
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Mit „Detroit Stories“ nimmt uns unser allseits beliebtes Hardrock-Urgestein Alice Cooper mit in seine Heimatstadt. Das Album, das kommenden Freitag via earMusic erscheint, befasst sich mit der Heimatstadt und versucht, den speziellen Sound der „Detroit Ära“ einzufangen. Wir haben uns die Scheibe schon einmal anhören können und nehmen euch gerne mit nach Motown.
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Mit seinen insgesamt 15 Songs ist „Detroit Stories“ definitiv ein Longplayer, was in der aktuellen Zeit deutlich heraussticht. Darüber hinaus überzeugt das Album mit seinen vielfältigen Einflüssen. Ziel des Musikers war es, sowohl den besonderen Sound als auch die Stimmung Detroits einzufangen. Eine Stadt, die ihre ganz eigene Szene kreiert hat.
„Detroit war wirklich der Ort für Heavy Rock,” erklärt Alice. „Im Eastown zum Beispiel konnte man an einem Abend Alice Cooper, Ted Nugent, The Stooges und The Who sehen, und das alles für 4$! Dann am nächsten Wochenende im Grande standen MC5, Brownsville Station und Fleetwood Mac auf der Bühne, oder auch Savoy Brown und die Small Faces. Als Soft-Rock-Band hatte man da echt nichts verloren.”
Alice Cooper veröffentlicht eine Ode an Detroit
Und diese Liebe spürt man in jedem einzelnen Ton auf „Detroit Stories“. So ist eine treibende Richtung des Albums der klassischen Rock-Sound, wie auf „Rock ´n´ Roll“, „Social Debris“ oder „Hail Mariy“ zu hören. Allen drei Songs gelingt der Spagat zwischen schweren und stampfenden Sounds und gleichzeitig einer Beschwingtheit. Darüber hinaus wird die Produktion im Stile von Rock-Größen, wie Deep Purple, oder The Doors (Alice Cooper kann sich problemlos mit beiden Bands auf eine Ebene sehen) sehr breit aufgestellt.
So sind sowohl Gesangseinschübe durch einen Chor, als auch durch eine Orgel vorhanden. Es ist eine positive Grundstimmung, die in den Songs mitschwingt, und diese kommt beim Hörer ungefiltert und direkt an.
Die zweite Stilrichtung orientiert sich eher an treibenden, schnelleren Rhythmen. So klingt „Go Man Go“ mit seiner klaren Struktur und seinem Sound beinahe so, als wäre er aus der Feder der Ramones entsprungen. Die Stimmung des Stücks bleibt darüber hinaus über die volle Länge erhalten, sodass die eher gradlinige Struktur nicht langweilig oder abgedroschen wirkt.
Die dritte Richtung ist der eher bluesige Grundton einiger Songs. Hier wäre beispielsweise „$1000 High Heel Shoes“ zu nennen, der darüber hinaus sehr tanzbar ist und weist ebenfalls eine breitere Produktion auf, die unter anderem Bläser beinhaltet. „Drunk And In Love“ wirkt hingegen wie die musikalische Interpretation eines dunklen Rotweins und stellt ein gelungenes Pendant dar.
Die Leichtigkeit wird nicht verloren
Und was ist das Schönste an „Detroit Stories“? Dass Alice Cooper es bei einer Karriere von mehr als 50 Jahren schafft, seinen Humor und das Augenzwinkern in den Songs nicht zu verlieren. So ist „Our Love Will Change The World“ ein süßer, positiv klingender Song, der beschwingt und leicht daherkommt und einfach eine gute Laune verbreitet.
Im Kontrast dazu steht der gegenteilige Text, der aus der Feder eines Detroiter Musikers stammt. Auch „Independence Dave“ spielt mit einer leicht ironischen Note und unterhält während des Hörens.
Bild: YouTube / „Alice Cooper „Social Debris““
Fazit
Insgesamt fällt es wirklich schwer, etwas Negatives an Alice Coopers neustem Werk „Detroit Stories“ zu finden. Die Songs sind vielseitig, direkt und transportieren den Vibe der Heimatstadt des Musikers im besten Maße. Die Produktionen sind darüber hinaus aufwendig und lassen die einzelnen Stücke sowohl einzeln als auch als Kollektiv im Rampenlicht stehen. Böse Zungen können der Musikrichtung vorwerfen, dass sie verstaubt, eintönig und abgeschrieben sei, Alice Cooper beweist aber, dass dem nicht so ist.

▶Tracklist 15 Songs
- 1Rock and Roll
- 2Go Man Go
- 3Our Love Will Change the World
- 4Social Debris
- 5$1000 High Heel Shoes
- 6Hail Mary
- 7Detroit City 2021
- 8Drunk And In Love
- 9Independence Dave
- 10I Hate You
- 11Wonderful World
- 12Sister Anne
- 13Hanging on by a Thread
- 14Shut Up And Rock
- 15East Side Story