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Silverstein - Dead Reflection
Review

Silverstein

Dead Reflection

Album

VÖ 14. Juli 2017
Jonas Happel/13. Juli 2017
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J

Jonas ist einer der Heads von MoreCore und kümmert sich hauptsächlich um die Pressearbeit, Zahlen, diverse Projekte sowie die Kommunikation mit Partnern, Labels und Bands. In seiner Freizeit vertritt er in Perfektion die kölsche Lebensart, die er nach über zehn Jahren in der Rheinmetropole nun auch im Münsterland auslebt. Dazu gehört auch, für jeden im Team ein offenes Ohr zu haben! Zudem ist er auf vielen Konzerten und Festivals anzutreffen, schwingt super gerne mal den Kochlöffel und schreibt nebenher Musik für Kinder. Beruflich arbeitet Jonas als Lehrer für Sonderpädagogik an zwei inklusiven Grundschulen in Bocholt.


Hallo Freunde des guten Musikgeschmacks! Es ist wieder an der Zeit, ein paar Zeilen über Musik zu schreiben. In diesem Fall über Musik, die mich schon über zehn Jahre begleitet. So ganz genau kann ich euch leider nicht mehr sagen, wann ich den ersten Silverstein Song gehört habe, aber ich war auf jeden Fall noch richtig jung.

Mittlerweile hat sich die Drei bei mir vorne angestellt und auch die Jungs aus Kanada sind älter geworden.

17 Jahre nach ihrer Bandgründung legen die Herrschaften um Fronter Shane Told nun ihr achtes Studioalbum auf den Tisch. Wie sich „Dead Reflection“ schlägt, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Processed with VSCO with hb1 preset
Processed with VSCO with hb1 preset

Ich muss gestehen, dass SILVERSTEIN für mich eine Band ist, die ihrem Stil immer treu geblieben ist und sich im Laufe ihrer Karriere nicht wirklich mit Sound-Veränderungen aus dem Fenster gelehnt hat. Ich habe das aber auch nie gebraucht, denn was die Jungs alles für Hits auf ihren Alben produziert haben, spricht für sich. Viele von euch werden dem Post-Hardcore sicher über die Jahre abgeschworen haben, Fans der alten Stunde feiern die Kanadier aber auch heute noch ab. Und mal ehrlich, wer hat nicht „Smile In Your Sleep“ oder „My Heroine“ in seiner Evergreen-Playlist? Ich freue mich auf jeden Fall immer wieder wie ein kleines Kind auf neuen Output der Jungs und darf euch nun auch meinen Senf zum Album präsentieren.

„Dead Reflection“ startet mit „Last Looks“ und einem energiegeladenen Intro. Hach, da bekommt man doch direkt Bock auf mehr. Vor allem die Drums treiben den Song ordentlich nach vorn. Der Punch vom Beginn des Songs kann sich zwar halten, mir fehlt aber gerade im Refrain dann doch die packende Melodie. Schade, aber trotzalledem ein feiner Start ins Album.

Weiter geht es mit „Retrograde“, welches im Mai dieses Jahres seine Auskopplung feierte. Schon fast ungewohnt hart präsentiert sich hier der Einstieg des Songs. Aber genau das will ich eigentlich öfters bei SILVERSTEIN hören. Melodische Parts, gekoppelt mit einer passenden Portion Härte. Genau das hat für mich die Musik der Jungs immer ausgemacht. Bei „Retrograde“ gelingt dies in Perfektion! Und dann dieser Refrain mit einer wahren Ohrwurm-Melodie, wunderbar.

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„Lost Positives“ solltet ihr alle bereits seit Mitte Juni kennen. Sowieso haben SILVERSTEIN mit fünf (!) Auskopplungen vor Album-Release, knapp die Hälfte der Songs bereits ihren Fans präsentiert. Einfacher für mich, denn dann kennt ihr den Kram sowieso schon. Kurz und knackig: Der Track kommt in den Strophen ruhiger daher und präsentiert sich im Refrain schon sehr balladenhaft. Trotz allem eine packende Melodie, die im Ohr bleibt. Und die Pre-Parts vor den Strophen bringen dann schließlich den nötigen Druck in den Song. Solides Ding!

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„Ghost“ erblickte bereits im Oktober 2016 das Licht der Welt, ist also quasi schon ein „altes Eisen“ auf dem Album. Guter Song mit einem starken Refrain, wo mir die hohen Gesangsparts von Shane in den Strophen aber nach mehrfachen Hören etwas auf den Wecker gehen. Andere Tonlagen stehen dem Mann einfach besser! Aber gut, Geschmäcker sind ja verschieden.

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Weiter geht es mit „Aquamarine“ und da erinnere ich mich wahrlich an alte SILVERSTEIN-Zeiten zurück. Der Track hätte auch locker auf „Arrivals & Departures“ landen können. Und hier merkt man dann auch extrem, dass Shane sich immer wieder an ähnlichen Gesang-Lines bedient. Das ist nicht negativ gemeint, denn ich kriege von diesen eigentlich nie genug, aber so manchen Leuten könnte ein „schon wieder?“ durch den Kopf geistern. Egal, vor der Bühne kann man auf den Song auf jeden Fall super abgehen und lauthals mitsingen. Einer meiner Lieblinge auf dem Album!

„Mirror Box“ wurde uns erst diese Woche um die Ohren geballert und zeigt die eher ruhigere Seite der Band. Das können die Jungs auch eigentlich richtig gut, der Song holt mich allerdings nicht so ganz ab. Warum ist schwierig zu sagen. Wahrscheinlich liegt es am Vergleich mit anderen Balladen der Bands, denn da gibt es einfach viel bessere und eingängigere als diese. Aber hört einfach selbst mal rein!

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Wer es gerne was flotter mag, kann sich anschließend an „Demons“ erfreuen. Ein bisschen mehr Punk-Attitude in den Strophen und ein feiner Breakdown erfreuen sicher die Herzen einiger von euch. Und der Refrain lädt auch zum Mitsingen ein, gutes Teil! Mit „Afterglow“ folgt dann mein persönliches Highlight der Platte!

Zu Beginn Radioeffekt auf Shanes Stimme, eine treibende Strophe und dann ein richtig starker Refrain. Pures „Sommer-Feeling“ mit ordentlich „Gute-Laune-Faktor“. Das Ding geht, trotz wenig Härte, ordentlich voran und wird euch definitiv gefallen! Hier würde ich mich sehr über ein Musikvideo freuen.

Bei „Cut And Run“ kann mich anschließend vor allem das coole und abwechslungsreiche Zusammenspiel von Gitarren und Drums überzeugen. In der Studio-Documentary der Band sprechen die Bandmitglieder auch über das häufige Umschreiben von einzelnen Git- und Drumparts während der Pre-Production, um diese am Ende perfekt zu vereinen. Das war bei diesem Song bestimmt immens der Fall. Erfrischender Track, der gesanglich aber nicht allzu stark daherkommt. Aber es darf ja auch mal mehr das Instrumentale glänzen.

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Ihr habt Bock auf eine Ballade? Dann könnt ihr euch nun bei „Secret’s Safe“ zurücklehnen. Ich mach es kurz: Solides Ding, aber das können die Jungs besser. Die Gesangsmelodie bleibt aber trotzdem hängen. Dieser Shane schafft es aber auch immer wieder! Mit „Whiplash“ darf es dann nochmal etwas mehr nach vorne gehen. Überzeugt mich durchaus, vor allem weil der Refrain mal wieder sehr stark daherkommt. „Wake Up“ beendet schließlich die Platte und zeigt nochmal die ruhige Seite der Jungs. Cooler Gitarrensound mit feinem Hall, sehr tragende Strophen, die mir jedoch schon fast zu tragend sind. Ab min. 2:30  holt mich der Song dann aber doch noch ab! Am Ende ganz ok.

Fazit:

Die Jungs aus Kanada haben es mal wieder geschafft mich zu packen! „Dead Reflection“ kommt mit richtig guten Parts und Songs daher und kann sich daher erfolgreich in die SILVERSTEIN-Diskografie einreihen. Allerdings sind mir hier und da die Melodien nicht stark genug. Aber gut, die Jungs haben uns in der Vergangenheit auch zu oft und zu sehr verwöhnt. Die Tracks werden aber zum Großteil vor und auf der Bühne sicher richtig gut funktionieren. Meine Favoriten: „Retrograde“, „Aquamarine“ und „The Afterglow“. Unbedingt reinziehen und abfeiern!

Wertung: 7/10

Band: Silverstein

Albumtitel: Dead Reflection

Songs: 12

Genre: Post-Hardcore/Emo/Punk

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Silverstein

Älteres ReviewThe Acacia Strain - Gravebloom
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Silverstein
Foto: Silverstein / Offizielles Pressefoto

Silverstein

KanadaSeit 2000

Silverstein ist eine kanadische Band aus Burlington, Ontario. Gegründet wurde die Kombo 2000 von den heute noch aktiven Bandmitgliedern Shane Told (Gesang), Josh Bradford (Gitarre) und Paul Koehler (S…

149 Artikel auf MoreCore

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