Jakob ist einer dieser Partygäste, der sich immer wieder Musik von Bands wünscht, die niemand kennt. Dabei war er so penetrant, dass unser Mike irgendwann vor lauter Resignation sagte: "Dann leg´ doch selber auf!” Gesagt, getan. Seit 2017 ist Jakob fester Bestandteil des MoreCore Party DJ-Team und ebenfalls regelmäßig in unseren Party-Streams auf Twitch zu sehen. Zwischendurch lässt er sich aber auch mal in einer Rezension über die eine oder andere Platte aus. Abseits von MoreCore ist Jakob Angestellter seiner beiden Katzen und macht in seiner Freizeit gerne selber Musik.
Nun sitze ich hier, für die richtige Stimmung in Feinripp-Unterhemd, Schnellfickerhose aus Ballonseide und trage in meinen Adiletten noch weiße Tennissocken. Aus dem Ghettoblaster pumpt das am 24. Mai erscheinende neue Werk “Alpha & Opfah” von The Butcher Sisters und das ist wie eine High-Five die kräftig auf eure Backe klatscht.
Serdar Somuncu hat mal gesagt “Jede Minderheit hat das Recht auf Diskriminierung”. Die sechs Jungs von The Butcher Sisters gehen da noch einen Schritt weiter und machen klar, dass jeder das Recht hat von TBS „gefickt“ zu werden. Zum Frühstück kippen sich die Jungs erstmal Anabolika in den Kaffee und Proteinpulver in die Müslimilch. Danach ist dann alles bereit für den Sound, der so ballert wie der V8 eines CL500.
Das Niveau der Platte isst zusammen mit David Hasselhoff Hamburger auf dem Fußboden. Aber wenn man ehrlich ist muss man bei dem Gedanken daran doch irgendwie schmunzeln. Ähnlich ist das auch bei TBS, bei denen man einfach grinsen muss. TBS ist wie eine Schießerei in einem Tarantino-Film: übertrieben, überzeichnet, überspitzt, aber auch unfassbar unterhaltsam.
Die Kombination der Deutschrap-Attitüde die man sonst von einer Strassenbande aus Hamburg kennt und dem Metal/Hardcore-Sound der eher aus Richtung Rise of the Northstar oder auch Nasty schlägt, funktioniert wirklich gut. Das Rad erfinden die Riffs von TBS nicht neu. Aber warum auch? Hauptsache ist doch, dass Räder mindestens 22zoll groß und verchromt sind.
Die Breakdowns sind so hart, dass im Falle, dass Trump seine Mauer wirklich baut, das Album diese direkt wieder einreißen würde. Und die Texte? Die beschränken sich auf die wichtigen Themen im Leben: einen riesigen Bizeps, ein prall gefülltes Konto, eine dicke Karre und vor allem den eigenen gigantischen Monster-Penis.
Foto: David Schneider / Offizielles Pressebild
Fazit
Aber für wen ist diese Album jetzt etwas? Und für wenn nicht? Für Leute, die all das glauben, was der Postillon schreibt, lege ich nahe, einen Bogen um die Platte zu machen. Ist man einer dieser Menschen, die im Fitnessstudio gerne etwas länger die Pose vor dem Spiegel üben, dann ist es mit Sicherheit die letzte Portion Männlichkeit die man sich da in die Ohren drückt. Der ganze Rest sollte sich in Acht nehmen, etwas Negatives über die Jungs zu sagen. Sonst kommt einem irgendwann Mal ein dicker Mercedes auf dem Bürgersteig entgegen und das letzte, was man sieht, bevor man den Kühlergrill küsst, ist ein Mannheimer Kennzeichen. Ich für meinen Teil bin 10 Songs lang sehr gut unterhalten worden und finde die Art und Weise, wie TBS gleich zwei Szenen auf den Arm nehmen, höchst amüsant.

▶Tracklist 10 Songs
- 1Wieder Da
- 2Klick Klack
- 3Cruisen
- 4Banana
- 5Alpha & Opfah
- 6Lauf Junge
- 7Diamanten
- 8Testosteron
- 9Ehrenrunde
- 10DSINAWGUBADS


