Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.
Spotify stand in den vergangenen Monaten stark in der Kritik: Unzureichende Künstler:innen-Vergütung, ein deutlicher Anstieg von KI-Musik sowie ethische Diskussionen rund um Investitionen in die Rüstungs- und KI-Waffenbranche sorgten für intensive Debatten. Trotzdem haben viele Nutzer:innen auf den heutigen Tag hingefiebert: Der neue Spotify Wrapped ist da.
Wrapped 2025 bringt neue Funktionen
Mit dem diesjährigen Update hat Spotify seinen Jahresrückblick deutlich erweitert. Wrapped 2025 ergänzt die bekannten Übersichten zu meistgehörten Songs, Artists, Genres und Podcasts um mehrere neue Features. Dazu gehören Top-Alben, ein Überblick über das bevorzugte Audiobook-Genre, ein „Listening Age“-Vergleich, ein interaktives Top-Song-Quiz sowie eine Einordnung in verschiedene „Clubs“, die den individuellen Musikgeschmack gruppieren sollen.
Neu ist außerdem die „Wrapped Party“: Nutzer:innen können ihre Hörstatistiken direkt mit Freund:innen vergleichen und gemeinsame musikalische Schnittmengen entdecken.
Anzeige
Die zentrale Idee bleibt jedoch unverändert: Wrapped bündelt das eigene Musikjahr in einer persönlichen Story, die sich leicht teilen lässt – und sorgt so jährlich für enorme Reichweite sowie Social-Media-Präsenz.
Instagram Post
Beim Anzeigen werden Cookies gesetzt und Daten an Instagram übertragen.
Trotz des Hypes rund um Wrapped sind die grundlegenden Kritikpunkte aber weiterhin präsent. An erster Stelle steht die Vergütung von Künstler:innen. Trotz großer Gewinne des schwedischen Konzerns erhalten Künstler:innen im Schnitt unter drei Euro für 1.000 Streams.
Parallel wächst die Debatte um KI-Musik und sogenannte Fake-Artists weiter an. Zuletzt sorgten beispielsweise in den Niederlanden KI-generierte Songs mit rechtsextremen und rassistischen Texten für Schlagzeilen, nachdem sie in den dortigen Spotify-Charts aufgetaucht waren.
Daneben sehen Kritiker:innen eine Gefahr darin, dass solche automatisierten Produktionen Aufmerksamkeit und Einnahmen von tatsächlichen Künstler:innen abziehen könnten.
Spotify wird deshalb immer wieder aufgefordert, KI-generierte Inhalte klar zu kennzeichnen oder sie vollständig zu verbieten. Derzeit markiert die Plattform entsprechende Songs jedoch nicht. Stattdessen will Spotify zukünftig einen Branchenstandard zur Identifizierung und Kennzeichnung von KI-Musik übernehmen, in dessen Rahmen Labels und Co. offenlegen, in welchem Umfang KI in einem Track zum Einsatz kam.
Zusätzlich plant Spotify einen erweiterten Spam-Filter, um mehr problematische oder missbräuchlich hochgeladene Inhalte zu erkennen. Wann die neuen Maßnahmen konkret eingeführt werden, ist bislang nicht bekannt.
Anzeige
Für zusätzliche Kontroversen sorgten zuletzt u.a. auch Werbung der amerikanischen US-Einwanderungsbehörde ICE sowie eine Investition von Spotify-CEODaniel Ek in ein Unternehmen, das an KI-gestützten Waffensystemen arbeitet. Mehrere Bands entfernten daraufhin ihre Musik von der Plattform oder riefen zum Boykott auf.
Kommentar der Redaktion: Die Rolle von Spotify und die Verantwortung dahinter
Der jährlich wiederkehrende Hype um den Spotify Wrapped zeigt, wie tief Musikstreaming inzwischen in der persönlichen Identität vieler Menschen verankert ist – und natürlich macht der Vergleich untereinander auch schlicht Spaß. Doch je prägender eine Plattform für Nutzer:innen und Bands ist, desto stärker rücken Fragen nach Fairness, Transparenz und Verantwortung in den Fokus.
Also teilt euren Wrapped und feiert eure liebsten Künstler:innen, aber kauft vielleicht trotzdem hier und da eine Platte. Denn allein von euren Wrapped-Statistiken können Künstler:innen am Ende (leider) nicht leben.