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Boston Manor - Sundiver
ReviewAlternativeNu MetalRock

Boston Manor

Sundiver

Album

VÖ 06. September 2024Sharptone Recordscd · vinyl
Malin Jerome Weber/6. September 2024
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SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
M

Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.


Im Frühjahr 2016 bespielte eine schüchterne, junge Band aus Blackpool zum ersten Mal im Vorprogramm von Crooks UK die Clubbühnen Europas. Mit zwei EP’s und ihrem leichtgängigen Emo/Pop-Punk-Sound im Gepäck wussten Boston Manor auch zu diesem Zeitpunkt schon zu überzeugen. Dass sie jedoch drei Jahre später vom Loudwire Magazin zu einer der 16 Bands gekürt werden, die die moderne Rockmusik im Vereinigten Königreich definieren, hätte am 21.02.2016 wahrscheinlich niemand im Kölner Underground kommen sehen. Aber der beeindruckende Lauf von “Welcome To The Neighbourhood” (2018) bis hin zu “Datura” (2022) spricht nun mal für sich. Dass sich der Erfolg trotz der unfassbar hohen Hitdichte ihrer Diskografie immer noch in Grenzen hält, lässt sich langsam nicht mehr wirklich erklären.

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Könnte ihre neueste Platte “Sundiver” daran etwas ändern? Vielleicht! Auch auf ihrem fünften Album haben Boston Manor ein gutes Gespür dafür, die richtigen Zutaten zusammenzuführen, um catchige und vielseitige Rocksongs abzuliefern. Mit Songs wie “Horses In A Dream” und “What Is Taken, Will Never Be Lost” wagt sich die Band sogar mehr denn je aus ihrer Komfortzone heraus und taucht dabei sehr gekonnt in Pop- und R’n’B-Gefilde ein. Aber auch wenn sie dort oder mit den starken Vorabsingles “Container” und “Sliding Doors” zu überzeugen wissen, offenbart sich spätestens in der zweiten Hälfte, wie gut das Quintett doch mit der kurzen Spielzeit ihrer letzten beiden Releases dran war. Auf Gassenhauer in der hohen Qualität von “Halo” oder “Foxglove” wartet man leider ebenfalls vergebens.

Boston Manor präsentieren einen spannenden Mix

So oder so macht es dennoch großen Spaß mit anzuhören, welche neuen Elemente die gewohnte Boston Manor-Formel ergänzen. Während “Sliding Doors” und “Why I Sleep” ihren Deftones-Einfluss kaum verstecken können, bestechen “Fornix” und “DC Mini” vor allem durch gewagte Harmonien, die den Songs einen etwas spezielleren Touch geben. Auf Letzterem finden sich mit Heriot sogar ein wenig unerwartete Feature-Gäste, die sich in der wuchtigen Bridge die Ehre geben. Im Gegenzug dazu kommt das mit Indie-Elementen bespickte “Dissolve” daher, das durch seine Tanzbarkeit und die unglaublich clever geschriebenen Gesangsmelodien eins der Highlights der Platte bildet. Wie schon in der Vorabsingle “Horses in A Dream” bekommt man fast das Gefühl, dass Sänger Henry Cox mal kurz seinen inneren Justin Timberlake heraufbeschworen hat.

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Es sind immer verschiedene Fokuspunkte, die die jeweils einzelnen Songs auf “Sundiver” tragen. So ist es bei “Why I Sleep” das Riffing, bei “What Is Taken, Will Never Be Lost” die Atmosphäre und bei “Horses in a Dream” der Gesang. Aber auch wenn jeder Track auf dem Album seine eigenen Stärken besitzt, ergeben sich trotz allem größere Qualitätsunterschiede. So wollen manche Refrains einfach nicht so recht zünden und straucheln zusätzlich in der Produktion. Hier und da wünscht man sich besonders bei den Vocals noch die letzten 10% im Feinschliff. Das Gleiche gilt für die Drums, genauso wie für den tieferen Frequenzbereich, der vor allem in “HEAT ME UP” leider viel zu kurz kommt. Besagter Song bringt auch im Songwriting nicht viel Neues mit auf die Platte und weist starke Parallelen zum auf “Datura” vertretenen “Passenger” auf.

Trotz aller Schwächen ein besonderes Erlebnis

Was aber “Sundiver” am Ende des Tages doch zu einer hörenswerten Platte macht, ist das Selbstbewusstsein und die Entschlossenheit, mit der Boston Manor hinter ihrem neuesten Streich stehen. So bildet LP Nummer 5 das hellere Gegenstück zum in seiner Ästhetik eher düster gehaltenen Vorgänger “Datura”. Sänger Henry Cox spricht darüber, wie die Band sich vorgenommen hatte, “strahlenden Sonnenschein” musikalisch abzubilden, ohne „zu fröhlich“ zu klingen. Ein Unterfangen, das ihnen definitiv gelungen ist und die Tracks im 18 Songs umfassenden Doppelalbum-Kontext nochmal in einem ganz anderen Licht erstrahlen lässt. Auch wenn am Ende nicht ganz ein Schuh aus Teil 2 wird, kann man den Briten kaum vorwerfen, dass sie nicht (mal wieder) etwas ganz Besonderes geschaffen haben.

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Beitragsbild: Megan Doherty / Offizielles Pressefoto

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Fazit

7.5/10
· Sehr stark

Wenn es darum geht, nach Jahrzehnten der Rockmusik einen besonderen neuen Sound zu schaffen, schießen zahlreiche Bands meilenweit übers Ziel hinaus. So aber nicht Boston Manor. Mit “Sundiver” vollendet das Quintett nicht nur ihr mit “Datura” begonnenes Doppelalbum, sondern stellt mit zahlreichen Hits einmal mehr ihren Status als wichtige Vertreter des modernen Alternative Rocks unter Beweis. Kleinere Mängel in Produktion und Songwriting könnten niemals in den Schatten stellen, wie gut die Band doch Zutaten aus verschiedensten Ecken kombiniert und auch vor größeren Schritten aus ihrer Komfortzone nicht zurückschreckt, um ein einzigartiges Sounderlebnis zu kreieren.

Boston Manor - Sundiver

Boston Manor

Sundiver

Album

VÖ 06. September 2024

cd · vinyl

Sharptone Records

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1Datura (Dawn)
  2. 2Container
  3. 3Sliding Doors
  4. 4HEAT ME UP
  5. 5Horses In A Dream
  6. 6Morning Star
  7. 7Why I Sleep
  8. 8Fornix
  9. 9Dissolve
  10. 10What Is Taken, Will Never Be Lost
  11. 11DC Mini (feat. Heriot)
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Boston Manor·Alternative·Nu Metal·Rock

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Boston Manor

Boston Manor

EnglandSeit 2013

Boston Manor ist eine britische Band, die 2013 in Blackpool in der Grafschaft Lancashire gegründet wurde. Die Kombo besteht aus Sänger Henry Cox, den beiden Gitarristen Mike Cunniff und Ash Wilson, Ba…

86 Artikel auf MoreCore

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