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Reeperbahn Festival: So war der erste Tag! (22.09.2021)
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Feature

Reeperbahn Festival: So war der erste Tag! (22.09.2021)

Live-Musik ist wieder da.

Kevin Postir/24. Sep. 2021· Aktualisiert 1. April/4 Min.
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Wer hätte vor ein paar Monaten noch gedacht, dass wir im Jahre 2021 größere, mehrtägige Live-Musik Veranstaltungen besuchen können? Und dass dann ein so besonderes Festival, wie das Reeperbahn Festival vom 22. bis 25. September durchführbar ist, das ist etwas ganz Besonderes.

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Nachdem über mehrere Tage die Spielstätten und Veranstaltungsorte rund um die Hamburger Reeperbahn vorbereitet wurden, waren es Melting Palms, die den Lattenplatz, direkt vor dem Hamburger Knust, mit ihrer Show eröffneten.

Da die Corona-Pandemie selbstverständlich das Festival beeinflusst, wurde in diesem Zuge der Platz abgesperrt und mit Bänken und Tischen ausgestattet. Zusätzlich war das Tragen einer Maske abseits des eigenen Platzes erforderlich. Um dem Ganzen dann sicherheitshalber noch die Krone aufzusetzen, erklang vor Beginn der Show die Durchsage, was denn während des Konzertes erlaubt ist und wovon die Reeperbahn Festival-Besucher*innen absehen sollen. Kann man denn da noch Spaß haben? Bestimmt!

Die fünfköpfige Band Melting Palms hatte ein Heimspiel an diesem Abend. Der Platz füllte sich zügig, sodass nach kurzer Zeit alle Tische besetzt waren. Zu Beginn des Konzertes zeigte sich gleich, dass diese Band einen etwas experimentelleren Ansatz besitzt. So wurde das Intro, welches aus einer Geräuschkulisse bestand, auf Gitarre und Bogen gespielt.

Melting Palms wissen zu begeistern

Der Sound der Gruppe wies dabei ganz eigene Genrekombinationen auf. So pendelte sich der zarte Gesang des Sängers, gemeinsam mit den treibenden Drum-Beats und den vier Saiteninstrumenten irgendwo zwischen The Cure, Joy Division und einer Portion Irish Folk ein.

Ein Mix, der nur schwer vorstellbar ist, die Band in ihrem Sound allerdings definitiv heraushebt und perfekt für eine leichte, kühle Brise an einem frühherbstlichen Abend war. Die Nuancen der vielschichtigen Musik waren teilweise allerdings so fein, dass sie wie vom Winde verweht wurden. Dies galt anfangs auch für den Gesang, welcher im Verlauf des Konzertes allerdings lauter wurde.

Mit einem Blick in die Hörerschaft wurde deutlich, dass hier einige innere Knoten platzten und es alle Anwesenden genossen hier zu sein. Nachdem das Set dann bereits nach 30 Minuten beendet war schienen es so, als seien alle zufrieden mit diesem Auftakt. Sowohl die Band lächelte sich glücklich an, als auch das Publikum, welches sich für den letzten Applaus von den Bänken erhob.

Was ist das schöne an einem Festival? Dass man sich nach der ersten Band gleich eine zweite ansehen kann. Hierfür war allerdings ein Location-Wechsel vorgesehen. Zum Glück ist auf Sankt Pauli beinahe alles „nah“ (im Auge des Betrachters).

Auf zum Gruenspan

Nächste Station Gruenspan, eine Location, am Ende der Großen Freiheit, die in vergangenen Jahren beispielsweise Austragungsort der Never Say Die-Tour war, und vor dessen Pforte sich Bryan Adams und Teile von Nirvana in den 90er Jahren eine Schneeballschlacht geliefert haben (angeblich).

Fortuna Ehrenfeld gehen musikalisch in eine etwas andere Richtung. Die dreiköpfige Band aus Köln zog einige Interessent*innen zu sich, sodass es zu einem Einlassstopp kam. Während zuvor noch die leichten Klänge an der frischen Luft genossen werden konnten, drückte nun der Sound des Trios mit voller Wucht auf die Trommelfelder, und das tat wirklich gut!

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Die Musik, welche durch humorvolle Einspieler aufgelockert wurde, bestand aus poppigen Indie-Sounds, die teilweise durch elektronische Beats einen minimalistischen Charakter aufwiesen und zu Teilen sogar in eine Spoken Word-Richtung gehen. Besonders durch die Location und die Qualität des Sounds war dies eine Kombination, die fesselnd war.

Da vergaßen die Personen auf den letzten Plätzen beinahe, dass sie aufgrund der Hygieneregeln und der zugewiesenen Plätze keine Chance hatten, die Bühne auch nur zu Teilen zu sehen. Einnehmend war die Atmosphäre trotz allem. Ein Moment, der hier definitiv in Erinnerung bleibt ist das Ende des Konzertes, bei dem nach Überziehung der letzte Song a capella angestimmt wurde und der im Schlafanzug spielende Sänger und Gitarrist Martin Bechler sichtlich gerührt schien. Hell Yeah! Live-Musik ist wieder da.

Um den ersten Tag gebührend abzuschließen, war noch ein Besuch der größten Bühne, der Arte Bühne von Nöten. Diese befindet sich auf dem Heiligengeistfeld, zu Fuße des Millerntor Stadions. Und um diesen Besuch abzurunden waren es keine geringeren als die Herren von Kadavar, welche die Bühne als letzten Act bespielten. Treibend, verspielt und atmosphärisch. Was wünscht man sich an einem Mittwoch-Abend mehr? Auch hier fiel die Ausgefeiltheit des Sounds positiv auf. Was bleibt nach so einem ersten Tag beim Reeperbahn Festival noch zu sagen, außer: Ich freue mich schon auf den Rest!

#Reeperbahn Festival

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