
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Darf es vielleicht etwas ruhiger sein? Der Texaner Austin Meade veröffentlicht mit „Black Sheep“ sein neues Album via Snakefarm Records und nimmt den Hörer mit auf eine persönliche und intime Reise. Was euch auf diesem Trip erwartet? Wir berichten in unserer Rezension.
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Austin Meade greift auf eine riesige Einfluss-Schublade zurück
Der Musiker, der seine musikalische Sozialisierung durch seinen Vater erfuhr, besitzt ein breit gefächertes Einfluss-Repertoire. Dieses startet bei Größen wie Judas Priest, oder Black Sabbath, bis hin zu Emo-Koryphäen wie Paramore und Fall Out Boy und zieht sich wie ein roter Faden durch sein Songwriting.
„Black Sheep“ besitzt zwölf Songs, die insgesamt ruhigere Töne anschlagen, als man es bei den Vorbildern des Musikers erwarten würde. So besitzt der verzerrte Rock-Sound auf „Dopamine Drop“ zusätzlich zu seinem langsamen und stampfenden Beat auch einen großen Country-Einfluss. Dieser wird zum einen durch die Zweistimmigkeit im Gesang hervorgerufen, zum anderen ist es der ruhige Gesang, der das Bild vollendet und das Album einleitet.
Vielseitigkeit wird großgeschrieben
Es handelt sich bei „Black Sheep“ aber keinesfalls um ein eindimensionales Album. Austin Meade verleiht seinen Songs eine große Prise Intimität und Melancholie. Perfekte Beispiele hierfür sind beispielsweise „Creeps“, oder auch „Déjà vu“. Beiden Stücken wohnt eine gewisse Schwere inne.
Darüber hinaus schafft es Meade, in seinem Storytelling ein beinahe spürbares Bild zu schaffen. Hierfür orientierte sich der Musiker an der Art und Weise, wie Arctic Monkeys-Songwriter Alex Turner sein Handwerk nutzt.
Generell bewegt sich „Black Sheep“ zwischen verträumten Klängen, wie in „Cave In“, bis hin zu einem eingängigen Rock-Sound, wie es auf dem Titeltrack „Black Sheep“ der Fall ist. Letzterer stellt wohl den treibendsten, härtesten Song des Albums dar.
Die eher ruhig und zurückhaltenden Strophen werden durch satte Gitarren im Refrain aufgebrochen und runden den Gesamteindruck des Stücks ab. Abgeschlossen wird der Track durch das ausklingende Wabern der Gitarren-Distortion, welche insgesamt etwas zu lang anhält und den Track daher unnötig streckt.
Dieser Punkt findet sich leider auf allen Tracks des Albums wieder. Nach jedem Song gibt es eine mehrere Sekunden lange Pause, in der reine Stille herrscht. Dies mag wie eine künstlerische Pause wirken, könnte dem ein oder anderen Hörer allerdings beim täglichen Streaming missfallen, da der Hörfluss unterbrochen wird.
Ein weiterer Punkt, der eine Schwachstelle auf „Black Sheep“ darstellt, ist das Mixing bzw. die Aufnahme des Schlagzeugs. Dieses ist durch die Bank weg zu laut. Der blecherne Sound reißt den Hörer aus der Stimmung, die Austin Meade zuvor durch seine Lyrik und musikalische Darbietung aufgebaut hat.
Dieser Punkt stellt die größte Kritik dar, da „Black Sheep“ insgesamt ein tiefgehendes, eingängiges und persönliches Album darstellt, welches durch sein Facettenreichtum für eine breite Hörerschaft etwas bereit hält.
Foto: Austin Meade / Offizielles Pressebild
Fazit
Austin Meades neues Album „Black Sheep“ ist vor allem eins: Eingängig. Der Sound ist variabel und bewegt sich von verträumten Tönen über straighte Songwriter-Kunst bis hin zu klaren Rock-Brettern. Die Lyrics sind darüber hinaus eingängig, wirken persönlich und nah. Der Hörer muss sich allerdings auf ein Schlagzeug einstellen, welches durch seine Lautstärke und Klang die zuvor aufgebaute Stimmung torpediert, die Tatsache allerdings nicht vereitelt, dass man sich „Black Sheep“ einmal anhören sollte.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Dopamine Drop
- 2Cave In
- 3Creeps
- 4Happier Alone
- 5Déjà Vu
- 6I Don't Feel A Thing
- 7Hurt You To Hear This
- 8Something New
- 9Settle Down
- 10Good Side
- 11Lying To Myself
- 12Black Sheep