Mike ist der weitere Head von MoreCore und der kreative Kopf im Team. Vor lauter Ideen weiß er nicht immer genau, welche er uns als erstes präsentieren soll. Ein Luxusproblem, welches unsere Seite am Ende so vielschichtig macht. Ihr trefft Mike vorrangig hinter den Turntables unserer deutschlandweiten MoreCore-Parties, denn er ist der Typ, der euch mit den heißesten und neuesten Hits versorgt. Bei Musikwünschen am besten immer eine Maracujaschorle dabei haben, denn die liebt er!
Zudem ist Mike der Moderator unserer MoreCore TV Show, wo er euch mit den feinsten Interviews diverser Bands sowie News und Talks rund um das MoreCore-Universum versorgt. Kurzum: Mike ist unser Allrounder, den keiner missen mag!
Der Beartooth-Frontmann hat sich auf Instagram als schwul geoutet. Ein Satz steht da, ungeschützt, mitten im Text:
"I am a proudly gay man."
Kein PR-Sprech drumherum, keine Pressemitteilung. Nur er.
Und wer im März dabei zugesehen hat, wie die halbe Szene über ihn hergefallen ist, schluckt jetzt vielleicht einmal.
Was er selbst erzählt
Shomo macht in seinem Statement kein Geheimnis daraus, wie lange ihn das beschäftigt hat. Über zehn Jahre habe er Gefühle in Alkohol ertränkt. Erst als er das Trinken sein ließ und sich fragte, warum er sich überhaupt so lange so gefühlt hatte, kam er an den Punkt, an dem er seine Sexualität annehmen konnte.
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Spannend ist, wie er dabei selbst auf sein Werk schaut. Die ersten vier Beartooth-Alben – religiöse Erziehung, Depression, Selbsthass, Hoffnungslosigkeit. Er sagt, er habe darauf alles ausgegraben. Alles bis auf die eine Wurzel. Dankbar sei er für jede dieser Platten. Und ein bisschen schäme er sich auch, dass er so lange nicht tiefer gegraben hat. Das ist ehrlich auf eine Art, die wehtut.
Instagram Post
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Kurzer Rückblick. Im März kam "Free", die erste Single nach dem Wechsel zu Fearless Records. Shomo im Video: Make-up, lackierte Nägel, glitzerndes Crop-Top, Pelzmantel, und er tanzt, als würde ihm zum ersten Mal seit Jahren keiner zugucken (Anm. d. Red: Grandioser Look!).
YouTube Video
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Ein Teil der Szene hat das nicht ausgehalten. Es gab Spott von Fans, und es gab Spott von Kollegen. Chris Fronzak von Attila setzte einen homophoben "Witz" auf X ab, legte nach, als Gegenwind kam, und kanzelte seine Kritiker als "butthurt" ab. Irgendwann kam dann doch eine Entschuldigung. Homophobe Slurs landeten nicht nur bei Shomo, sondern sogar bei seiner Frau.
Shomo hat damals sein Instagram deaktiviert und ist eine Weile abgetaucht.
Das Ganze lief unter "Image-Wechsel, Geschmackssache". War es aber nicht. Da stand ein Mann auf einer Bühne aus Glitzer, mitten in einem Prozess, von dem keiner wusste – und kassierte ausgerechnet dafür Homophobie. Man muss kein großer Denker sein, um zu sehen, was das mit jemandem macht.
Es gab auch die andere Seite. David Draiman (Disturbed), ausgerechnet, stellte sich öffentlich vor ihn und meinte, Bowie und Mercury wären stolz. Hat er recht gehabt.
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Diesmal wird nichts mehr weichgespült sagt Shomo
Eine Sache zieht sich durch das Statement: Bevor er für das kommende Album auch nur einen Ton geschrieben hat, hat Shomo beschlossen, sich nicht mehr zu zensieren. Nicht in der Musik, nicht in den Texten, nicht darin, wie er aussieht und auftritt. Man kann sich nicht selbst lieben, schreibt er sinngemäß, solange man Teile von sich wegsperrt.
Und er dreht sich am Ende zu denen um, die gerade selbst mit sowas kämpfen. Geduld mit sich haben. Ehrlich sein. Die schwere Arbeit machen, statt alles so tief zu vergraben, bis es niemand mehr findet – so wie er es jahrelang versucht hat. Ein Satz bleibt hängen: Dinge in sich hineinzufressen, schreibt er, habe am Ende nur ihn selbst verletzt und die Menschen um ihn herum. Aus einem Mund, der das alles durch hat, klingt das anders als ein Kalenderspruch.
Einordnung aus der Redaktion
Im Metalcore und Hardcore sind offene Coming-Outs von Frontleuten dieser Größenordnung immer noch die absolute Ausnahme. Das sagt weniger über die Künstler:innen als über die Ecken einer Szene, die sich gern als Auffangbecken für alle Außenseiter:innen feiert und es dann doch nicht immer ist. Die Reaktionen auf "Free" haben das in Echtzeit vorgeführt.
Deshalb ist es ein Statement, dass jemand wie Shomo das jetzt einfach hinstellt. Wir haben dem nichts hinzuzufügen, außer: Respekt. Und der Mann hat sich verdammt nochmal nichts vorzuwerfen. Traurig genug, dass man über so ein Thema in 2026 überhaupt noch sprechen muss. Stark, wie Caleb es macht!
Wenn du dich in Calebs Geschichte wiedererkennst: Du bist damit nicht allein. Queere Anlaufstellen sind für Austausch und Unterstützung da – ganz ohne Druck. Das rubicon in Köln (rubicon-koeln.de) berät auch online und hat eine eigene queere Suchtselbsthilfe.