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PARKWAY DRIVE: So war die Show in Oberhausen!

PARKWAY DRIVE: So war die Show in Oberhausen!

Ich muss schon zugeben, dass ich an diesem Nachmittag mit großen...

Jonas Happel/22. Februar 2016· Aktualisiert 6. April/5 Min.
J

Jonas ist einer der Heads von MoreCore und kümmert sich hauptsächlich um die Pressearbeit, Zahlen, diverse Projekte sowie die Kommunikation mit Partnern, Labels und Bands. In seiner Freizeit vertritt er in Perfektion die kölsche Lebensart, die er nach über zehn Jahren in der Rheinmetropole nun auch im Münsterland auslebt. Dazu gehört auch, für jeden im Team ein offenes Ohr zu haben! Zudem ist er auf vielen Konzerten und Festivals anzutreffen, schwingt super gerne mal den Kochlöffel und schreibt nebenher Musik für Kinder. Beruflich arbeitet Jonas als Lehrer für Sonderpädagogik an zwei inklusiven Grundschulen in Bocholt.


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Ich muss schon zugeben, dass ich an diesem Nachmittag mit großen Erwartungen nach Oberhausen gefahren bin, um mir die letzte Show der Tour von THY ART IS MURDER, ARCHITECTS und PARKWAY DRIVE anzuschauen. Schließlich wusste ich aus Fotos, Videos und Berichten der vorangegangenen Shows, was auf mich zukommen sollte. So ging es diesmal, dank der Fastenzeit, mit alkoholfreiem Gerstensaft Richtung Oberhausen, um mir in der Turbinenhalle das wohl bisher beste Line-Up dieses noch jungen Jahres zu geben.

Zu Beginn war ich noch etwas erschrocken von der noch sehr spärlich gefüllten Halle, aber dies sollte sich schnell ändern. Relativ pünktlich begannen dann THY ART IS MURDER mit ihrem Set. Nachdem CJ die Band im Dezember verlassen hatte, war ich umso gespannter, wie sich Nick Arthur (MOLOTOV SOLUTION) auf der Bühne schlagen würde. Dieser hatte bei den vergangenen Shows durchaus positives Feedback bekommen, vor allem was seine stimmlichen Qualitäten angeht. Jedoch wurde auch häufig beklagt, dass Nick die Energie und Art des vergangenen Frontmannes nicht rüberbringen könne. Und genau diesen Eindruck habe auch ich gewonnen. Nach wirklich vielen Shows auf dem Buckel wirkte nicht nur Nick, sondern auch der Rest der Truppe dezent müde. Etwas unbeweglich und emotionslos wurde das Set heruntergespielt, und dies bemerkte auch das Publikum. So war es nicht verwunderlich, dass der Funke nicht so ganz überspringen wollte und die Crowd noch eher bewegungslos dem Auftritt der Jungs lauschte. Schade eigentlich, da hatte ich mir mehr erhofft.

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Anschließend bestiegen ARCHITECTS die Bühne um nun die Turbinenhalle ordentlich einzuheizen. Man merkte sofort, auf die Jungs aus UK hatten sich hier einige gefreut. Endlich gab es Bewegung in der Menge und das Set, gespickt mit alten und „neueren“ Songs, wurde ordentlich abgefeiert. Sam Carter entschuldigte sich zu Beginn des Auftritts direkt für seine „nicht vorhandene“ Stimme, aber wer will ihm das nach so vielen Shows in kurzer Zeit schon verübeln. Meiner Meinung nach, hat er sich dafür sogar noch sehr gut geschlagen! Auffallend positiv ist mir die Lichtshow in Erinnerung geblieben, die die Mischung aus ruhigen und härteren Parts der Band perfekt unterstützt hat. Aber seht selbst!

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Emotionsvoll wurde es dann schließlich auch noch, als Sam Carter sich von einem Crew-Mitglied verabschiedete, der sich dafür entschieden hatte, die Band in Zukunft nicht mehr zu begleiten. Prompt wurde „Freddie“ auf die Bühne geholt, für seine Arbeit gelobt und sollte von der Crowd zum „Bleiben“ bei der Band bewegt werden. Ein wahrer Gänsehautmoment, wenn man weiß, wie fest Crew und Band auf so einigen Touren zusammenwachsen. Freddie schien mehr als beeindruckt und ergriffen von diesen „standing ovations“. Ein toller Moment, für den ich immer wieder gerne auf solche Shows gehe!

Umso erschreckendere Bilder musste ich mir dann ca. ab der zweiten Hälfte des Sets der Briten geben, als die Security sich völlig überfordert mit den ganzen Crowdsurfern zeigte. Da wurden Leute in wirklich unpassender Art und Weise in den Graben gezogen oder aber auch gar nicht aufgefangen! Der für mich persönlich schlimmste Moment war dann dieser, als ein junger Mann einfach in den Graben fiel und liegen blieb. Nach mehreren Sekunden erbarmte sich dann auch mal endlich die Security, nach diesem zu schauen und ihm Hilfestellung zu geben. Solche Bilder will nun wirklich keiner sehen und gerade die Security sollte hier vernünftig geschult sein, um dem Konzertbesucher ein „Sicherheitsgefühl“ geben zu können.

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Gegen halb zehn war es dann endlich soweit: PARKWAY DRIVE enterten die Bühne, und das mit einem atemberaubenden Intro. Eine unglaubliche Lichtshow, abwechslunsgreiche Effekte und eine Band, die auch nach gefühlten 30 Shows in 30 Tagen noch immer nicht genug hat. Keine Anzeichen von Erschöpfung, keine Anzeichen von mangelndem Willen, Oberhausen zu zeigen, wie eine vernünftige Liveshow aussieht. Die Jungs aus Down Under rissen förmlich alles ab und schafften es mit einem perfekt gewählten Mix aus alten und neuen Songs die Menge glücklich zu machen! Ich persönlich hatte mich besonders auf die neuen Songs der Jungs gefreut und war gespannt, wie die Leute diese annehmen würden. Sorgen hatte ich mir zwar keine gemacht, aber man weiß ja nie, wie die Zuschauer so reagieren. Die Menge sollte mich aber schnell beruhigen, denn die neuen Kracher um „Dying To Believe“ , „Bottom Feeder“ oder „Crushed“ kamen mehr als gut an. Vor allem Winston zeigte dabei mehr als deutlich, dass er seine gesanglichen Variationen auch live mehr als gut rüberbringen kann. Auch der Ausfall von Basser Jia fiel hier kaum noch ins Gewicht, denn Andy Marsh , den man sich von THY ART IS MURDER für die Tour geliehen hatte, schien in seiner „neuen“ Rolle mehr als aufzugehen. Die ganze Bewegungslosigkeit aus dem Auftritt seiner eigenen Band war mittlerweile vergessen und Andy stellte sich als wirklich ordentlichen Ersatz dar.

Wenn man ehrlich ist, hat die heutige Liveshow der Jungs mit ihren Aufritten von vor fünf Jahren nicht mehr viel gemein. Hier wird aufgefahren, dass es sich gewaschen hat. Pyro wohin man sieht, ein wahres Lichtspektakel, Feuer hier, Effekte da und eine sehr aufgeräumte Bühne, die ordentlich Platz für Bewegung lässt. Hier merkt man einfach, wo PARKWAY DRIVE mittlerweile angekommen sind, nämlich ganz weit oben! Der eine oder andere wird der alten Zeit wahrscheinlich hinterher trauern, ich aber freue mich, dass solch professionelle Liveshows mittlerweile in der Core-Szene dazugehören! Wollen wir hoffen, dass die sympathischen Jungs aus Australien schon bald wieder bei uns sind.


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