
Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
“The Silver Scream” von Ice Nine Kills zählt nicht nur zu den gefeiertsten Metalcore-Releases der letzten Jahre, auch ist das Konzept-Album, das sich in jedem Song einem Horrorfilm(-Klassiker) widmet, schon jetzt der perfekte Soundtrack für das jährliche Halloween-Treiben. Mit “I Heard They KILL Live!!” veröffentlichen die US-Amerikaner nun auch ihre erste Live-Platte – Balsam für alle, die dem letzten “echten” Moshpit-Erlebnis hinterhertrauern?
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Natürlich kann es keinen besseren Zeitpunkt für den Release von “I Heard They KILL Live!!” geben. Halloween steht vor der Tür und damit auch der Feiertag aller Horror-Fans. Deren Herzen ließen Ice Nine Kills nicht nur mit dem fantastischen “The Silver Scream” (2018) höherschlagen, sondern auch bei den herausragenden Shows, die die Band mit aufwendigen Kostümen und diversen Gimmicks auf der Bühne ablieferten.
Dass eine Live-Platte in Zeiten von Corona und dem damit einhergehendem Stillstand der Live-Kultur umso mehr Aufmerksamkeit erhält, versteht sich quasi von selbst.
Ice Nine Kills: Tolle Performance, etwas wenig Stimmung
Dass Ice Nine Kills eine gewisse Punk-Affinität besitzen, beweist nicht nur die Hommage des Album-Titels sowie des Artworks an “I Heard They Suck Live!!” (1995) von NOFX. Auch waren es MEST und Goldfinger, die Sänger Spencer Charnas im Jahre 2000 im The Worcester Palladium inspirierten, eine Band zu gründen. Im Jahr darauf spielten INK ihre erste Show auf derselben Bühne bei einem Battle Of The Bands, um dann weitere 18 Jahre später an gleicher Stelle und vor ausverkauftem Haus dieses Live-Album aufzunehmen.
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Mit insgesamt 19 Songs fällt dieses durchaus üppig aus und hält nicht nur überwiegend Songs der genannten “The Silver Scream”, sondern auch mit “The Nature Of The Beast”, “Me Myself And Hyde” oder “The Fastest Way to a Girl’s Heart Is Through Her Ribcage” den einen oder anderen älteren Fan-Favorite bereit.
Doch gerade vor dem Hintergrund, dass es sich hier um eine Hometown-Show handelt, hätte man durchaus mehr Live-Atmosphäre erwarten können. Zwar kann man Ice Nine Kills keinen Vorwurf in Sachen Performance machen, denn handwerklich ist das alles sowohl instrumental als auch gesanglich sehr stark.
Auch ist der Einsatz der zahlreichen Einspieler, die meist als Intros zu den jeweiligen Songs dienen, sehr stimmig. Allerdings wirken die Zuschauer und deren Geräuschkulisse vor allem in der ersten Hälfte eher wie ein Hintergrundrauschen und hätten durchaus mehr Präsenz und Ansprache verdient, die über das übliche Anfeuern zum Sing-A-Long hinausgeht.
Auf Seiten der Produktion gibt es dagegen wenig zu bemängeln. Zwar hat man das Gefühl, dass der Mix beim Opener “Thank God It’s Friday” nicht so gelungen ist wie beim Rest der Songs und das eine oder andere Sample etwas zu laut abgemischt wurde. Grundsätzlich ist “I Heard They KILL Live!!” aber ein sehr gutes Live-Album, das vor allem dann am meisten Spaß macht, wenn die Band auf das Gaspedal drückt und sich mit Hingabe in den Vocals duelliert.
So bekommt Charnas bei Songs wie “The American Nightmare” oder “Stabbing In The Dark” Unterstützung von insgesamt drei seiner vier Kollegen aus der Instrumental-Fraktion, die allesamt einen sehr guten Job machen und den Songs hierdurch nochmal eine besondere Note geben.
Übrigens: wer mehr zu Ice Nine Kills erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle die Halloween-Folge unseres Podcasts empfohlen!
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro
Fazit
Mit "I Heard They KILL Live!!" unterstreichen Ice Nine Kills ihren Status als starke Live-Band und liefern mit den insgesamt 19 Songs ordentlich Stoff für den heimischen Moshpit.

▶Tracklist 19 Songs
- 1Thank God It’s Friday
- 2The Jig Is Up
- 3SAVAGES
- 4The Nature Of The Beast
- 5The World In My Hands
- 6Communion Of The Cursed
- 7A Grave Mistake
- 8Your Number’s Up
- 9Rocking The Boat
- 10Merry Axe-Mas
- 11Thriller
- 12Hell In The Hallways
- 13Stabbing In The Dark
- 14The Fastest Way To A Girl’s Heart Is Through Her Ribcage
- 15Love Bites
- 16Tess-Timony
- 17Me, Myself and Hyde
- 18The American Nightmare
- 19IT Is The End
