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Highly Suspect - As Above, So Below
ReviewRock

Highly Suspect

As Above, So Below

Album

VÖ 19. Juli 2024Roadrunner Recordscd · vinyl
Lisa Kaiser/25. Juli 2024
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L

Lisa Kaiser


Highly Suspect haben am Freitag ihr fünftes Studioalbum „As Above, So Below“ von der Leine gelassen – das „beste Rock’n’Roll Album der Welt“. So betitelt es zumindest Frontmann Johnny Stevens auf der offiziellen Instagram-Seite der Band. Auch wenn der Sänger die Aussage mit einer großen Portion Humor verziert, werfen wir in dieser Review einen genaueren Blick auf das neuste Werk der Bluesrock-Band.

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Die Platte markiert einen wichtigen Wendepunkt für die Kombo aus Cape Cod, Massachusetts. Warum? Wer Highly Suspect schon länger begleitet, weiß, dass eine Menge Talent in den Grammy-nominierten Musikern schlummert. Nicht ohne Grund erfreuen sich ihre ersten beiden Langspieler „Mister Asylum“ (2015) und „The Boy Who Died Wolf“ (2016) noch heute großer Beliebtheit. Doch die Kombo wagte es, geschätzten Bluesrock und Grunge-Sounds auf „MCID“ (2019) mit Hip-Hop zu mixen, was bereits den ersten Fans und Kirtiker:innen bitter aufstieß. Auch ihr experimentelles Album „The Midnight Demon Club“ (2022) konnte die bröckelnde Fassade des einstigen Alternative Rock-Geheimtipps nicht retten. Nachdem sogar Stevens selbst das letzte Album öffentlich schlecht redete, scheint „As Above, So Below“ nun eine Versöhnung mit den eigenen Vorlieben zu sein und die Chance, zur alten Größe zurückzukehren.

Highly Suspect: Von der Mojave-Wüste zurück zu den Wurzeln

Die sechseinhalb-minütige Leadsingle „Summertime Vodoo“ macht dabei den Auftakt und zeigte bereits im Mai, dass Highly Suspect offensichtlich zu ihren Wurzeln zurückkehren. Untermalt von einem Mix aus leichtem Südstaaten-Rock und Gute-Laune-Blues erzählt Sänger und Songschreiber Stevens, wie er mit seinem Dirt-Bike in der Wüste strandete. Sie markiert den Einstieg in die Thematik des Albums. Es dreht sich um Stevens’ Leben und um Selbstreflektion. „Wenn mein Leben ein Buch ist, dann ist dieses Album das erste Kapitel, das wirklich den zentralen Konflikt anspricht“, erklärte er mit Veröffentlichung von „Summertime Vodoo“. „Das Erkennen eines Egos, die Probleme, die es verursacht – und die Geburt seines Todes.“

Ein genauerer Blick auf die Lyrics und es braucht keine zusätzliche Erklärung. Viel Interpretationsspielraum lassen die flachen Textzeilen nämlich nicht – und das gilt im Großen und Ganzen für das komplette Album. Simpel, aber ehrlich meldet sich Johnny zu Wort, sorgt damit aber auch für eine Verbundenheit zu uns, den Hörer:innen. Also alles richtig gemacht! Lediglich das gesprochene Outro auf „Summertime Vodoo“ und die Anspielung auf den Film Mad Max wirken etwas over-the-top.

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Wer nach dem Hören der ersten Single davon ausgeht, dass „As Above, So Below“ durchweg von chilligen 1970er-Rock geprägt ist, liegt falsch. Highly Suspect sind bekannt für ihren experimentelle Mischung verschiedener Rock-Genres und so verwandeln sie auch ihr fünftes Album in ein Kunstwerk aus Punk, Grunge und Progressive-Rock.

Der Kern: Selbstfindung und Herzschmerz in allen Variationen

So sorgt die erste Hälfte des Albums für ordentlich Abwechslung! „Suicide Machine“ knüpft direkt an die Vorgänger-Single an: Der Motor des Dirk-Bikes (aka. die Suicide Machine) brummt auf und nimmt uns mit auf einen energischen, schnellen und zeitgleich melodischen Ritt. Die Mad Max-Anspielung wird im Chorus zwar erneut aufgegriffen, sticht mit Untermalung des punkigen Rhythmus aber weniger unangenehm hervor. Mit dem darauffolgenden bluesigen Song „The Blue-Eyed Devil“ und der spanischen Gitarre auf dem Partytrack „Mexico“ zeigen sich Highly Suspect von den verschiedensten Seiten. Insgesamt sticht das erste Drittel des Albums durch viel Energie, unkonventionelle Songstrukturen und melodischen Gitarrensoli hervor.

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Mit „Plastic Boxes“ und „Melantonia“ schlägt die Stimmung auf „As Above, So Below“ um. Beide widmen sich der gescheiterten Beziehung des Sängers. Ersterer hebt sich durch einen poppigeren Beat und einen sehr eingängigen Refrain ab. Der Track hat wohl das meiste Radio-Potential, wenn Highly Suspect den Song nicht mit einem einminütigen Instrumental-Part ausklingen lassen würden. Schaden tut es dem melodischen Song nicht, denn so leitet die Band geschickt auf die emotionalen Nachfolger von „Serotonia“ („The Boy Who Died Wolf“) über. Auf siebeneinhalb Minuten erlaubt uns Johnny Stevens einen düsteren Einblick in seinen Herzschmerz und verzichtet dabei größtenteils auf laute Instrumente. Stimmung und Sound von „Melantonia“ stehen stark im Kontrast mit den schwungvollen Rocksounds der ersten Tracks, markiert gleichzeitig aber die Schnittstelle des Grunge-lastigen letzten Drittels.

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Das Ende: Ein Experiment zu viel sorgt für Ernüchterung

Dieses wird vor allem durch „Run For Your Death (More Pills)“ geprägt. Mit monotonem Gesang, wütenden Screams und schneller Gitarre katapultieren uns Highly Suspect von den anfänglichen 70er Jahre in die 90er Jahre. Der Mix aus Grunge und Alternative Rock nimmt auch auf „Champagne At Our Funeral“ Gestalt an. Mit eingängigen, düsteren Melodien widmen sich die beiden Songs erneut selbstverletzenden Verhalten, Drogenkonsum und Herzschmerz – der rote Faden von „As Above, So Below“.

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Das Ende des fünften Studioalbums schwächelt allerdings. Die langsame, soulige Powerballade „The 8th Of October (To August 17th)“ wirkt an diesem Punkt eher ernüchternd. In Kombination mit „Then Mickey 2“ scheint das Album nicht Enden zu wollen. Letzterer ist eine Neuauflage von „Then Mickey“, welcher ursprünglich auf der Selftitled-EP aus dem Jahr 2010 erschien. Den funkigen Kern des Originals lässt „Then Mickey 2“ allerdings nicht aufflammen. Während der hauptsächlich instrumentale Track durch seine düstere Stimmung anfänglich noch interessant wirkt, zieht er sich mit jeder zunehmenden Minute wie Kaugummi (und er ist siebeneinhalb Minuten lang).

Foto: Jimmy Fontaine / Offizielles Pressebild

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Fazit

7/10
· Gut

Am Ende des Tages haben Highly Suspect mit „As Above, So Below“ zwar nicht das beste „Rock’n’Roll Album der Welt“ veröffentlicht, doch ihren Karrierepfad wieder auf Erfolgskurs gelenkt. Zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, glänzt ihr fünfter Langspieler vor allem durch die Variation an verschiedenen Genres und dem Durchbrechen von 0815-Songstrukturen. Der punkige Track „Suicide Machine“, die düstere Ballade „Melantonia“ und der wütende Grunge-Song „Run For Your Death (More Pills)“ stellen dabei die Highlights des Albums da. Zwar wird das künstlerische Austoben auf einigen Tracks ein wenig überstrapaziert, doch sind Highly Suspect nicht gerade dafür bekannt?

Highly Suspect - As Above, So Below

Highly Suspect

As Above, So Below

Album

VÖ 19. Juli 2024

cd · vinyl

Roadrunner Records

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1Summertime Voodoo
  2. 2Suicide Machine
  3. 3The Blue-Eyed Devil
  4. 4Mexico
  5. 5Plastic Boxes
  6. 6Melatonia
  7. 7The Reset
  8. 8Run For Your Death (More Pills)
  9. 9Champagne At Our Funeral
  10. 10The 8th Of October (To August 17th)
  11. 11Then, Mickey 2
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Foto: Highly Suspect / Offizielles Pressebild

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