allem der Beweis für die enorme Bandbreite, die Sleep Token und ihre Songs ausmachen.

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Wie groß ist also der Erkenntnisgewinn durch „Take Me Back To Eden“? Sind es die schon bekannten Singles plus etwas Bonusmaterial? Nein, keineswegs. Das Album bietet ein deutlich differenziertes Bild als die Singles – auch gemeinsam betrachtet – jemals könnten.

Dass Sleep Token in Sachen Progressivität und Sphäre eine Ausnahmeerscheinung sind, war vielleicht schon vorher klar. Doch Album Nr. 3 untermauert diesen Status ohne Frage. Dass nicht jeder Song zündet, nimmt der Band dabei nichts von ihrer Wirkung. Menschliche Schwächen nehmen dem Kunstwerk also keineswegs das Geheimnisvolle. Für Sleep Token wird der erfolgreiche Weg sicher erst einmal weiter gehen.

Foto: Andy Ford / Offizielles Pressebild

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Fazit

8/10
· Sehr stark

Muss man überhaupt noch in ein Album reinhören, von dem man vieles schon kennt? Ja, muss man. Denn auf „Take Me Back To Eden“ gibt es auch über die schon bekannten Singles hinaus immer noch genug zu entdecken. Bis man fündig wird, könnte es etwas dauern, doch es lohnt sich, sich auf das ganze Album einzulassen und Sleep Token ganz und vollkommen auf sich wirken zu lassen.

Sleep Token - Take Me Back To Eden

Sleep Token

Take Me Back To Eden

Album

VÖ 19. Mai 2023

cd · vinyl

Spinefarm / Silent Room Recordings

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1Chokehold
  2. 2The Summoning
  3. 3Granite
  4. 4Aqua Regia
  5. 5Vore
  6. 6Ascensionism
  7. 7Are You Really Okay?
  8. 8The Apparition
  9. 9DYWTYLM
  10. 10Rain
  11. 11Take Me Back To Eden
  12. 12Euclid
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