
Linkin Park: Mike Shinoda wollte die Band nach Chester Benningtons Tod nicht aufgeben – „Es wäre ein beschissenes Ende gewesen“
Stattdessen wagte man einen risikoreichen Neuanfang.
Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…
Am gestrigen Sonntag vor acht Jahren hat die Musikwelt eine ihrer bedeutendsten Stimmen verloren – Linkin Park-Frontmann Chester Bennington nahm sich im Alter von 41 Jahren das Leben. Eine Tragödie, der bis heute nicht nur Fans, sondern auch seine Bandkollegen tief bewegt. In einem neuen Interview mit dem Broken Record Podcast spricht Mike Shinoda offen über die Entscheidung, die Band mit der neuen Sängerin Emily Armstrong wiederzubeleben – und über die Verantwortung, die damit einhergeht.
Anmerkung der Redaktion: Solltest du selbst das Gefühl haben, dass du dich in einer belastenden Situation befindest, dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym Hilfe von Beratenden, die mit dir Auswege aus schwierigen Situationen finden und eine tolle Stütze sein können.
Linkin Park: Mike Shinoda über den Neuanfang der Band
„Ich glaube, was uns wirklich angetrieben hat, war der Gedanke, dass es ein beschissenes Ende für die Band gewesen wäre, wenn wir einfach alles hingeschmissen und gesagt hätten: ‚Okay, das war eine gute Zeit‘, und uns getrennt hätten. Das ist eine furchtbare Geschichte. Niemand will dieses Buch lesen“, erklärt Shinoda.
„Wenn ich stattdessen sagen kann: ‚Und dann haben sich die Jungs wieder aufgerappelt und sind wieder aufgestanden‘, ist das für mich genau das Buch, das ich lesen möchte. Das ist das Schwierigste, das Einschüchterndste, das Herausforderndste, bei dem ehrlich gesagt am meisten schiefgehen kann. Und für uns, unsere Kinder und unsere Fans ist es das und wir können sagen… Ja, wir sind damit riesige Risiken eingegangen.“
Selbstverständlich habe man sich vor dem Comeback viele Gedanken gemacht und alle Entscheidungen gut durchdacht, wie der Musiker weiter betont. Die Band sei sich der möglichen Reaktionen bewusst gewesen – insbesondere der Kritik, die aus bestimmten Fanlagern kommen könnte:
„Bevor irgendjemand etwas [über unseren Neuanfang] wusste, dachten wir: ‚Okay, hier ist eine lange Liste mit den Dingen, die den Leuten nicht gefallen werden.‘ [Das waren] all die Dinge, die ihnen am Ende nicht gefielen, all die Dinge, über die sich alle im Internet über unsere Band gestritten haben und weiterhin streiten.“
In diesem Zusammenhang teilt er auch gegen eine ganz spezielle Art von „Fan“ aus:
„Der mit offenem Mund atmende, frauenfeindliche Metal-Fan mit Bart, der unsere ersten beiden Platten geliebt hat und die Band seitdem nicht mehr gehört hat, aber denkt, er sei ein Linkin Park-Fan, wird diese Band hassen und das auch lautstark kundtun.
Aber das ist okay, denn diese Person wird durch ein 15-jähriges Mädchen ersetzt, das sagt: ‚Ich habe noch nie auf so laute Musik gestanden und will jetzt Gitarre spielen lernen.‘ Und das finde ich toll.“
2026 auf Tour
Linkin Park waren dieses Jahr live in Deutschland zu erleben. 2026 kommt die Band im Rahmen der nächsten Etappe ihrer „From Zero World Tour“ dann zurück und tritt außerdem noch bei Rock am Ring und Rock im Park auf. Hier geht’s zu den Tickets:
Foto: Jimmy Fontaine / Offizielles Pressebild




