Scowl nehmen sich offenbar eine Auszeit. Das bestätigte Frontfrau Kat Moss in einem Interview mit Good Times. Die Band habe sich nicht aufgelöst, plane aber auf absehbare Zeit keine Aktivitäten. Die kalifornische Hardcore-Band spielte ihre letzte Show im Dezember 2025. Seitdem blieb es auffällig still.
Trauer und Erschöpfung als Auslöser
Nach Jahren intensiven Tourens hätten Burnout und persönliche Verluste die Band – oder zumindest Moss – eingeholt. Als wesentlichen Faktor nannte sie den Tod ihrer engen Freundin Bridget Smith, die 2025 an Eierstockkrebs verstarb. Smith war eine der ersten Unterstützerinnen der Band und hatte das Musikvideo zu „Psychic Dance Routine" choreografiert. Moss beschreibt, wie sie sich während der Promo und den Touren damals gefühlt hat:
„Ich war wirklich nicht mehr in meinem Körper oder präsent … Ich war so verdammt überfordert, dass ich am liebsten den Schwanz eingezogen und vor allem davongelaufen wäre.“
Wie sehr sie innerlich bereits abgeschaltet hatte, macht sie an einem konkreten Bild deutlich:
„Wir liefen irgendwo in Spanien durch eine wunderschöne Stadt, die Sonne schien – und ich weinte einfach. Alle fragten: ‚Alles okay?' Und ich sagte: ‚Ja, ich hab nur schlecht geschlafen.'"
Zusätzlich musste die Band 2025 den Ausstieg von Gitarrist Malachi Greene verkraften, mit dem Moss zuvor auch privat zusammen war.
Erste Schritte zurück, aber Zukunft bleibt offen
Am 1. Mai 2026 stand Moss erstmals wieder auf der Bühne – allerdings als Frontfrau des einmaligen Cover-Projekts "Not Yet, Old Dog". Sie erklärte, dass sie derzeit erkunde, wie sich ihr künstlerisches Schaffen abseits von Scowl gestalten könnte:
„Ich freue mich riesig darauf, herauszufinden, wer ich als Künstlerin eigentlich bin. Scowl hatte sich zu einer regelrechten Maschine entwickelt. Das ist zwar verdammt cool und verrückt, aber es ist auch schön, mal wieder ein wenig durchatmen zu können.“
Ob und wann Scowl zurückkehren, lies sie offen, wenngleich sie eine Rückkehr nicht gänzlich ausschloss:
„Ich brauchte Freiraum, um nicht nur den Verlust, sondern auch den eigentlichen Schatz dieser Erfahrung zu verarbeiten. Genau an diesem Punkt stand ich zuletzt – doch nun bin ich in der Lage, neue musikalische Wege einzuschlagen. Ich fühle mich dabei wie ein großes, 28-jähriges Kleinkind."