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Jinjer: Unser Interview mit Bassist Eugene Abdiukhanov

Jinjer: Unser Interview mit Bassist Eugene Abdiukhanov

Auch wir befinden, dass Jinjer auf dem Weg sind, das nächste große...

Admin/19. Februar 2019· Aktualisiert 6. April/8 Min.
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Unser Admin sorgt dafür, dass alles funktioniert. Manchmal funktioniert es nicht, dann ist zwar er schuld. Aber dann repariert er es und wir haben ihn alle wieder lieb.


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Auch wir befinden, dass Jinjer auf dem Weg sind, das nächste große Ding zu werden. Die Band aus der Ukraine ist nicht nur ständig auf Tour, sondern auch bereits in Vorbereitung auf den nächsten Release. Wir haben Bassist Eugene auf der aktuellen Tour mit Nailed To Obscurity, Amorphis und Soilwork in Wiesbaden getroffen und mit ihm über diese Themen geredet. Auch darüber, dass die Bandmitglieder das Wort „Freizeit“ eigentlich gar nicht kennen.

MC | Rodney: Hey Eugene, erzähl mal, wie war die Show heute für dich?

Jinjer | Eugene: Die Show war großartig! Wir sind heute ja zum zweiten Mal hier im Schlachthof, aber dieses Mal war es noch einen Tick besser. Ich weiß natürlich nicht, wie der Sound vor der Bühne war, aber auf der Nühne war er mega.

MC | Rodney: Letztes Mal wart ihr mit Arch Enemy hier, das war doch ein ganz anderes Publikum, oder?

Jinjer | Eugene: Die Leute sind auf jeden fall anders. Heute ist der Unterschied aber weniger krass im Vergleich zu den anderen Shows. Wenn ich an Hamburg denke, zum Beispiel, da kannten uns viel weniger als in Spanien. In Spanien waren unfassbar viele Leute, die uns gefeiert haben und nur wegen uns kamen. In Hamburg habe ich das nicht gefühlt, aber das ist cool, wir müssen ja vor neuen Fans spielen. Auch wenn die Fans von Amorphis und Soilwork älter sind als unsere, lernen sie uns so kennen und das ist großartig.

MC | Rodney: Erzähl mir, wie ihr die Setlist aufgebaut habt. Habt ihr einfach die beliebtesten Songs genommen?

Jinjer | Eugene: Zum Teil ja, „Pisces“ oder „I Speak Astronomy“ sind Songs, die einfach erfolgreich sind. Manche, wie zum Beispiel „Words Of Wisdom“, funktionieren live einfach so gut. Es ist der beste Song um anzufangen, er ist dynamisch, schnell und hat das Intro-Sample das wir nutzen um auf die Bühne zu kommen. Der letzte Song ist auch sehr schnell und das ist super, um das Set zu beenden. Da sind die Leute aufgewärmt und haben Bock, sich zu bewegen.

MC | Rodney: Gibt es einen Favoriten bei den Songs in dieser Setlist?

Jinjer | Eugene: Ich liebe es “Ape” zu spielen. „Who Is Gonna Be The One” spiele ich auch immer sehr gerne. Zumindest auf der Bühne ist es mein absoluter Lieblingssong. Aber die neuen Songs machen generell immer am meisten Spaß. Wir haben die EP letztendlich gemacht, um Neues spielen zu können.

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MC | Rodney: Wie gelingt es dir, eure teils sehr anspruchsvollen Songs live zu meistern und dazu auch noch so hart zu performen?

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Jinjer | Eugene: Ich warte nur auf die einfachen Parts und dann raste ich aus, hahaha! Wenn es etwas Hartes zu spielen gibt, dann muss ich mich auch konzentrieren..

MC | Rodney: Wie lange braucht ihr denn in der Regel, um Songs wirklich zu meistern?

Jinjer | Eugene: Das ist eine interessante Frage. Wir haben die vier neuen Songs in Amerika gespielt und manche davon waren nicht wirklich hart zu spielen, die fühlten sich natürlich an. Manche haben aber etwas gedauert bis sie wirklich rund waren, das kommt immer total auf den Song an.

MC | Rodney: Lass uns über „Micro“ reden. Der Track passt ja nicht wirklich zum Rest des Albums…

Jinjer | Eugene: Ja, wir wollten einfach etwas, das den ganzen Release abrundet. Als wir uns die Demo angehört haben, wussten wir, dass „Micro“ nach „Perennial“ einfach perfekt passt von der Atmosphäre und Stimmung. Dann haben wir die Songs in die Reihenfolge gebracht und gesehen, dass es einfach das perfekte Ende für die EP ist. Er umarmt alle Songs und führt sie dadurch zusammen.

MC | Rodney: Plant ihr musikalisch mehr in diese Richtung zu gehen?

Jinjer | Eugene: Wir planen nie! Denn wir wissen nie, was sein wird und was wir machen, bis wir damit fertig sind. Das kann wirklich alles sein. Wir limitieren uns nicht, wir machen was immer wir wollen!

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MC | Rodney: Hattet ihr denn Angst, dass die neue EP vielleicht zu komplex oder zu hart für manche Fans sein wird?

Jinjer | Eugene: Natürlich waren wir da unsicher. Insbesondere Tatiana, weil sie weniger in progressiver Musik steckt als wir. Sogar Roman war etwas besorgt. Aber das ist eine Entscheidung, die du treffen musst. Entweder entwickelst du dich oder du bleibst hängen und stagnierst. Schau dir Pantera an. Alle dachten sie machen es wie Metallica und werden poppiger und ruhen sich auf ihrem Sound aus, aber es wurde einfach härter. Ich denke die Manager und Producer hatten bestimmt Angst, dass die Leute die Härte nicht vertragen. Aber es wurde gut aufgenommen und sie haben sich dadurch entwickelt.

MC | Rodney: Das klingt nach einer spannenden Perspektive für die Zukunft!

Absolut. Ich meine wir könnten natürlich nochmal ein „Cloud Factory“ oder „King Of Everything“ machen, ähnliche Riffs und Strukturen dafür nutzen, aber das bringt uns am Ende nicht weiter. Jede Band sollte sich entwickeln und Neues ausprobieren.

MC | Rodney: Das heißt ihr setzt euch entgegen der Erwartung?

Jinjer | Eugene: Nicht nur das. Manchmal ist es gut die Leute anzupissen, indem man etwas macht, was sie nie erwartet haben. Ich erinnere mich daran, als wir „Ape“ veröffentlicht haben. Da gab es einige auf YouTube, die kommentiert haben: “Was ist eigentlich mit denen passiert?“; „Das ist das erste Jinjer Release das ich nicht kaufen werde“; „Ich mag die Band nicht mehr“ etc. – Nur weil wir was neues gemacht haben. Ernsthaft, ich brauche keine Fans die vor mir wegrennen, wenn wir einen neuen Song geschrieben haben, der nicht ihre Erwartungen trifft.

Aber die Leute wollen ein und denselben Song, nochmal „Pisces“ oder „I Speak Astronomy“. Einer meinte „ich dachte die machen nochmal sowas wie Pisces“, ernsthaft, fuck off! Das so zu machen ist ein einfacher Weg, aber nicht der Weg dieser Band. Bands finden einfach etwas, was den Leuten gefällt und benutzen das wieder und wieder, das ist einfach nur langweilig, sehr langweilig.

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MC | Rodney: Das nenne ich mal ein Statement! Habt ihr denn ein Ziel, dass ihr mit Jinjer für die nächste Zeit verfolgt?

Jinjer | Eugene: Es ist schwer auf Ziele zu blicken. Wir hatten uns auch nie Ziele gesetzt, wie zum Beispiel groß zu werden, oder Stadien zu füllen. Wir wollten das nie primär, einzig überall zu spielen und für die Leute überall Musik zu machen. Natürlich wollen wir immer mehr Leute auf unseren Shows, aber wir wollten nie bloß beliebt sein. Darum geht es nicht. Das ist Selbstausdruck und Selbstverwirklichung. Wir wollen unsere Emotionen und Gefühle durch unsere Musik mit den Leuten teilen. Darauf arbeiten wir hin. Ansonsten gibt es ein paar Vorhaben oder Ziele. Natürlich wollte ich immer mal nach Japan, das machen wir im April. Wenn das ein Ziel ist, hast du deine Antwort. Ich will auch immer noch nach Australien. Es würde mich wirklich glücklich machen, da mal zu spielen. Das ist aber dann doch eher ein Plan und kein Ziel würde ich sagen.

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MC | Rodney: Also plant ihr doch? Wie sieht es denn mit einem Album aus nach eurem Appetithappen „Micro“?

Jinjer | Eugene: Wir fangen an, sobald wir von der Tour zurück sind. Wenn alles gut läuft, wird das neue Album sogar noch dieses Jahr erscheinen.

MC | Rodney: Wirklich? Wow, das nenne ich aber einen strengen Zeitplan!

Jinjer | Eugene: Wir waren da immer stringent. Für die EP hatten wir auch nur zwei Monate Zeit und sie zwischen den Touren geschrieben. Seit 2014 sind wir da wirklich gut eingespannt.

MC | Rodney: Wie steht es dann mit deinem persönlichen Leben? Hast du überhaupt Zeit für dich zwischen all dem Bandkram?

Jinjer | Eugene: Nein. Ich habe keine Freizeit. Ich habe eine Familie, bin verheiratet und habe einen Sohn und dennoch liebe ich das Touren. Aber Heimweh ist ein großes Problem für mich. Es ist wie es ist. Das ist mein Job, ich liebe ihn und er ist ein Teil von mir. Meine Familie hat das akzeptiert und da bin ich sehr froh drüber, aber das ist ein Problem für jeden in der Band. Jeder vermisst seine Geliebten, das ist das größte Problem, das wir haben, wenn wir auf Tour sind. Jeder in der Band hat sehr wenig Freizeit, aber so ist das. Das ist unser Leben.

MC | Rodney: Was kommt denn dieses Jahr dann alles noch bei euch?

Jinjer | Eugene: Wir spielen noch sieben Shows im Frühling und das ist wirklich gar nichts im Vergleich zu sonst. Da haben wir genug Zeit, um das Album zu schreiben. Klar, dann gibt es noch einige Sommer-Festivals. Im Herbst gehen wir aber in die Staaten und im November werden wir in Europa auf Headlinertour gehen, das ist der Plan für dieses Jahr.

MC | Rodney: Ich lese immer wieder, dass ihr das nächste große Ding werdet und kann mir das auch gut vorstellen. Wie stehst du zu einer solchen Aussage?

Jinjer | Eugene: Stell dir mal die Frage, was das letzte große Ding für dich war?

MC | Rodney: Wenn ich drüber nachdenke wahrscheinlich Bands wie Parkway Drive oder Architects?

Jinjer | Eugene: Nein, also zumindest nicht für mich. Klar die sind groß, aber für mich sind Gojira wirklich ein großes Ding. Wenn wir in ein paar Jahren so weit kommen, das wäre richtig cool. Hoffentlich wird das so, aber das hat für uns wirklich keine Priorität.

MC | Rodney: Möchtest du diesem Interview noch etwas hinzufügen?

Jinjer | Eugene: Peace, love and harmony!

Jinjer

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