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Ethan Harrison von Great American Ghost: „Ich sehe ein abartiges System, das nicht für jeden funktioniert“

Der Sänger sprach mit uns über das neue Album, Herausforderungen beim Songwriting und die Musik von GAG.

VON AM 11/02/2020

Am 14. Februar erscheint das nunmehr dritte Album von Great American Ghost. Nach „Hatred Stems From The Seed“ und „Everyone Leaves“ dürfen wir uns mit „Power Through Terror“ auf eine ordentliche Dröhnung Modern Hardcore aus Boston, Massachusetts freuen. Vor wenigen Wochen veröffentlichte die Kombo aus den Staaten ihre neue Single „Altar Of Snakes“, welche ihr euch weiter unten zu Gemüte führen könnt. Diesen Freitag folgt dann endlich das langersehnte Album.

Wir wollten uns natürlich nicht die Chance nehmen lassen, persönlich mit Frontmann Ethan Harrison über ihr Album, Herausforderungen beim Songwriting und ihre Musik im Allgemeinen zu sprechen.

Kevin P. | MC: Wie fühlt es sich an, mit dem neuen Album nun an die Öffentlichkeit zu treten?
Ethan: Es ist ein unglaubliches Gefühl, gleichzeitig ein bisschen beängstigend, aufregend, entlastend und fantastisch. Alles auf einmal. Ganz besonders nach all der Zeit, die wir uns genommen haben, um dieses Album zu machen. Es ist noch ganz surreal.

Kevin P. | MC: Das Album klingt sehr vielseitig. War das eines eurer Ziele, als ihr euch dazu entschlossen habt, ein drittes Album aufzunehmen? Wie seid ihr dieses Ziel angegangen?
Ethan: Vielen Dank! Es war nicht wirklich ein spezielles Ziel, das wir uns gesteckt haben. Wir haben unzählige Anläufe unternommen, um beim Schreibprozess ein Ziel zu verfolgen oder in eine gewisse Richtung zu gehen, das hat uns nicht weitergebracht. Also haben wir uns für dieses Album vorgenommen, genau die Musik zu machen, die wir wollen. Wir haben uns selbst keine Grenzen gesetzt und hatten am Ende der Aufnahmen genau die Musik, die wir mögen. Wir haben ein Album gemacht, ohne uns darum zu kümmern, was irgendjemand darüber denken würde. Das war sehr befreiend.

Kevin P. | MC: Was war eure größte Herausforderung während des Schreibens und der Aufnahmen von „Power Through Terror“?
Ethan: Um ehrlich zu sein gab es einige davon. Wir hatten intern ein paar Probleme, während wir das Album geschrieben haben. Es ist eine schwierige Zeit, wenn eine Band auf der Suche nach einem neuen Label ist. An diesem Punkt realisierst du, dass du niemandem mehr verpflichtet bist und dass deine Band genauso schnell zerbrechen kann, wie sie es auf die nächste Stufe in ihrem Werdegang schaffen könnte. Ich denke, dass wir diese Chance genutzt haben, als wir merkten, dass GAG genau das ist, was wir immer machen wollten. Wir haben also den Schritt nach vorne gemacht. Aber es gab eine Zeit, da standen die Chancen eher 50/50.

Kevin P. | MC: Was war der Hauptgrund, das Album „Power Through Terror“ zu nennen?
Ethan: Ich war damals genervt und das bin ich immer noch. Ich sehe täglich die Reichen und Machtvollen auf diesem Planeten, wie sie die Schwächeren missbrauchen und ausnehmen, und mit Schwächeren meine ich jeden, der nicht zu dieser elitären Gruppe gehört. Ich sehe, dass so viele tragische Dinge getan werden, die im Anschluss einfach unter den Teppich gekehrt werden. Ich sehe ein abartiges System, das nicht für jeden funktioniert. Der Name des Albums richtet sich nach den Mitteln, mit denen eine Bevölkerung kontrolliert wird. Wir werden manipuliert, missbraucht und unterdrückt in jeder erdenklichen Lage; und dann wird uns gesagt, dass wir dankbar sein sollen, dafür dass wir leben. Das muss sich ändern.

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Kevin P. | MC: Kannst du uns etwas mehr über den Videodreh erzählen und ob es zukünftig noch mehr Videos geben wird?
Ethan: Beide Videos, die wir bisher veröffentlicht haben sind gemeinsam mit Eric Richter entstanden. Er ist ein Genie und es war eine unglaubliche Ehre, mit ihm gemeinsam arbeiten zu können. Er hat sich meine Vorstellungen zu den Videos angehört und ist tiefer in die Materie eingestiegen, als ich dachte, dass es jemand könne. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass wir mit ihm arbeiten konnten und es wird auf jeden Fall weitere Videos geben.

Kevin P. | MC: Wie würdet ihr den speziellen Sound des Bostoner Metalcore/Hardcore beschreiben und was sind die Einflüsse, die diesen Sound formen?
Ethan: Angepisst. Das Wort trifft den Nagel auf den Kopf. Ich denke, dass der Ort, an dem du lebst, sich auch in deiner Kunst ausdrückt. In deinem gesamten künstlerischen Handeln. Die Nord-Ost-Küste ist eine wahre Rasierklinge. Die Menschen hier können sehr nett und höflich sein oder sie verzeihen dir niemals. Es gibt viele Einflüsse, die hier mit reinspielen, aber dieser Mix drückt sich auch in der Musik aus, die hier produziert wird. Metal und Hardcore unterscheiden sich da nicht.

Kevin P. | MC: Das Album klingt noch wütender, als das vorherige. Was sind die Hauptthemen, die ihr behandelt?
Ethan: Tatsächlich gibt es eine ganze Menge unterschiedlicher Themen, die wir bearbeiten. Wir haben uns an unterschiedliche Themen gesetzt und anstatt in mich zu kehren, habe ich mich dieses Mal nach Außen gewandt und meine Aufmerksamkeit auf die Dinge um mich herum gerichtet. Auf dem Album geht es beispielsweise um die Klimaerwärmung, um meine persönliche Angst zu versagen als auch um Alkoholismus. Es ist definitiv die größte Spannbreite von unterschiedlichen Themen, die wir jemals abgedeckt haben.

Kevin P. | MC: Wie waren die ersten Reaktionen des Publikums, als sie auf der „Never Say Die“ Tour die ersten neuen Songs hören konnten?
Ethan: Sehr gut! Ich liebe Europa und wir lieben die europäischen Fans. Sie sind einfach immer für neue Musik bereit und das ist so spannend zu sehen. Sie bringen einer neuen Band echte Wertschätzung entgegen und wir können es kaum erwarten wieder zurück zu kommen.

Great American Ghost veröffentlichen „Power Through Terror“ an diesem Freitag über eOne Music. Hier könnt ihr das Werk jetzt noch vorbestellen.

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Foto: Dustin Smith / Offizielles Pressebild von Great American Ghost

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