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Alpha Wolf - Half Living Things
ReviewMetalcoreModern MetalNu Metal

Alpha Wolf

Half Living Things

Album

VÖ 05. April 2024Greyscale Recordscd · vinyl
Kevin Postir/1. April 2024
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Für Alpha Wolf kann das Jahr 2024 definitiv wegweisend sein. Die Band veröffentlicht mit „Half Living Things“ am 05. April 2024 ein neues, 12 Song langes Album. Wie das klingt und ob die Gruppe damit den Sprung auf das nächste Level schafft, das erfahrt ihr in unserer ausführlichen Rezension.

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Wenn man „Half Living Things“ in einem Wort zusammenfassen möchte, dann wäre es wohl „wild“ und dieser Begriff kann sowohl im Positiven wie im Negativen gedeutet werden. Gleich mit Beginn des Albums ergreift die Hörer:innen mit „Bring Back The Noise“ ein ziemlich noisy Song. Was mit dem Track in einzelnen Parts allerdings mitschwingt, ist eine gewisse Leere. Zusätzlich folgen die einzelnen Passagen des Stücks so schnell aufeinander, dass die Wechsel zu abrupt wirken und die Verarbeitung im Gehörgang erschweren.

Alpha Wolf haben die Bremsen ausgebaut

Ab der ersten Sekunde des neuen Albums beweisen Alpha Wolf ihre unersättliche Aggressivität und Wut. So sind es Stücke wie „Double-Edge Demise“ oder der Titeltrack „Half Living Things“, die herausstechen nach vorn gehen, treibend sind und ihre Aggressivität nicht nur unterschwellig unter Beweis stellen. Freunde von knüppeligen Drums und feurigen Vocal-Passagen werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen, allerdings enttarnt ein etwas genaueres Hinhören eine grundlegende Schwäche auf „Half Living Things“: Die Produktionsqualität. Diese ist nämlich durchgehend eher auf einem minderen Niveau. Dabei geht es nicht darum einen grundsätzlich rougheren Ton schlecht zu reden, wie er auch heute noch gerne in Genres härterer Musik gewählt wird und ein klares Stilelement ist, der Sound ist schlichtweg zu eindimensional und wirkt an der ein oder anderen Stelle nicht sauber genug recorded.

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Woran hat es gelegen?

Ja, das fragt man sich immer, woran es gelegen hat… Insgesamt bietet der neue Longplayer von Alpha Wolf eine Menge guter Ansätze, führt diese allerdings nicht bis zum Ende aus. So auch im Song „Sucks 2 Suck“, welches ein Feature mit niemand Geringerem als der Rap-Größe Ice-T (Bodycount) beinhaltet. Grundsätzlich beginnt der Track eher düster, wabernde 808-Beats signalisieren, dass der Rap-Anteil in diesem Stück deutlich größer ist. Hinzu kommt ein spannendes Spiel mit der Phonetik der Vocals. Frontmann Lochie Keogh, welcher 2018 zur Band zustieß, bindet einzelne Zeilen der Lyrics, indem er die letzte Silbe langzieht. Eine durchsetzungsstarke Methodik, um den Vibe des Songs zu verstärken. Mit Einsatz des Feature-Parts verpufft diese Stimmung allerdings nahezu. Es wirkt so, als wäre dieser Part aus einem komplett anderen Kontext stammend. Hinzu kommt, dass es so wirkt, als wäre nicht einmal versucht worden, dass sich das Feature in das Gesamtkonzept des Tracks einfügt. So wirkt der Track vielmehr unrund und unterbrochen.

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Es mangelt Alpha Wolf definitiv nicht an der Durchsetzungskraft und dem energetischen Momentum in ihren Songs auf „Half Living Things“. „Haunter“, „Pretty Boy“, oder „Feign“ strotzen nur so vor Kraft, es wirkt allerdings so, als würde sich dieser Effekt über den Verlauf des Albums recht schnell abnutzen, wodurch die bereits beschriebenen Schwächen des Albums in den Vordergrund rücken.

Ein bis dato ungelöstes Rätsel

Mit besonderem Blick auf den Song „Mangekyō“ stellt sich eine Frage, welche auf „Half Living Things“ leider keine klare Antwort findet. Übersetzt man den Titel, so ist es entweder das japanische Wort für „Kaleidoskop“, die Alternative hierzu ist ein Begriff aus dem Manga Naruto, welcher alternativ den Songtitel erklären könnte. Die Lösung dieses Rätsels liefern Alpha Wolf zwar nicht, Spaß beim Rätseln bereitet der Titel allerdings trotzdem.

Foto: Alpha Wolf / Offizielles Pressebild

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Fazit

5.5/10
· Durchschnitt

Mit ihrem neuen Album „Half Living Things“ können Alpha Wolf nicht an die Erfolge vorheriger Veröffentlichungen anknüpfen. Die Songs wirken eindimensional, zwischenzeitlich leer und auch die Produktion weist Mängel auf. Wer auf das Feature mit Ice-T hofft, der wird einen recht zusammengewürfelten Frankenstein-Song ohne klare Übergänge oder Integration vorfinden. Es ist allerdings nicht alles negativ an der neusten Veröffentlichung von Alpha Wolf. An diversen Stellen weist die Band spannende Ansätze auf, die es auszuarbeiten gilt. Darüber hinaus konnte an der Härte der Songs von Alpha Wolf ohnehin noch nie gezweifelt werden.

Alpha Wolf - Half Living Things

Alpha Wolf

Half Living Things

Album

VÖ 05. April 2024

cd · vinyl

Greyscale Records

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1Bring Back The Noise
  2. 2Double-Edge Demise
  3. 3Haunter
  4. 4Sucks 2 Suck (feat. Ice-T)
  5. 5Whenever You’re Ready
  6. 6Pretty Boy
  7. 7Mangekyō
  8. 8A Terrible Day For Rain
  9. 9Feign
  10. 10Garden of Eyes
  11. 11Half Living Things
  12. 12Ambivalence
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Alpha Wolf
Foto: Alpha Wolf / Offizielles Pressebild

Alpha Wolf

AustralienSeit 2013

Alpha Wolf ist eine australische Band aus Melbourne. Sie wurde 2013 von Bassist John Arnold und Gitarrist Sabian Lynch ins Leben gerufen. Das aktuelle Line-Up besteht weiterhin aus Sänger Lochie Keogh…

73 Artikel auf MoreCore

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