
Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.
In der Pandemie geboren, mussten sich L.S. Dunes bereits zur Veröffentlichung ihres Debüt-Albums „Past Lives“ im Jahre 2020 einigen Herausforderungen stellen. Trotz allem, oder vielleicht gerade wegen dieser schwierigen Grundvoraussetzungen, schaffte es die Band um Gründer und My Chemical Romance-Gitarrist Frank Iero enorme Erfolge zu feiern und eine enge Fanschaft anzuhäufen. Das neue Album trägt den Titel „Violet“, erscheint am 31.Januar 2025 und wird mit Spannung erwartet. Kann die Band ihren intensiven, wilden Sound beibehalten und im besten Fall darauf aufbauen? Wir haben das vorab schon einmal für euch herausgefunden.
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Zehn Songs umfasst das neue Werk der US-amerikanischen Supergroup. Auffallend ist dabei, dass im Vergleich zum Vorgängeralbum der Grundsound deutlich gezügelter und aufgeräumter wirkt. Das wird bereits im ersten Song „Like Magick“ deutlich, der a capella beginnt, generell in den ersten Momenten des Songs eher ruhig auffährt und sich zu einem schweren Ontro mausert. Ähnlich verhält es sich beim Track „I Can See It Now…“, der mit einem düster-rollenden Bass und tiefen Drums überzeugen kann, gleichzeitig aber auch eine Gradlinigkeit besitzt, die deutlich durchdachter wirkt, als man es in vergangenen Veröffentlichungen von L.S. Dunes gehört hatte.
Es bleibt intensiv mit L.S. Dunes
Was könnte in einer politisch aktiven Band in der aktuellen Zeit besonders vorgehen? Richtig! Wut! Auch das hört man „Violet“ deutlich an. Sei es der stampfende „Fatal Deluxe“, der mit unzähligen Layern und musikalischen Gerüsten auffährt und ein wahres Meisterwerk darstellt, oder der Song „Machines“. Dieser hämmert einzelne Lyric-Zeilen durch unzählige Wiederholungen in die Köpfe der Audience. Spannend ist dabei besonders, dass sich die Instrumental-Parts stetig verändern und lediglich der Text der gleiche bleibt. Damit fungiert die Stimme wie ein vollwertig integriertes Instrument in diesem Stück.
Auch der Song „Paper Tigers“ oder der darauffolgende Song „Things I Thought Would Last Forever“ strotzen nur so vor Energie. „Paper Tigers“ versprüht dabei durch seinen Sound Vibes, die zu Teilen an Bands wie Placebo erinnern. „Things I Tought Would Last Forever“ verwendet ungewöhnlicherweise ein mehroktaviges Solo, welches hingegen etwas aus der Zeit gefallen klingt und auf das in diesem Track durchaus hätte verzichtet werden können.
It was never a phase!
Und ja, es ist wahr: Auch das Emo-Herz schlägt auf der neusten Veröffentlichung von L.S. Dunes quicklebendig. Begonnen mit dem Titel-Song „Violet“, der im wiegenden 3/4-Takt das Potenzial für eine Emo-Hymne besitzt und eine bittersüße Dramatik aufweist, über den ruhigen und recht anspruchsvollen Song „Holograms“, der durch seinen ruhigen Sound und seine Mehrstimmigkeit einen gelungenen Kontrast auf „Violet“ darstellt. Darüber hinaus ist auch die gesangliche Range von L.S. Dunes-Sänger Anthony Green hervorzuheben. Das versöhnliche und ruhige Ende bietet der Song „Forgiveness“. Der verträumt startende Song bildet im Verlauf eine dramatische Stimmung aus, der trotz allem einen gelungenen Schluss findet und Hörer*innen versöhnlich und behutsam aus dem neuen Longplayer der L.S. Dunes geleitet.
Foto: L.S. Dunes / Offizielles Pressebild
Fazit
Das zweite Album einer Band muss sich sehr häufig dem Schatten stellen, den das Vorgängerwerk geworfen hat. Vergleicht man L.S. Dunes' neues Werk „Violet“ mit dem Vorgänger „Past Lives“, so wirken die neuen Sound gesettleter, gezähmter und strukturierter. Die Band verliert damit keineswegs ihren Biss und schon garnicht ihre Intensität, die Zahl der Überraschungsmomente sinkt hingegen durchaus.

▶Tracklist 10 Songs
- 1Like Magick
- 2Fatal Deluxe
- 3I Can See It Now…
- 4Violet
- 5Machines
- 6You Deserve To Be Haunted
- 7Holograms
- 8Paper Tigers
- 9Things I Thought Would Last Forever
- 10Forgiveness