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Norma Jean - Deathrattle Sing for Me
ReviewMetalcore

Norma Jean

Deathrattle Sing for Me

Album

VÖ 12. August 2022Solid State Recordscd · vinyl
Kevin Postir/8. August 2022
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Mit ihrem nunmehr neunten Studioalbum haben sich Norma Jean große Ziele gesetzt. Die Platte, die auf den Namen „Deathrattle Sing For Me“ hört, hat das Ziel ein intimes, einnehmendes Ambiente zu schaffen, welches die Fans auf 13 Songs den Alltag vergessen lassen soll. Ob das der Band gelungen ist und ob das Album, das diesen Freitag erscheint, auch abseits dessen etwas zu bieten hat, das haben wir schon einmal für euch herausgefunden.

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Die akribische Arbeit, die im vergangenen Jahr und seit dem letzten Album „All Hail“ aus dem Jahre 2019 in „Deathrattle Sing For Me“ geflossen ist, hört man bereits ab dem ersten Song. „1994“, der erste Track des Albums beginnt mit Samples einer lallenden Vinyl, darüber hinaus legt sich ein bedrohlicher Krach über das Stück, welcher lediglich durch das Zusammenspiel aus Gitarrenriff und Shouts übertönt wird.

Insgesamt wirkt der Song durch diese Vielzahl an Layern unterschiedlichster Couleur spannend, ungeordnet und gleichzeitig mit sich im Einklang. Ein Eindruck, der für das gesamte Album gelten sollte, denn ähnliche Gedanken kommen auch bei Stücken wie „Any%“, oder „A Killing Word“.

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Norma Jean bringen Variabilität in ihren Sound

Ein weiteres markantes Merkmal ist die Vielfältigkeit, die die Stimme von Norma Jean-Frontmann Cory Putman mit sich bringt. So sind es Songs wie „Any%“, die durch ihre Gradlinigkeit und die angriffslustigen Shouts in die Richtung von Bands wie Comeback Kid gehen, während „Spearmint Revolt“ beinahe an Sam Carter (Architects) erinnert.

„Call For The Blood“ ist der erste Song, den die Fans der Band im Vorfeld zu hören bekamen. Mit seiner bedrohlich-melancholischen Art erinnert er dabei stark an die besondere Schwere der Deftones und wirkt auch abseits dessen ungewohnt und neuartig. Putman selbst beschrieb den Song folgendermaßen:

“It’s one of the more strange songs we’ve ever written, and we liked the idea of everyone hearing ‘Call For The Blood’ first,” he notes. “This isn’t what you’d normally expect from us. Matthew named the song, and my brother and I knew what he was talking about. We’re brothers. We’re blood. When things go down, your friends or brothers come to the rescue and pull you out of the bloody wreck.”

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Die Tiefe in den Texten und die besondere Bedeutung der Songs für die Mitglieder von Norma Jean klingt an den unterschiedlichsten Ecken durch. So beschreibt Putman:

„It embodies the camaraderie of our brotherhood in Norma Jean. At the time, we needed something to do, and we wrote these songs for our own souls. The record was necessary to keep me alive in a very literal sense. It’s a deeper place.”

Durchhaltevermögen und Entdeckungslust gefordert

Generell muss gesagt werden, dass die Tracks die volle Aufmerksamkeit der Hörenden fordern und auch benötigen. Stücke mit Interlude-Charakter, wie „Parallella“ und“el-roi“ bieten an den passenden Stellen eine kurze Zeit zum Verschnaufen, ehe es im Anschluss mit treibenden Post-Hardcore-Klängen in „W W A V V E“ und der drückenden Schwere eines „Sleep Explosion“ weiter geht.

Bei diesen Songs zeigen Norma Jean darüber hinaus, dass sie durchaus die Fähigkeit besitzen, sich im Rahmen des Songwritings auch mal etwas kürzer zu halten.

Während eine Vielzahl der Stücke weit über 4 Minuten Länge aufweisen und damit deutlich gegen aktuelle Trends und das generelle Streaming-Verhalten schlagen, bieten Nummern wie „Sleep Explosion“ mit 3:08 und „W W A V V E“ mit 3:35 eine gelungene Abwechslung und bieten somit auch seitens des Songwritings und der Songstruktur eine auffallende Vielfältigkeit.

Foto: Rachel Putman / Offizielles Pressebild

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Fazit

8.5/10
· Hervorragend

Mit ihrem neunten Album „Deathrattle Sing For Me“ bieten Norma Jean ihren Fans eine tief gehende Erfahrung und verarbeiten gleichzeitig eigene Dämonen. Die Tracks weisen eine Vielzahl unterschiedlicher Layer und Strukturen auf, die zu mehrmaligem Hören einladen. Vorangetrieben durch den vielfältigen Gesang von Frontmann Cory Putman und ein interessantes Songwriting gelingt es der Band zu überraschen. „Deathrattle Sing For Me“ hat den Anspruch, bei jedem Hördurchgang etwas Neues zu offenbaren und das gelingt auch. Diese Zeit muss man dem Album allerdings auch geben. Noisy-Outros, die sich über Minuten ziehen und aufgeladene Intros inklusive. Wer dies nicht mag, dem gibt „Deathrattle Sing For Me“ durchaus den ein oder anderen Song, diese befinden sich allerdings in der Unterzahl. Also, Kopfhörer auf, Rolladen zu und genießen, es lohnt sich.

Norma Jean - Deathrattle Sing for Me

Norma Jean

Deathrattle Sing for Me

Album

VÖ 12. August 2022

cd · vinyl

Solid State Records

▶Tracklist 13 Songs
  1. 11994
  2. 2Call For The Blood
  3. 3Spearmint Revolt
  4. 4Memorial Hoard
  5. 5Aria Obscura
  6. 6Any%
  7. 7Parallella
  8. 8W W A V V E
  9. 9A Killing Word
  10. 10Penny Margs
  11. 11el-roi
  12. 12Sleep Explosion
  13. 13Heartache
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
Norma Jean·Metalcore

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Norma Jean
Foto: David Jackson (http://davidejackson.com/) / Offizielles Pressebild

Norma Jean

USASeit 1997

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