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Rob Halford (Judas Priest): „Man muss jungen Menschen erlauben, ihren eigenen Weg im Leben zu finden“
Music

Rob Halford (Judas Priest): „Man muss jungen Menschen erlauben, ihren eigenen Weg im Leben zu finden“

Das hält der Metalgod von der Jugend von heute.

Tamara Jungmann/14. Mai 2024· Aktualisiert 6. April/4 Min.
T

Wenn unsere Tamara nicht gerade mit ihrem Master in Musikjournalismus eingespannt ist, versorgt sie die Leserschaft mit Rezensionen und Interviews rund um Bands, die eigentlich nur noch unsere Eltern hören. Zu ihren Lieblingsfreizeitbeschäftigungen gehören Till Lindemann und Wacken. Sieht man sie nicht im Club oder durch einen Moshpit tanzen, steht sie hinter dem Tresen und mixt unverschämt gute Cocktails, um mit Freuden ihre Freunde abzufüllen. Neuerdings versucht sie sich auch als Pflanzenmutti und an der E-Gitarre. Ganze 3 Akkorde beherrscht sie schon, einer Karriere in einer Punkband würde also nichts mehr im Weg stehen.


Judas Priest/Music·#Judas Priest,#Rob Halford
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Rob Halford, Sänger und Frontmann des Heavy Metal-Urgesteins Judas Priest, feiert in diesem Jahr seinen 73. Geburtstag. Und auch wenn der Schädel schon längst blank, und die Bart- und Brust-Haare immer weißer werden, sind die Ansichten des „Metalgods“ keineswegs von gestern.

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Es liegt schon eine ganze Weile zurück. Genauer gesagt mehr als 40 Jahre. Ironischerweise waren gerade die 80er Jahre geprägt von Prüderei und Perversion – Extreme bedingen sich schließlich gerne gegenseitig. So kam es, dass der Sex, Drugs and Rock’N’Roll-Lifestyle, der damals von Pop- wie Rock-Vertretern gepredigt wurde von einigen besorgten Amerikanern unterbunden werden wollte.

Hierfür wurden die berühmten „The Filthy Fifteen“ festgelegt. 15 Tracks, die aufgrund ihrer expliziten Texte gemaßregelt werden sollten. Letztendlich landete allerdings nichts anderes als der berühmte „Parental Advisory“-Sticker auf den Platten, sehr zur Freude der Musiker, die diesen Stempel viel mehr als Gütesiegel verstanden.

Der Judas Priest-Frontmann teilt seine Meinung zur „Cancel Culture“

Genug der Musikgeschichte. Judas Priest-Gesangsmeister Rob Halford, wurde zu eben diesem Vorfall in den 80er Jahren in einem aktuellen Interview mit „The Fuzzing Rock Show“ befragt. Halford war mit seiner Band selbst wegen des Songs „Eat Me Alive“, in dem es um Blowjobs geht, von diesem Bann betroffen.

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Auf den Vergleich der damaligen mit der heutigen „Cancel Culture“-Debatte reagiert der Brite wie folgt:

„Man muss jungen Menschen erlauben, so zu sein, wie sie sind. Man muss jungen Menschen erlauben, ihren eigenen Weg im Leben zu finden. Diese Sache mit der Cancel Culture ist einfach nicht so groß, wie sie oft dargestellt wird. Vieles davon ist einfach übertrieben. Oft geht es um Clickbaiting. Mal sind es Neuigkeiten, mal sind es keine Neuigkeiten. Die meisten jungen Menschen sind freundlich, leben ihr Leben und versuchen einfach nur voranzukommen. Und dann gibt es da noch diese andere Social-Media-Blase, die TMZ-Blase, die in der anderen Ecke tobt, und man kann sich entweder daran beteiligen oder eben nicht.“

„Als wir diese Erfahrung mit dem PMRC machten, war es schwierig, weil es von sehr mächtigen politischen Persönlichkeiten in Washington D.C. unterstützt wurde. Das war nur politischer Hickhack. Diese Leute hatten keine Ahnung von Heavy Metal. Sie hatten keine Ahnung von der Freude und dem Vergnügen und den guten Zeiten, die Heavy Metal den Menschen bereitet und von dem Guten, das Metal bewirkt. (…) Man wird älter und man erkennt, was wichtig ist und was unfair ist. Junge Menschen wissen noch nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen, wenn man in den sozialen Medien gemobbt und angegriffen wird.“

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Rob Halford: Atemübungen statt Political Correctness

Einen kurzen Abstecher wagt Halford dann doch nochmal in die rosarote Vergangenheitsblase und drückt sein Unverständnis über die heutige „political correctness“-Debatte aus:

„Ich könnte ewig über dieses Thema reden. Ich denke, wir müssen uns gegenseitig eine Pause gönnen und einen langen, tiefen Atemzug nehmen und ihn ganz langsam wieder ausstoßen. Es scheint, dass die einzige Möglichkeit, in diesen Zeiten Aufmerksamkeit zu erregen, darin besteht so laut wie möglich zu schreien und die empörendsten Dinge zu sagen, die nur möglich sind. Es ist wirklich eine andere Welt als damals, als ich aufwuchs. Aber so entwickelt sich die Menschheit.“

Judas Priest befinden sich aktuell auf der drölftausendsten Tour ihrer Karriere. Mit dem brandneuen und im März erschienenen Album „Invicible Shield“ im Gepäck befindet sich der Wahl-Amerikaner im Moment noch in den Staaten, wird aber in Kürze wieder zurück nach Europa kehren, wo Priest bereits im März den ersten Teil ihrer Tour absolvierten. Alle anstehenden Termine in Deutschland findet ihr nochmal hier:

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01.07.2024 – Hamburg, Barclays Arena

02.07.2024 – Berlin, Max-Schmeling-Halle

04.07.2024 – Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung

08.07.2024 – Mannheim, SAP Arena (ohne Saxon)

10.07.2024 – Dresden, Messe Dresden

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)


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