Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…
Bodysnatcher liefern mit ihrem vierten Studioalbum „Hell Is Here, Hell Is Home“ erneut genau das, wofür sie seit ihrer Gründung im Jahr 2014 stehen: pure, ungebändigte Wucht. Mit dem Nachfolger von „Bleed-Abide“ (2022) knallt die Deathcore-Kombo aus Florida ein Brett auf den Tisch, das alles andere als leichte Kost ist. Bereits im Opener „The Maker“ stellt Frontmann Kyle Medina die Weichen und shoutet „Are you scared?“ – nur um die Antwort „You f*cking should be“ samt brachialem Breakdown selbst zu hinteherzuschieben. Ein Vorgeschmack auf das, was die kommenden neun Tracks bereithalten.
Erneute Zusammenarbeit mit Will Putney
Stilistisch bleiben sich Bodysnatcher treu und servieren ihren markanten Deathcore-Sound mit eingestreuten Hardcore-Elementen. Wer hier auf Experimente oder technische Spielereien hofft, wird allerdings nicht fündig. Die Band verzichtet bewusst auf Neuerfindung und setzt stattdessen auf die konsequente Verdichtung ihres bestehenden, genretypischen Sounds. Einen entscheidenden Anteil daran hat erneut Will Putney, dessen Mixing und Mastering – wie schon auf der 2024er-EP „Vile Conduct“ – für ein 1a-Sounddesign sorgt.
Die einzelnen Songs wirken insgesamt weniger wie isolierte Kompositionen, sondern vielmehr wie Bestandteile eines durchgehenden Klangstroms. Die Herrschaften erschaffen ein dichtes Geflecht aus donnernden Passagen und schleppenden Grooves, getragen von tiefen Gitarrenwänden. Das Ergebnis: Ein einheitliches Klangbild, das sich mit Druck in die Gehörgänge prügelt und sogar noch schwerer wirkt als das massive Vorgängermaterial.
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Bodysnatcher liefern ab
Trotz – oder gerade wegen – dieser Kompromisslosigkeit macht das Album enormen Spaß. Die Spielzeit vergeht wie im Rausch, und ehe man sich versieht, ist man am Ende angekommen. Medina überzeugt mit wütenden, emotional aufgeladenen Vocals, die den eher geradlinig strukturierten Songs eine zusätzliche emotionale Dimension verleihen und als wirkungsvolles Gegengewicht fungieren – besonders eindrucksvoll zum Beispiel bei „May Your Memory Rot“.
Mit „Survive or Die“ gibt es noch ein kleines Highlight in Form eiens Features von Terror-Frontmann Scott Vogel – das einzige Gastspiel der Platte. Und „No Savior“ überrascht mit einem eingeschobenen Gitarrensolo, das für einen Moment aufhorchen lässt, bevor Fronter Medina mit zerstörerischer Präsenz zurückkehrt und den nächsten Breakdown entfesselt.
„Hell Is Here, Hell Is Home“ zeigt Bodysnatcher auf dem bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens. Ein gelungener Longplayer, der mit jedem Durchlauf Laune macht.
Foto: Bodysnatcher / Offizielles Pressebild
Fazit
Unterm Strich ist „Hell Is Here, Hell Is Home“ ein verdammt wuchtiges Brett, das genau weiß, was es sein will – und was nicht. Man findet hier keine Überraschungen, dafür Energie, Wut und fiese Breakdowns en masse. Mit Produzent Will Putney sitzt zudem genau der richtige Mann an den Reglern, der das Maximum aus dem typischen Bodysnatcher-Sound herausgeholt hat.

▶Tracklist 10 Songs
- 1The Maker
- 2Writhe And Coil
- 3Plague Of Flies
- 4May Your Memory Rot
- 5Violent Obession
- 6No Savior
- 7Blade Between The Teeth
- 8Two Empty Caskets
- 9Survive Or Die (feat. Scott Vogel)
- 10Hell Is Home

