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MoreCare Week: „Let It Out!“ – Künstler äußern sich zu Mental Health – Teil 2

Äußerungen von Künstlern aus Rock und Metal.

VON AM 20/11/2020

Im ersten Teil habt ihr erfahren, wie es um die Musiker von Bury Tomorrow, Enter Shikari oder Beartooth steht. Für Teil zwei haben wir für euch recherchiert, wie u.a. Oli Sykes oder Jesse Leach mit persönlichen Problemen umgehen.

”It‘s okay to ask for help”

Immer wieder wird deutlich, wie wichtig der Austausch sein kann. Nicht nur für Betroffene untereinander, sondern auch mit Menschen, die bisher nur wenig Berührungspunkte mit dem Thema gehabt haben. Für Yungblud ist klar: Menschen haben Angst vor Dingen, die sie nicht verstehen.

„People are afraid of things they don’t understand. I think people are never be able to understand mental health, because it is individual to each person. But you have things in common. So my advice for someone who feels like they are suffering, is to realize, that you are not alone out there and if you look, you will find people who are like you.“

Er ist der Meinung, dass sich mentale Gesundheit für jeden anders anfühlt. Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten und man ist mit seinen Gefühlen nicht allein. Ihm ging es besser, als er Menschen traf, die so waren wie er: „As soon as I found my group of people, that felt the same as me, I was okay.“

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Ähnliche Erfahrungen durfte auch Jesse Leach (Killswitch Engage) machen. Für ihn waren die Gespräche mit anderen Betroffenen bereichernd: „When you speak about it, the conversation involves to meet people, who are like you. You share and exchange ideas and those are the tools you use to deal with mental illness.“

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Das Gefühl von Verbundenheit ermutigt auch Oli Sykes (Bring Me The Horizon):

„We are all connected by our fears, our insecurities, our worries and stuff. I think that‘s such a nice thing to know that everyone‘s just as messed up as you are. Sometimes all you need is just that confirmation that we‘re all stuck together.“

Seiner Ansicht nach gibt es sowas wie „normale Leute“ überhaupt nicht: „There is no such thing as a normal person. I‘ve never met one anyway.“ Für ihn ist es einfach wichtig, dass man über seine Probleme redet:

„If you‘re feeling somewhere talk about it, feel it, go through it. I mean whatever it is. The only way to work through it as if you admit it and accept it and then figure out what it is.“

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Wenn es nach Sänger Tommy Vext (Bad Wolves) geht, ist der richtige Umgang mit Emotionen am Besten mit professioneller Hilfe zu bewältigen:

„ I am a big advocat of therapy, because I think it‘s important for people to get professional help, so they talk about it and address their feelings in a healthy environment.“

Gemeinsam mit einem Therapeuten konnte er seine Depressionen in den Griff kriegen und schaut heute anders auf seine Gefühle als vor der Therapie: „I would tell myself that this is not gonna last forever. You just kind of have to keep on walking and it‘s okay to ask for help.“

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Mental Health Check – „So normal wie der Besuch beim Augenarzt“

Depressionen, Ängste, Süchte – um nur wenige Beispiele zu nennen – fordern uns Menschen vieles ab. Sie können jeden treffen und sie machen vor keiner sozialen Gruppe halt; genauso wenig vor der Metal- oder Hardcore-Szene. Die Interviews haben uns gezeigt, dass es wichtig ist, über das eigene Leid und unsere Emotionen zu sprechen, vor allem dann, wenn die mentale Gesundheit darunter leidet und es uns schlecht geht.

Bis es soweit ist, dass sich unser und auch Rou Reynolds (Enter Shikari) den Traum von einer Gesellschaft erfüllt, in der ein „Mental Health Check“ genauso dazugehört, wie der Besuch beim Augenarzt, liegt es an uns allen, das Thema endlich gesellschaftsfähig zu machen:

„I think until we get to the point in society where a mental health check up is considered as important and vital to our lives as an eye test or a regular visit to the GP, then there’s always room for improvement. There’s no stigma about going to an optician, and that needs to be the same for mental health“.

Joel Birch (The Amity Affliction) sagt, dass dies am Besten durch Aufklärung gelingt und schlägt vor:

„The only way to stem the problem of stigma – and this especially applies to young people and all the issues they face in school with bullying and teenage insensitivity – is through education. And I don’t mean your standard ‘slideshow’ education – it’s really important to teach kids to understand what it’s like to exist in the mind of someone with depression.“

Genauso wie ihr sind wir einfach nur Menschen mit einer Vorliebe für Gitarrenmusik, aber keine Psychologen. Bei den Strategien, Methoden und Techniken, die wir für euch gefunden haben, handelt es sich um persönliche Bewältigungsstrategien der Künstler, die so unterschiedlich sein können wie ihre und unsere Persönlichkeiten. Trotzdem hoffen wir, dass ihr Ideen sammeln konntet und dass der Mut der Musiker ansteckt.

„My advice to anyone, who is going through a hard time: Let it out. Don’t hold it in. Don’t bottle it up. Communicate! – I think communication is like the number one thing. Find out if there’s a community nearby, where you can meet with people. But it’s okay to feel pain. I think males – particularly males – were 21st century-raised to be strong and being macho and this is what it is to be a man. A real warrior doesn’t just learn how to fight, he learns how to cry. It’s okay to be vulnerable. It’s a quality, it’s not a weakness. So I’d say ‘Communicate!’ I’d say ‘Let it out!’“

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Sehr starke und gänsehauterzeugende Worte von einem ziemlich ehrlichen und sympathischen Jake Taylor (In Hearts Wake). Schmerz und Trauer zuzulassen, sich nicht für seine Emotionen zu schämen, sie stattdessen einzugestehen – und das unabhängig eines jeden Geschlechts – ist ihm zufolge die wahre Stärke, die in uns steckt und die wir in uns wecken müssen.

Also seid mutig, zeigt eure Stärke und vor allem: Gebt niemals auf!

Solltest du selbst das Gefühl haben, dass du dich in einer belastenden Situation befindest, dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym Hilfe von Beratern, die mit dir Auswege aus schwierigen Situationen finden und eine tolle Stütze sein können. Danke, dass du es versuchst!

Von Cassandra Hillgruber und Kathrin Löffler

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