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Dayseeker - Creature In The Black Night
ReviewEmoMelodic HardcorePost-HardcoreSynthwave

Dayseeker

Creature In The Black Night

Album

VÖ 24. Oktober 2025Spinefarm Recordsdigital · cd · vinyl
Daniel vom Bruch/20. Oktober 2025
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
D

Daniel vom Bruch


Macht euch gefasst auf eine Reise in das Transsylvanien des Melodic Hardcore, denn Dayseeker lassen die „Creature In The Black Night“ von der Kette. Mit Titeln wie „Pale Moonlight“, „Crawl Back To My Coffin“, „Bloodlust“ und „The Living Dead“ jagen sie uns schon vor dem ersten Ton einen Schauer über den Rücken. Die Vampire sind los. Doch keine Angst, das sechste Studioalbum der Band aus Orange County ist nur selten „Nosferatu“, dafür mehr „Twilight“ und auch optisch wirken die vier Musiker, als wären sie nicht dem dunklen Vampirismus, sondern eher der schönen Seite der nächtlichen Blutjagd zugetan.

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Safe Place für Fans

Als „Sad Rock“, bezeichnet Sänger Rory Rodriguez die Musik seiner im Jahr 2012 gegründeten Band. Angefangen im Post-Hardcore, haben sich Dayseeker musikalisch weiterentwickelt und zählen heute zu den bekanntesten Bands aus dem Bereich Post-Hardcore oder auch: Emorock. Melancholisch wollen sie sein und mit ihrer Musik Emotionen wecken. Und vor allem wollen sie ihren Fans einen Safe Place bieten. „Die Musik hat mich gesehen, für sie war ich nicht unsichtbar und dieses Gefühl wollen wir nun anderen Menschen geben, als Erinnerung daran, dass sie nicht allein sind“ so Rory Rodriguez, der in seinen düsteren Texten persönliche Themen wie den Alkoholismus seiner Mutter oder auch Schicksalsschläge wie die Totgeburt des Kindes von einem seiner Freunde verarbeitet.

Kleine Schockmomente

Die manchmal tiefe, manchmal falsettartige Stimme des Sängers passt perfekt zu den deepen Synthie-Klängen von „Pale Moonlight“ zum Auftakt des Longplayers. Man hat direkt knuffige Stofftiere mit traurigem Gesichtsausdruck vor Augen. Aber hier und da schockt das Quartett dann mit klugen Breakdowns und Screamo-Parts, allerdings nicht so häufig, wie man vielleicht geglaubt hätte. Im Gegenteil, diese bewusst gegensätzlichen Metalcore-Einschübe in ihre poppig-atmosphärischen Songs werden betont spärlich eingesetzt, um den Hörer zu schocken und ihn daran zu erinnern: Vampire sind nun mal eher wie Graf Dracula und weniger wie Edward Cullen.

Dayseeker pflegen den eigenen Stil

Mit dieser Art Songs zu schreiben haben Dayseeker ihren eigenen Stil gefunden und auch wenn Assoziationen zu anderen Bands durchaus gezogen werden können, haben ihre Lieder einen gewissen Wiedererkennungswert. Vor allem der Einsatz von leichten Synthesizer-Klängen mit schweren Gitarren, gepaart mit dem melancholischen Gesang von Rory Rodriguez und gelegentlich eingesetztem Screamo sind ihr Markenzeichen. Die erste Hälfte des Albums bleibt in diesem Stil, manchmal kommen noch sehr treibende Drums dazu, manchmal elektronische Klänge.

Ein Wechselbad der Gefühle

Aber dann heißt es plötzlich „Bloodlust“, ein Song mit ungewohnt hartem Beginn und der Titel wird so düster gescreamt, dass man sich plötzlich lieber unter die Decke verkriechen möchte. Allerdings holen uns die Strophen wieder in die eher glitzernde Welt zurück, bevor es wieder dunkel wird. Ein tolles Hin und Her. Und mit „Nocturnal Remedy“ bieten Dayseeker in einem kleinen Zwischenspurt eine Blaupause für die Stimmung auf der gesamten Platte. Der Song beinhaltet ruhige, mit hoher Stimmlage gesungene Strophen, einen ganz starken Refrain, der beinahe episch ist und zwischendurch gibt es schwere kratzigen Gitarren mit einem finsteren Screamo-Part.

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Cleane Produktion

Anschließend wird es wieder ruhiger und das Quartett aus OC, Kalifornien bieten mit „The Living Dead“ die einzige waschechte Ballade des Albums. So sehr herunterzuschalten musste gar nicht sein, aber es ist doch auch mal wohltuend, solche Klänge auf die Ohren zu bekommen. Es rundet das gute Gesamtbild der insgesamt sehr cleanen und sehr perfektionistischen Produktion ab, auch wenn sie mit dem Filter auf der gedoppelten Gesangsstimme von Rory Rodriguez bei einigen Songs dann doch etwas übertreiben. Aber das lässt sich verschmerzen, denn mit der Power-Ballade „Forgotten Ghost“ schicken Dayseeker uns dann zufrieden ins Bett, oder besser gesagt in den Sarg.

Foto: Alexander Bemis / Offizielles Pressebild

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Fazit

8/10
· Sehr stark

Konsequent halten Dayseeker ihren Stil auf „Creature Of The Black Night“ bei und wagen nur wenige Experimente. Die US-Band scheint ihre Nische im melancholischen Emorock mit gelegentlichen Ausbrüchen in den Metalcore gefunden zu haben und sie fühlen sich dort sichtlich wohl. Die Basis ist dabei klar der Gesang von Rory Rodriguez, der unfassbar viele Stimmlagen abdecken kann. Die kratzigen Gitarren, die unerwartet dazwischen geschoben werden, bieten Abwechslung. Und für alle, die gerne Vergleiche mit anderen Bands hören wollen, denen sei gesagt: Wenn ihr auf Bad Omens oder Sleep Token, auf die neuen Releases von Bring Me The Horizon oder die späten Emarosa steht, dann seid ihr hier richtig.

Dayseeker - Creature In The Black Night

Dayseeker

Creature In The Black Night

Album

VÖ 24. Oktober 2025

digital · cd · vinyl

Spinefarm Records

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1Pale Moonlight
  2. 2Creature In The Black Night
  3. 3Crawl Back To My Coffin
  4. 4Shapeshift
  5. 5Soulburn
  6. 6Bloodlust
  7. 7Cemetery Blues
  8. 8Nocturnal Remedy
  9. 9The Living Dead
  10. 10Meet The Reaper
  11. 11Forgotten Ghost
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Dayseeker·Emo·Melodic Hardcore·Post-Hardcore·Synthwave

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Dayseeker
Foto: Max Baker / Offizielles Pressebild

Dayseeker

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