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Greta Van Fleet - The Battle At Garden’s Gate
ReviewRock

Greta Van Fleet

The Battle At Garden’s Gate

Album

VÖ 16. April 2021Republiccd · vinyl
Kathrin Löffler/13. April 2021
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K

Kathrin ist ein Chamäleon des alternativen Musikgeschmacks, mit einem Faible für alles, was außergewöhnlich ist. Nichts bleibt vor ihr sicher – und erst recht kein Nischengenre. Da überrascht es wohl nicht, dass sie als Allrounder das MoreCore-Team tatkräftig unterstützt. Wenn sie nicht gerade voller Inbrunst an neuen Alben- und Live-Reviews schreibt, sitzt sie entweder in einem spannenden Bandinterview, um uns auf dem neusten Stand zu halten, oder verfasst informative MoreCore-Beiträge für die Website. Möchte man das Herz unserer Münsteranerin (jetzt Kölnerin) im Sturm erobern, dann am besten mit Sci-Fi-Lektüre aus den 60ern, Star Wars - kein Star Trek! - oder Lebkuchen.


Die Erfahrungen, die die vier Jungs von Greta Van Fleet in den letzten Jahren nach dem Release ihrer EP „From The Fires“, dem Durchbruch ihrer Single „Highway Tune“ und ihrem Debüt „Anthem Of The Peaceful Army“ sammeln durften, haben ihre Spuren hinterlassen.

Ihr neues Album „The Battle At Garden’s Gate“ zeigt deutlich, dass sich die Band weiterentwickelt hat und trotzdem konsequent an altbekannten Einflüssen festhält.

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Greta Van Fleet überzeugen mit Vielschichtigkeit und Tiefgang

Auch wenn man sich ihrer Authenthizität nie wirklich sicher sein kann, so mangelt es der Kombo definitiv nicht an Diversität. Sowohl energiegeladene Upbeat-Songs als auch eher ruhigere Balladen balancieren sich im Gleichgewicht über die Tracklist.

Während „Tears of Rain“ eher gediegen und mit Klavieruntermalung daherkommt, bestechen Songs wie „Built by Nations“ oder „Stardust Chords“ mit verzerrtem Riffing oder stampfenden Drums, die für einen kurzen Moment experimentelle Ausflüge aufblitzen lassen.

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Greta Van Fleet nehmen sich auf ihrem neuen Album deutlich mehr Zeit für ihre Songs und hangeln sich entlang unterschiedlicher Stile, die der Rock zu bieten hat. Mal bedienen sie sich an härteren Klängen des Hard Rock, mal an Elementen, die vor allem im Blues Rock zu finden sind. Häufig stehen aber vor allem die Instrumente im Vordergrund und lassen viel Raum für ausgedehnte Gitarrensoli, die man in dieser Form beim Vorgänger definitiv nicht findet („Broken Bell“, „The Weight of Dreams“).

Außerdem ordnen sich die Vocals immer öfter den Instrumenten unter oder werden von Chören und eingängigen Melodien unterstützt, die auf eine gewisse Art auch das eher schwache Songwriting verschleiern.

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Sänger Josh Kiszka kommt dennoch nicht zu kurz und kreischt mit seiner Stimme ein ums andere Mal die Tonleiter hoch und wieder runter. Was einerseits zu seinem und dem „Markenzeichen“ der Band gehört, wirkt manchmal etwas zu viel.

Glücklicherweise machen das seine Brüder Jake an der Gitarre und Sam am Bass und an der Orgel wieder wett. Außerdem kommt dieses Mal auch eine Reihe Streicher zum Einsatz, die den Songs mehr Tiefe und Vielschichtigkeit verleihen.

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Immer noch eine „Kopie“ oder endlich ein eigener Sound?

Auch wenn der Band ein gewisser Ruf vorauseilt und damit einhergehende Vorurteile weckt, weil sie mit ihren Veröffentlichungen polarisierte und eine gewisse „Ähnlichkeit“ in Sound, Optik und Text mit einer legendären Rockband der 70er Jahre kaum abzusprechen ist, lässt sich den zwölf Songs des neuen Albums ebenfalls nicht absprechen, dass diese verdammt gut sind.

An dieser Stelle steht es auch gar nicht zur Debatte, ob die Jungs in der Vergangenheit Teile der Songs von Led Zeppelin kopiert und neu zusammengesetzt haben oder nicht. Ihr neues Album ist hervorragend produziert und steht zumindest in der modernen Musiklandschaft ziemlich allein da.

Und schon dafür, dass sie klassischen Rock zurück in das Bewusstsein der jungen Generationen holen, darf man sich über ihre Popularität freuen. Ob negativ oder positiv sei mal dahingestellt, letztendlich profitieren ja alle Akteure des Genres davon.

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Mit „The Battle At Garden’s Gate“ haben die Jungs ihren eigenen Stil trotzdem noch nicht so ganz gefunden. So langsam stellt sich auch die Fragen, ob das überhaupt ihr Ziel ist, gewinnt man doch den Eindruck, das wäre ihnen herzlich egal.

Die Einflüsse des klassischen Rock der vergangenen Jahrzehnte ist geblieben und auch Jakes Stimme wird vermutlich auf ewig mit Robert Plant in Verbindung gebracht werden. Doch auch wenn die Kompositionen und Aufarbeitung der Songs frisch und modern sind, erinnern sie an der ein oder anderen Stelle immer wieder sehr stark an Jimmy Page und Konsorten.

Aber: Das Album klingt runder als der Vorgänger und macht definitiv Lust auf mehr. Ausgefeilte Details und vielschichtiger Sound mit Tiefgang machen die Songs voluminöser und verhelfen ihnen, ihr volles Potential auszuschöpfen. In vielerlei Hinsicht zeigt sich die Band mit ihrem neuen Album musikalisch reifer und erwachsener.

Letztendlich liefern Greta Van Fleet ein beeindruckendes Album. Sie haben sich deutlich weiterentwickelt und dabei gleich mehrere Stufen übersprungen – nur eben nicht die mit der Aufschrift „Led Zeppelin“.

Foto: Alysse Grafkjen / Offizielles Pressebild

Fazit

8.5/10
· Hervorragend

Mit "The Battle At Garden's Gate" präsentieren Greta Van Fleet ein starkes Album, das mit Diversität und Tiefgang überzeugt. Den Einfluss alter Rocklegenden hat die Band für ihren neuen Langspieler zwar nicht abgelegt, dafür glänzen sie mit einem modernen Sound, der den Staub vom fast vergessenen Genre des Classic Rock pustet und Lust auf mehr macht.

Greta Van Fleet - The Battle At Garden’s Gate

Greta Van Fleet

The Battle At Garden’s Gate

Album

VÖ 16. April 2021

cd · vinyl

Republic

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1Heat Above
  2. 2My Way, Soon
  3. 3Broken Bells
  4. 4Built by Nations
  5. 5Age of Machine
  6. 6Tears of Rain
  7. 7Stardust Chords
  8. 8Light My Love
  9. 9Caravel
  10. 10The Barbarians
  11. 11Trip the Light Fantastic
  12. 12The Weight of Dreams
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Greta Van Fleet
Foto: YouTube / Greta Van Fleet "Live at the Red Rocks Amphitheater: Act 1"

Greta Van Fleet

USASeit 2012

Bild: YouTube / Greta Van Fleet "Live at the Red Rocks Amphitheater: Act 1"

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